Schlammschlacht mit PSG? Klub will Draxler loswerden, dieser aber bleiben!

Paris - Im Star-Ensemble um Neymar (28) und Kylian Mbappé (21) konnte sich Julian Draxler (26) in dreieinhalb Jahren bei Paris Saint Germain nie zum absoluten Stammspieler durchsetzen. Nun, ein Jahr vor Vertragsende, will ihn der Klub nach Möglichkeit noch zu etwas Geld machen, doch das gestaltet sich schwierig.

Geht im hochdekorierten Star-Ensemble von PSG etwas unter: National-Kicker Julian Draxler (26).
Geht im hochdekorierten Star-Ensemble von PSG etwas unter: National-Kicker Julian Draxler (26).  © Thibault Camus/AP/dpa

Die Zukunft des Nationalkickers ist einmal mehr ungewiss. 

Bereits der Wechsel an die Seine war von vielen schon als zu große Hürde, zumindest aber als überaus mutig und ambitioniert beäugt worden.

Zwar kam Draxler regelmäßig zum Einsatz, die erste Geige spielte er jedoch selten - zumindest in den "wichtigen" Spielen. In einem Klub mit Spielern wie Superstar Neymar, Kylian Mbappé oder Edinson Cavani allerdings auf Dauer herauszustechen und an Profil zu gewinnen ist zugegebenermaßen schwer.

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Und das, obwohl er gerade in den vergangenen beiden Spielzeiten des Öfteren sogar über die volle Distanz ran durfte. 

Mit Trainer Thomas Tuchel (47) hat Draxler auch einen Mann an der Seitenlinie, der die Qualitäten des gebürtigen Gladbeckers zu schätzen weiß.

In der Liga gefragt, in der Königsklasse maximal Ergänzung

Steht für den 26-Jährigen bald eine Veränderung ins Haus?
Steht für den 26-Jährigen bald eine Veränderung ins Haus?  © Marius Becker/dpa

Schließlich brachte es Draxler bis dato auf 140 Pflichtspiel-Einsätze für die Hauptstädter. Dabei gelangen ihm 20 Tore und 32 Assists.

Das große Ziel des Klubs: der Gewinn der UEFA Champions League. So nah wie in der abgelaufenen Corona-Saison waren die Franzosen noch nie. 

Erst im Finale musste man sich bekanntermaßen dem deutschen Rekordmeister Bayern München geschlagen geben.

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18 Minuten durfte der Ex-Schalker spielen, kam in der 72. Spielminute für Ander Herrera. 

Und blickt man auf Draxlers Minuten in der UEFA Champions League, wird schnell klar: Ging es um die großen, internationalen Fleischtöpfe, waren seine Einsätze kurz, die Minuten wenig.

Nun will der Klub weiter investieren. Das Geld in Beine sitzt aber zu Zeiten der Pandemie auch bei den Scheichs um Präsident Nasser Al-Khelaifi nicht allzu locker. Außerdem sitzt PSG das Financial Fairplay (mehr oder weniger) im Nacken.

Deshalb ließ auch Sportdirektor Leonardo bei Canal Football Club sinngemäß durchklingen: Wer kaufen will, muss verkaufen.

Draxler müsste im Falle eines Wechsels mit erheblichen Gehaltseinbußen rechnen

Auch in der deutschen Nationalmannschaft hat er derzeit keinen allzu leichten Stand.
Auch in der deutschen Nationalmannschaft hat er derzeit keinen allzu leichten Stand.  © Christian Charisius/dpa

Und da Draxler hinter den bereits genannten Offensivgranaten Neymar und Mbapé sowie dem Argentinier-Duo Angel di Maria und Mauro Icardi nur das fünfte Rad am Wagen ist, würde man den 26-Jährigen gerne noch zu richtig Geld machen, bevor er im nächsten Jahr ablösefrei zu haben sein wird.

Eine Verlängerung scheint ausgeschlossen. Wohl auch weil Draxler von seinem monatlichen Netto-Gehalt von etwa 370.000 Euro keine Abstriche machen will.

Dies ist wohl auch einer der Gründe, warum die Suche nach einem geeigneten Abnehmer recht schwierig ist. 

Ein solches Gehalt zahlen nur wenige. Und wenn, dann nur absolute Top-Klubs, für die Draxler jedoch nicht interessant sein dürfte. Corona tut darüber hinaus sein übriges.

Ein Wechsel zurück in die Bundesliga wäre sportlich zwar sinnvoll, jedoch auch hier dürfte er nicht einmal im Ansatz mit einem solchen Gehaltsniveau rechnen.

Im Gespräch sind neben Bayer 04 Leverkusen auch die Hertha aus Berlin. Letztere wollten Draxler bereits im vergangenen Winter holen - die Offerte scheiterte.

Ohne Wechsel keine EM für Draxler?

Bundestrainer Joachim Löw (60) legt Draxler indirekt einen Wechsel nahe.
Bundestrainer Joachim Löw (60) legt Draxler indirekt einen Wechsel nahe.  © Ina Fassbender/dpa

Ansonsten soll der AC Mailand reges Interesse zeigen. Auch Premier-League-Klubs haben wohl angefragt, heißt es. 

Doch, angeblich sei keiner der Top 6 darunter. Entsprechend würde die Champions-League-Hymne vorerst auch nicht in den Ohren Draxlers klingen.

Paris sei inzwischen sogar bereit, die ursprünglich ausgerufenen 35 Millionen Euro schwere Ablöseforderung noch einmal nach unten zu korrigieren.

Ob der 52-fache deutsche Nationalspieler also tatsächlich in diesem Sommer noch wechselt, bleibt jedoch erst einmal offen.

In Hinblick auf die EM machte Bundestrainer Joachim Löw (60) seinem Schützling jedoch eines klar: "Für Julian wäre es gut, wenn er Woche für Woche im Einsatz ist." Was für ihn in Paris wohl schwer zu realisieren sein wird.

Titelfoto: Marius Becker/dpa , Thibault Camus/AP/dpa

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