Corona-Chaos um Messi, Neymar und Co.: WM-Quali-Spiel wegen Quarantäne-Streit abgebrochen!

São Paulo - In einer wohl einmaligen Aktion hat Brasiliens Gesundheitsbehörde für einen Spielabbruch in der WM-Qualifikation gesorgt. Weil argentinische Fußballer gegen Corona-Bestimmungen verstoßen haben sollen, war die Partie gegen Brasilien schnell zu Ende.

Die argentinischen Nationalspieler Nicolas Otamendi (33, r.), Giovani Lo Celso (25, M.) und Torhüter Emiliano Martinez (29, l.) verlassen das Spielfeld.
Die argentinischen Nationalspieler Nicolas Otamendi (33, r.), Giovani Lo Celso (25, M.) und Torhüter Emiliano Martinez (29, l.) verlassen das Spielfeld.  © Andre Penner/AP/dpa

Corona-Wirbel bei Neymar (29), Lionel Messi (34) und Co.: In einer Hauruck-Aktion hat Brasiliens Gesundheitsbehörde Anvisa das WM-Qualifikationsspiel zwischen Brasilien und Argentinien am Sonntagabend wegen Verstößen gegen Corona-Bestimmungen unterbrochen.

Sechs Minuten nach dem Anpfiff der Partie in São Paulo gingen vier Mitarbeiter der Behörde auf den Platz und holten die drei argentinischen England-Profis Emiliano Martínez (29), Cristian Romero (23) und Giovanni Lo Celso (25) vom Feld.

Danach verließen auch die anderen argentinischen Spieler den Platz, während die Brasilianer blieben. Anschließend wurde die Partie abgebrochen.

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"Auf Beschluss des Schiedsrichters wird das von der FIFA organisierte Spiel zwischen Brasilien und Argentinien für die WM-Qualifikation ausgesetzt", teilte Südamerikas Fußball-Verband Conmebol auf Twitter mit.

Der Weltverband FIFA würde eine Entscheidung treffen, nachdem seine Disziplinarkommission einen Bericht des Schiedsrichters und des Spielkommissars erhalten habe.

Informationen über einen neuen Spieltermin oder den möglichen Punktverlust für eine der Mannschaften gab es zunächst nicht.

Akteure reagieren mit Unverständnis: "Wir wollten das Spiel spielen"

Auch die argentinische Fußball-Legende Lionel Messi (34) ging vorzeitig vom Platz.
Auch die argentinische Fußball-Legende Lionel Messi (34) ging vorzeitig vom Platz.  © Andre Penner/AP/dpa

"Was heute passiert ist, ist bedauerlich für den Fußball", schrieb der argentinische Verbandspräsident Claudio Tapia (53) auf Twitter.

"Wir wollten das Spiel spielen, die brasilianischen Fußballer auch. Es hätte ein Fest für alle sein sollen, um die besten Spieler der Welt zu genießen", sagte Argentiniens Auswahltrainer Lionel Scaloni (43), der das Team zur Copa America geführt hatte.

Wenige Stunden vor dem Spiel hatte die Anvisa Quarantäne für die vier argentinischen Nationalspieler Martínez und Emiliano Buendía (beide Aston Villa) sowie Lo Celso und Romero (beide Tottenham Hotspur) angeordnet. Martínez, Romero und Lo Celso standen in der Startelf. Nur Buendía (24) fehlte im Aufgebot.

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Das Quartett war mit der argentinischen Nationalmannschaft aus Caracas nach Brasilien gekommen. Bei der Einreise gaben die England-Profis laut der Anvisa nicht an, dass sie in den vergangenen 14 Tagen im Vereinigten Königreich, Nordirland, Südafrika oder Indien gewesen sind.

Ausländische Reisende, die in diesem Zeitraum dort waren, dürfen wegen der Corona-Beschränkungen nicht nach Brasilien einreisen.

Die Anvisa verteidigt ihr Vorgehen, brasilianischer Fußballverband "absolut überrascht"

Teamkollegen von Paris Saint-Germain im Gespräch. Der argentinische Spieler Leandro Paredes (27, r.) unterhält sich mit dem brasilianischen Spieler Neymar (29, l.) nach dem Spiels.
Teamkollegen von Paris Saint-Germain im Gespräch. Der argentinische Spieler Leandro Paredes (27, r.) unterhält sich mit dem brasilianischen Spieler Neymar (29, l.) nach dem Spiels.  © Andre Penner/AP/dpa

"Die Anvisa hält die Situation für ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko und hat daher den örtlichen Gesundheitsbehörden geraten, die sofortige Quarantäne der Spieler zu verhängen, denen die Teilnahme an jeglichen Aktivitäten untersagt ist", hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Zudem sollten die Spieler nicht weiter auf brasilianischem Gebiet bleiben dürfen. Es gebe Gesundheitsgesetze, nach denen alle südamerikanischen Turniere gespielt würden, erklärte Tapia.

"Die Gesundheitsbehörden jedes Landes haben ein Protokoll genehmigt, das wir in vollem Umfang eingehalten haben", betonte der Verbandschef.

Der Brasilianische Fußballverband (CBF) das Vorgehen der Gesundheitsbehörde Anvisa indes bedauert. Man sei "absolut überrascht" über den Zeitpunkt der Maßnahme gewesen, hieß es in einer Mitteilung der CBF mit Sitz in Rio de Janeiro am Sonntag (Ortszeit).

Demnach hätte die Anvisa ihres Amtes in verschiedenen Momenten und Tagen vor dem Spiel viel angemessener walten können, teilte der CBF weiter mit.

Titelfoto: Andre Penner/AP/dpa, Andre Penner/AP/dpa

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