DFB-Nationalspieler Antonio Rüdiger regt sich über Hamsterkäufe auf!

London - Antonio Rüdiger (27) plaudert aus dem Nähkästchen! Der deutsche Nationalspieler befindet sich momentan wegen einen Coronavirus-Falls bei seinem Klub FC Chelsea in häuslicher Quarantäne in London. Wann die Saison in England weitergeht, ist unklar.

Auch wenn Antonio Rüdiger solche Momente vermisst, steht der Fußball für ihn momentan hinten an.
Auch wenn Antonio Rüdiger solche Momente vermisst, steht der Fußball für ihn momentan hinten an.  © Arne Dedert/dpa

Im Interview mit dem "Kicker" stand der gebürtige Berliner Rede und Antwort. Sein größter Wunsch sei es, "dass wir bald den Tag erreichen, an dem die Zahl der Infizierten wieder kleiner ist als am Tag zuvor."

Dennoch würde ihm der Fußball und "das Adrenalin am Spieltag" fehlen, zumal gar nicht klar sei, "wann und ob es überhaupt weitergeht."

Rüdiger ist aber dafür, die Saison zu Ende zu spielen: "Falls das möglich sein sollte, wäre es sicher die fairste Lösung. Aber letztlich bleibt es fraglich, weil es einfach von der weiteren Entwicklung der Pandemie abhängig ist. Die kann keiner vorhersehen. Vielleicht zieht es sich noch ein paar Monate."

Viele Klubs seien aber darauf angewiesen, dass es weitergeht - notfalls mit Geisterspielen. Das mache weniger Spaß, denn er liebe es, in ein volles Stadion einzulaufen, aber "ich gehe davon aus, dass in wenigen Wochen die Sehnsucht nach Fußball so riesig sein wird, dass am Ende alle, auch die Fans, Geisterspiele akzeptieren würden."

Er verdeutlichte aber auch: "Es darf dann bloß nicht passieren, dass sich die Anhänger wie in Paris beim Match PSG gegen Borussia Dortmund zu Tausenden vor dem Stadion treffen - sonst ergibt das ja alles keinen Sinn. Aber wir werden sehen, wie hoch die Anzahl der Infizierten Mitte, Ende April ist und dann kann man schon besser eine Entscheidung treffen."

Antonio Rüdiger regt sich über Menschenansammlungen und Hamsterkäufe auf!

So nicht! Antonio Rüdiger ärgert sich über Menschen, die den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben und Hamsterkäufe.
So nicht! Antonio Rüdiger ärgert sich über Menschen, die den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben und Hamsterkäufe.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

Doch was sei, wenn 2020 keine Begegnungen mehr stattfinden könnten? "Wenn es dabei um die Gesundheit aller geht, werden wir das natürlich alle verstehen und uns danach richten. Das ist das Allerwichtigste."

Wirklich wütend wird Rüdiger bei Bildern von Menschenansammlungen: "Das ist ignorant und verantwortungslos! Ich habe in den sozialen Netzwerken einige Fotos aus deutschen Innenstädten gesehen und habe mir nur an den Kopf gefasst. Wenn auf die Empfehlungen, doch bitte zu Hause zu bleiben, nicht gehört wird, ist eine Ausgangssperre leider alternativlos."

Er legte nach: "Es gibt scheinbar sehr viele, zu viele Menschen, die nicht verstehen, dass sie persönlich vielleicht nicht stärker gefährdet sind, aber sehr wohl Menschen in ihrem Umfeld - und damit dann leichtfertig umgehen." Das sei "einfach nur egoistisch."

Deshalb stimme er auch Bundestrainer Joachim Löw zu, der unter anderem meinte, dass sich die Erde gegen die Menschen wehren würde (TAG24 berichtete). 

Rüdiger kann auch einige Bürger nicht verstehen: "Man sieht es ja bei diesen Hamsterkäufen in den Lebensmittelgeschäften. Wahnsinn! Diese Krise zeigt uns gerade, wie verantwortungslos ein Mensch sein kann.

Joshua Kimmich und Leon Goretzka bezeichnet Antonio Rüdiger als "Ehrenmänner!"

Antonio Rüdiger hofft, dass viele Menschen aus der schweren Situation die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen.
Antonio Rüdiger hofft, dass viele Menschen aus der schweren Situation die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen.  © Federico Gambarini/dpa

Er wisse um die Vorbildfunktion und engagiere sich deshalb. Die große Spendenaktion vom DFB unterstützte er zum Beispiel sofort. Die Idee kam vom Mannschaftsrat, der dann auf jeden einzelnen Spielern zugegangen sei.

Der Aktion von Joshua Kimmich und Leon Goretzka (TAG24 berichtete) will er sich ebenfalls anschließen: "Sie haben mich ebenfalls kontaktiert und wir sprechen gerade darüber, wie ich die Aktion am besten unterstützen kann."

Er bezeichnete sie als "Ehrenmänner!" Auch die "Leute, die gegen die Ausbreitung des Virus für uns kämpfen bzw. in den Lebensmittelläden die Versorgung sicherstellen, die haben meinen größten Respekt. Das sollten wir auf keinen Fall als selbstverständlich hinnehmen und ihnen große Dankbarkeit zeigen." 

Ohnehin sei "Respekt" der wichtigste Wert, der er seinem Sohn mit auf den Weg geben wolle.

Rüdiger hofft, dass die aktuelle Situation mehr Menschlichkeit zur Folge hat und "dass der Mensch in Europa dankbarer dafür wird, welche Privilegien er hat, im Normalfall ein beschwerdefreies, öffentliches Leben zu führen. Ich habe Wurzeln in Sierra Leone, war dort schon vor Ort und weiß daher sehr genau, wie gut es uns hier geht."

Denn: "Dort gibt es Menschen, die jeden Tag ums Überleben kämpfen. Das sind wirkliche Probleme. Wenn bei uns Menschen 14 Tage in die häusliche Quarantäne müssen, wird sich schon beschwert. Dabei ist auch dann in Deutschland immer noch jeder ausreichend versorgt. Ich hoffe also, dass nach der Corona-Krise jeder sein Leben wieder mehr zu schätzen weiß."

Alle Infos im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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