Erst Bier, dann Virus: Der irre Namensfluch dieses FC-Porto-Stars

Porto - Der mexikanische Nationalspieler Jesús Corona (28) vom FC Porto hat eine wahre Namens-Odyssee hinter sich. Als junger Spieler musste er sich einer Biermarke beugen, später zog die Corona-Pandemie seinen guten Namen in den Schmutz.

Turbulenter Werdegang: Jesús Corona (28, r.) hat wegen seines Namens schon einiges erlebt.
Turbulenter Werdegang: Jesús Corona (28, r.) hat wegen seines Namens schon einiges erlebt.  © Tim Keeton/pool EPA/AP/dpa

Am Mittwochabend zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase beim 0:0 seines Teams gegen den Gastgeber Atlético Madrid spielte der 28-Jährige von Beginn an und half als Rechtsverteidiger in einem zerfahrenen Match den Punktgewinn zu sichern.

Auf seinem Rücken stand dabei nicht der Familienname des Außenbahnspielers, sondern der Spitzname "Tecatito".

Vor zwei Jahren war "Corona" noch bloß ein gängiger mexikanischer, spanischer oder italienischer Nachname, seit dem Ausbruch der Pandemie ist der Begriff jedoch gebrandmarkt.

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Die Leidensgeschichte des schnellen Mexikaners begann allerdings schon früher.

Jesús Manuel Corona Ruíz, wie der 1,73 Meter große Kicker vollständig heißt, wurde in Hermosillo geboren und begann im Alter von sechs Jahren das Fußballspielen. Als 15-Jähriger nahm er an der "Copa Coca-Cola" teil, einem internationalen Jugendturnier.

Beim Finale in Maracanã-Stadion machte das Talent auf sich aufmerksam und bekam daraufhin unter anderem einen Vertrag vom FC Santos angeboten, entschied sich aber für die Jugendabteilung des mexikanischen CF Monterrey.

In der Metropole erhielt er dann auch seinen Spitznamen. Da der damalige Sponsor des Klubs, die Brauerei "Cuauhtémoc Moctezuma Brewery", nicht wollte, dass Corona auf ihren Trikots stand und ungewollt Werbung für die Konkurrenz macht, musste Jesús sich umbenennen.

Die Biermarke der besagten Brauerei hieß "Tecate" und so entschied sich der junge Kicker für die Verniedlichungsform "Tecatito".

Erst der Wechsel nach Porto, dann schlägt das Virus zu

Relikt aus der Anfangszeit: Der Spitzname "Tecatito" ziert immer noch den Rücken des 28-Jährigen.
Relikt aus der Anfangszeit: Der Spitzname "Tecatito" ziert immer noch den Rücken des 28-Jährigen.  © Luis Vieira/AP/dpa

Mit dem mittelamerikanischen Spitzenverein feierte das Talent viele Erfolge und machte Mannschaften in Europa auf sich aufmerksam.

2013 folgte dann der Wechsel zum FC Twente Enschede. Auch in den Niederlanden wusste der polyvalent einsetzbare Fußballer zu gefallen und so wechselte er zwei Jahre später für 10,5 Millionen Euro zum FC Porto.

Zwar behielt er in dieser Zeit den Spitznamen "Tecatito", jedoch zierte der Schriftzug nicht mehr unbedingt die Rückseite seiner Spielkleidung. Ohne den Konflikt mit etwaiger Bierwerbung kehrte er zu seinen Initialen J. M. und dem Nachnamen Corona zurück.

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Im Frühjahr des Jahres 2020 brach dann allerdings bekanntermaßen das Covid-19-Virus aus, welches seinen umgangssprachlichen Namen mit dem mexikanischen Nationalspieler teilt.

Das führte in den sozialen Netzwerken zu Hohn, Spott und schlechten Wortspielen. Nach dem Ende des Lockdowns und der Spielpause in Portugal kehrte er deshalb zu seinem Alias über der Rückennummer zurück.

Doch damit nicht genug: Im ersten Spiel nach der erzwungenen Pause der Liga NOS im Westen der iberischen Halbinsel traf ausgerechnet Corona ins Netz gegen den FC Famalicão und sorgte so für Erheiterung bei den Fans im Internet.

So tweetete z. B. das niederländische Fußball-Portal VoetbalPrimeur: "Wie kann es anders sein: Corona macht das erste Tor für den FC Porto nach dem Neustart."

Titelfoto: Tim Keeton/pool EPA/AP/dpa

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