Wegen Corona-Krise: Erstligist kündigt neun Spielern fristlos!

Sion (Schweiz) - Chaos beim FC Sion! Der Schweizer Erstligst hat die Verträge von gleich neun Spielern wegen der Coronavirus-Pandemie fristlos gekündigt. 

Auch der Vertrag von Xavier Kouassi (r.) wurde gekündigt. (Archivbild)
Auch der Vertrag von Xavier Kouassi (r.) wurde gekündigt. (Archivbild)  © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Das geht aus einem Bericht der Schweizer Zeitung "Blick" hervor. 

Dem Artikel zufolge müssen sich Johan Djourou (33), Alex Song (33), Kapitän Xavier Kouassi (30), Pajtim Kasami (27), Seydou Doumbia (32), Mickaël Facchinetti (29), Ermir Lenjani (30), Christian Zock (25) und Birama Ndoye (25) allesamt einen neuen Verein suchen - was in der aktuellen Situation rund um das Coronavirus wohl ein Ding der Unmöglichkeit werden dürfte.

Mit Djourou ist also auch ein ehemaliger HSV-Profi betroffen. Song spielte unter anderem beim FC Barcelona, und Doumbia schoss jahrelang massenhaft Tore für den FC Basel und ZSKA Moskau.

Ob die Kündigungen gegen sie und die anderen so ganz mit rechten Dingen zugehen, muss erst noch geklärt werden. 

Denn die Profis sollen erst wenige Stunden zuvor ein Schreiben erhalten haben, in dem sie ankreuzen mussten, ob sie sich für Kurzarbeit mit dem von der Arbeitslosenversicherung vorgesehenen Lohnmaximum von 12.350 Franken einverstanden erklären.

Viele Kicker hätten sich mit ihren Anwälten beraten wollen, doch es wurden Antworten bis Mittwoch, 12 Uhr verlangt.

Johan Djourous Berater sagt: "Was der FC Sion da gemacht hat, ist alles andere als korrekt"!

Sions Präsident Christian Constantin (oben links) kündigte gleich neun Spielern die Verträge. (Archivbild)
Sions Präsident Christian Constantin (oben links) kündigte gleich neun Spielern die Verträge. (Archivbild)  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

In der "Blick" heißt es dazu: '"In dieser kurzen Zeitspanne war es unmöglich, die Sache seriös abzuklären. Und vom Klub war für Nachfragen niemand erreichbar. Was der FC Sion da gemacht hat, ist alles andere als korrekt"', sagt Djourous Agent Costa Bonato. Einige Spieler antworteten deshalb nicht. Andere kreuzten an: '"Ich akzeptiere den Vorschlag nicht."'

Diese chaotische Situation fällt vor allem auf Präsident Christian Constantin zurück, der mit seiner Antwort nun für Schlagzeilen sorgt. 

In dem Schreiben gibt es Erklärungen wie: "Aus guten Gründen", und es sei höhere Gewalt, die wie folgt erklärt wird: "Wir sind all unserer Einkommen beraubt. Es ist uns untersagt, ihnen ihre Arbeitsleistung anzubieten und es ist ihnen untersagt, ihre Leistung zu erbringen."

Natürlich würden sich die Spieler das nicht gefallen lassen. So habe die SAFP, die Swiss Association of Football Players, bereits Protest bei Constantin eingelegt und verdeutlicht, dass höhere Gewalt im Zusammenhang mit der Corona-Krise nicht akzeptabel sei. 

"Wir erwarten, dass diese missbräuchlichen Kündigungen unverzüglich widerrufen werden, und dass eine Diskussion über mögliche Alternativen eröffnet wird", heißt im Schreiben von SAFP-Präsident Lucien Valloni an den FC Sion, ist im "Blick"-Artikel zu lesen. Diese Posse wird wohl noch einige Zeit für Schlagzeilen sorgen.

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Auch der Vertrag von Pajtim Kasami (l.) wurde gekündigt. (Archivbild)
Auch der Vertrag von Pajtim Kasami (l.) wurde gekündigt. (Archivbild)  © Valentin Flauraud/KEYSTONE/dpa

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