Fußballwelt in großer Trauer: Diego Maradona ist tot

Argentinien - Einer der größten Fußballspieler aller Zeiten ist tot. Diego Armando Maradona ist wenige Wochen nach seinem 60. Geburtstag gestorben.

Um seinen 60. Geburtstag wurde Diego Armando Maradona erfolgreich wegen einer Gehirnblutung in einer Privatklinik operiert. Der Andrang war - trotz Corona-Krise - groß.
Um seinen 60. Geburtstag wurde Diego Armando Maradona erfolgreich wegen einer Gehirnblutung in einer Privatklinik operiert. Der Andrang war - trotz Corona-Krise - groß.  © Natacha Pisarenko/AP/dpa

Das hat der argentinische Verband mittlerweile auf seiner Webseite bestätigt. Der einstige Weltklasse-Akteur habe demnach in seinem Haus in Tigre einen Herzkreislaufstillstand erlitten.

Maradona war rund um seinen letzten großen Ehrentag in einer Privatklinik gewesen, dort erfolgreich wegen einer Gehirnblutung operiert worden (TAG24 berichtete). Er habe zu diesem Zeitpunkt allerdings abgeschlagen gewirkt.

Dies ist leider wenig verwunderlich. Denn die zahlreichen gesundheitlichen Probleme des Weltmeisters von 1986 waren seit Jahrzehnten bekannt. Er hatte mit einer Drogensucht sowie ungesunder Ernährung zu kämpfen und musste immer wieder im Krankenhaus behandelt werden.

Doch wie schon auf dem Fußballplatz bewies der argentinische Ausnahmespieler auch im Leben danach Kampfgeist und machte immer weiter. Bis zuletzt war er seinem Lieblingssport treu geblieben.

Erst am 6. September 2019 hatte er das Traineramt bei Club de Gimnasia y Esgrima La Plata in seinem Heimatland übernommen. Die Corona-Krise machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung, weil die Liga aufgrund der Pandemie abgebrochen wurde und er deshalb nicht weitermachen konnte.

Allerdings zeigte er sich in dieser weltweit schwierigen Zeit einmal mehr großherzig und spendete ein signiertes WM-Trikot für eine Suppenküche in einem Armenviertel der Hauptstadt Buenos Aires (TAG24 berichtete).

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Die Zeit beim SSC Neapel prägte Diego Armando Maradona nachhaltig

Diego Armando Maradona prägte den italienischen Fußball und ganz besonders den beim SSC Neapel nachhaltig.
Diego Armando Maradona prägte den italienischen Fußball und ganz besonders den beim SSC Neapel nachhaltig.  © PR/Mars Films

Das steht sinnbildlich für Maradona, den seine Kindheit in Villa Fiorito, einem Elendsviertel am südlichen Stadtrand von Buenos Aires, ebenso prägte wie seine sportliche Glanzzeit beim SSC Neapel (1984 bis 1991) in Italien, wo er noch heute wie ein Held verehrt wird.

Das war allerdings nicht immer so. Denn nach einigen vollmundigen Aussagen ließen ihn viele Menschen fallen. Tatsächlich musste er Neapel im Jahr 1991 durch die Hintertür verlassen und war fortan nie wieder derselbe.

Dies hing aber auch mit einem anderen Aspekt zusammen. Denn während es sportlich bestens lief, kam er abseits des Platzes in Kontakt mit der berüchtigten Camorra und durch diese mit Drogen, die ihn nach und nach zerstören sollten.

Hinzu kam dieser krasse Kontrast - Heldenverehrung und Hassfigur.

Das konnte der Junge aus armen Verhältnissen, der einfach nur Fußball spielen wollte, nicht verarbeiten oder auch nur verstehen.

Seine Leistungen auf dem Rasen kann man nämlich gar nicht hoch genug bewerten. Maradona ließ Napoli sportlich aus dem Schatten der großen italienischen Klubs heraustreten. 1986/87 und 1989/90 wurde er mit dem SSC Italienischer Meister, gewann auch den Pokal (1987), Superpokal (1991) und sogar den UEFA Cup (1989).

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Diego Armando Maradona fiel nach seiner Neapel-Zeit immer wieder mit bizarren Auftritten auf

Diego Armando Maradona ist im Alter von 60 Jahren gestorben.
Diego Armando Maradona ist im Alter von 60 Jahren gestorben.  © Marcos Brindicci/AP/dpa

Der nur 1,67 Meter kleine Spielgestalter lief in 259 Begegnungen für Neapel auf, erzielte 115 Tore und gab 29 Vorlagen. Vielleicht noch wichtiger als das: Er prägte das Auftreten seiner Mannschaft mit seiner Technik und Spielintelligenz nachhaltig.

Später sorgte er dann aber immer wieder für Eklats. Ob auf den Tribünen, wo er - offenbar unter Drogeneinfluss - ausrastete und den Stinkefinger zeigte, oder mit bizarren Aussagen, in denen er meinte, von Aliens entführt worden zu sein (TAG24 berichtete): "Die Hand Gottes" hatte ihre Zeit in Italien psychisch nicht schadlos überstanden.

Das wurde auch in den folgenden Jahrzehnten immer wieder deutlich. Dennoch war er weiterhin das Idol einer ganzen Generation und fußballerisch das Vorbild vieler folgender Jahrgänge.

Von 2008 bis nach der Weltmeisterschaft 2010 coachte er zudem die argentinische Nationalmannschaft, trainierte auch in Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten Klubs.

Doch die privaten Probleme blieben. Viele davon werden in der meisterlichen Dokumentation "Diego Maradona" (>>TAG24-Kritik) beleuchtet. Wer diesen prägenden Fußballer und seine Hintergründe verstehen will, sollte sie sich anschauen. Um ihn zu ehren, gibt es nämlich kaum eine bessere Alternative. Das Werk von "Oscar"-Preisträger Asif Kapadia (48, "Senna") ist im Abo von Amazon Prime Video enthalten.

Titelfoto: Marcos Brindicci/AP/dpa

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