Evakuiert sie doch! Fans sollen zur Halbzeit aus dem Stadion - Klub geht mit Politik auf Konfrontation

Craiova - Was ein Wirrwarr! In der ersten rumänischen Liga kam es am Sonntagabend zum Spitzenspiel zwischen Universitatea Craiova und FCSB. Die Hausherren verloren schließlich mit 2:3. Die spektakulärsten Szenen gab es jedoch bereits weit vor dem Spiel: Fußball vs. Corona-Maßnahmen!

Fans im "Ion Oblemenco" sahen ein munteres Spielchen.
Fans im "Ion Oblemenco" sahen ein munteres Spielchen.  © IMAGO/sport pictures-Razvan Pasarica

In Rumänien gilt nach aktueller Corona-Lage folgendes: Zuschauer dürfen Fußballstadion nur im Zeitraum zwischen 5 und 21 Uhr betreten.

Problem im konkreten Fall: Das Spiel zwischen dem Viertplatzierten Craiova und dem Zweitplatzierten FCSB sollte um 20.30 Uhr angepfiffen werden.

Bedeutet: Nur 30 Minuten mit Fans und dann alle raus, oder?

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Die Gastgeber Universitatea Craiova, bei denen der ehemalige Bundesliga-Spieler Laurențiu Reghecampf (46) auf der Trainerbank sitzt, wurden dann "kreativ".

So wurde der Anpfiff zunächst von 20.30 Uhr auf 20.15 Uhr vorverlegt - mit dem Ziel, dass die Fans zumindest für eine Halbzeit ins 30.944 Zuschauer fassende "Ion Oblemenco" strömen dürfen. Damit es auch lukrativ wird, wurden die Karten dann für einen einzigen rumänischen Leu angeboten - umgerechnet 25 Cent. Ein Symbolpreis.

Das Ansinnen war klar: Die Klubs gehen auf Konfrontation mit den geltenden Bestimmungen.

Ohnehin waren nur 30 Prozent der Zuschauer aus Corona-Gründen zugelassen. Dass die Vereine auch wirtschaftlich arg in Bedrängnis zu sein scheinen, zeigt dieser Symbolakt mehr als anschaulich. Und letztlich ging der Plan der Klubbosse sogar auf.

Eigentümer von Universitatea Craiova gegen Corona-Maßnahmen: "Es gibt drei Möglichkeiten"

Der Ex-Bundesliga-Spieler von Energie Cottbus, Alemannia Aachen und dem 1. FC Kaiserslauter, Laurenţiu Aurelian Reghecampf (46, li.) begrüßt den gegnerischen Trainer Anton Petrea (46, re.).
Der Ex-Bundesliga-Spieler von Energie Cottbus, Alemannia Aachen und dem 1. FC Kaiserslauter, Laurenţiu Aurelian Reghecampf (46, li.) begrüßt den gegnerischen Trainer Anton Petrea (46, re.).  © IMAGO / sport pictures-Razvan Pasarica

Dieser Plan sah nämlich vor: Wenn die Leute da sind, sollen sie dann erst einmal zur Halbzeit rausbekommen werden. Ein Chaos hätte sich wohl angebahnt.

Mihai Rotaru, der Eigentümer von Universita Craiova, formulierte das Ziel des Vereins zuvor auch klar und deutlich gegenüber digisport: "Unser Ziel, das Ziel des Sportministers, der Fernsehsender, ist es, die Stadien zu füllen. Lasst uns die Fans in die Stadien bringen", so der Rumäne.

Es gäbe genau drei Möglichkeiten: "Wir spielen mit Zuschauern von 20.15 Uhr bis 21 Uhr und die Zuschauer gehen um 21 Uhr. Eine andere wäre, dass die Regierung den Zuschauern erlaubt, nach 21 Uhr im Stadion zu bleiben, weil das Spiel zwischen 5 Uhr morgens und 21 Uhr abends angepfiffen wird."

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Man könne sich dabei "auf die Tatsache berufen, dass der Start der Veranstaltung vor 21 Uhr lag".

Und Möglichkeit Nummer drei wäre, "dass die Fernsehsender die Spiele nicht später als 19.15 Uhr ansetzen" und dies für die Zeit, in der die Verordnung noch läuft - also noch rund einen Monat.

Schließlich kamen noch vor Anpfiff gute Nachrichten. Die Behörden vor Ort lenkten ein, ließen das Spiel um 20.15 Uhr starten und die Fans durften die 2:3-Heimniederlage für Craiova bis zum Schluss im "Ion Oblemenco" verfolgen.

Titelfoto: IMAGO/sport pictures-Razvan Pasarica

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