Black-Lives-Matter-Kniefall verweigert: Ganzes Fußball-Team bleibt stehen - und begründet es so

Brentford (Großbritannien) - Kein Kniefall mehr! Der FC Brentford, englischer Zweitligist, hat als erster Profi-Klub auf der Insel geschlossen den inzwischen obligatorischen Black-Lives-Matter-Kniefall vor jeder Begegnung ausgesetzt - und damit für Aufsehen gesorgt. Nun äußerte sich der Verein zu Wort.

Seit Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Juni 2020, knien sämtliche Mannschaften des englischen Profi-Fußballs kurz nach Anpfiff um ihre Solidarität zum Ausdruck zu bringen.
Seit Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Juni 2020, knien sämtliche Mannschaften des englischen Profi-Fußballs kurz nach Anpfiff um ihre Solidarität zum Ausdruck zu bringen.  © Tim Keeton/PA Wire/dpa

Der Tod des US-Amerikaners George Floyd (†46) am 25. Mai 2020 zog eine Welle der Solidarität nach sich.

Auch im Fußball solidarisierten sich zahlreiche Kicker. In England wurde es sogar Usus, dass seither alle Vereine nach dem Anpfiff kurz auf die Knie gehen, um ein Zeichen gegen rechts zu setzen.

Der FC Brentford bricht nun mit dieser "Tradition". Beim Heimspiel gegen den FC Barnsley (0:2) blieben die West-Londoner geschlossen stehen und warteten, bis sich die Gäste wieder aufrichteten.

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Im Anschluss erklärte sich der Klub via Social Media.

Brentford glaubt nicht mehr daran, "dass es noch Wirkung hat"

"Wir sind seit Juni vor Spielen auf die Knie gegangen, glauben aber, wie viele unserer Mitspieler in anderen Vereinen, nicht mehr daran, dass dies noch Wirkung hat", heißt es da.

Man möchte nun seine "Zeit und Energie nutzen, um die Rassengleichheit auf andere Weise zu fördern".

Der FC Brentford erklärt seine Entscheidung via Twitter

Das Streben nach Gleichberechtigung stehe zudem "unter dem #BeeTogether-Banner. Wir haben rassistische Beschimpfungen am eigenen Leib erlebt und haben auch einige entsetzliche Kommentare gesehen, die anderen Spielern in der Vergangenheit und Gegenwart gemacht wurden."

Dabei wurde darauf angespielt, dass zuletzt unter anderem Manchester Uniteds Anthony Martial (25) auf den sozialen Medien aufs Übelste rassistisch beleidigt wurde.

"Es gibt eine klare Notwendigkeit, weiterhin auf ein Ende jeglicher Diskriminierung zu drängen, und als Spieler werden wir ein Teil davon sein", so der Verein weiter.

#BlackLivesMatter auf fast der ganzen Welt und stieß gerade im Sport auf viel Unterstützung

Auf nahezu der ganzen Welt gingen nach dem Tod George Floyds Menschen auf die Straße, um für Gleichberechtigung und gegen Rassismus sowie gegen Polizeigewalt ihre Stimmen zu erheben.

Die Black-Lives-Matter-Bewegung war geboren und machte auch vor den internationalen Top-Sport-Ligen nicht Halt.

Titelfoto: Screenshot/Twitter Laurie White

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