Fußballwelt trauert: Jean-Pierre Adams nach 39 Jahren im Koma tot

Nimes (Frankreich) - Seine Geschichte bewegte die Fußballwelt zutiefst! Nun ist Jean-Pierre Adams im Alter von 73 Jahren gestorben.

Zwei Nationalspieler, die in diesem Jahr leider gestorben sind: Jean-Pierre Adams (†73, v.-l.) am 13. Oktober 1973 im Duell mit Deutschlands Sturmlegende Gerd Müller (†75, 2.v.r.).
Zwei Nationalspieler, die in diesem Jahr leider gestorben sind: Jean-Pierre Adams (†73, v.-l.) am 13. Oktober 1973 im Duell mit Deutschlands Sturmlegende Gerd Müller (†75, 2.v.r.).  © imago images/WEREK

Das teilten seine drei früheren Vereine FC Paris Saint-Germain, Olympique Nimes und OGC Nizza am Montag mit. Der 22-fache französische Nationalspieler hatte in den vergangenen rund 39 Jahren aus tragischen Gründen im Koma gelegen.

Im März 1982 hatte er sich im Edouard Herriot Hospital in Lyon einer Routine-Operation unterzogen, die eigentlich nur eine kurze Fußballpause zur Folge haben sollte. Letztlich war es nicht nur sein Karriereende, sondern auch der Abschluss seines bewussten Lebens.

Der Narkosearzt verpasste ihm nämlich versehentlich eine beinahe tödliche Dosis Anästhetikum, weshalb der damals 34-jährige Modellathlet einen Bronchospasmus erlitt. Seinem Gehirn wurde der Sauerstoff entzogen und er fiel ins Koma, aus dem er nie wieder erwachte.

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Immer wieder berichteten die Medien über seine tapfere Frau Bernadette, die sich einen Funken Resthoffnung bewahrte und daran glaubte, dass Jean-Pierre doch nochmal ganz bei sich sein und die zwei gemeinsamen Kinder sehen würde. Dazu ist es nun leider nicht mehr gekommen. Adams starb in einem Vorort von Nimes. Die Fußballwelt wird sich aufgrund seines Schicksals, aber auch seiner sportlichen Qualitäten immer an den talentierten Innenverteidiger erinnern.

Er wurde in Dakar (Senegal) geboren und kam mit acht Jahren nach Frankreich. Nachdem er zweimal im Finale der französischen Amateurmeisterschaft gestanden hatte, wurde er von Olympique Nimes entdeckt und prägte bei den "Krokodilen" die goldene Ära zwischen 1970 und 1973 entscheidend mit. Adams bekam in dieser Zeit auch den vielsagenden Spitznamen "The Black Rock" verpasst.

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Jean-Pierre Adams spielte mit Frankreich zweimal gegen die DDR und einmal gegen West-Deutschland

Hans-Jürgen Kreische (74, l.) und Joachim Streich (70) trafen Mitte der 1970er Jahre mit der DDR auf Frankreich um Jean-Pierre Adams (†73).
Hans-Jürgen Kreische (74, l.) und Joachim Streich (70) trafen Mitte der 1970er Jahre mit der DDR auf Frankreich um Jean-Pierre Adams (†73).  © Lutz Hentschel

Von 1973 bis 1977 lief er dann für Nizza auf, danach noch zwei Jahre für den FC Paris Saint-Germain. Zudem bildete er in der Equipe Tricolore zwischen 1972 und 1976 ein herausragendes Abwehr-Duo mit Marius Tresor (71), das der damalige Nationalcoach Stefan Kovacs "The Black Guard" taufte. Trotz der beiden blieben die großen Erfolge jedoch aus.

Auch etwas ältere deutsche Fußballfans könnten sich an Adams erinnern. Er maß sich gleich dreimal mit dem damals zweigeteilten Deutschland. Gegen den Westen um Doppelpacker Gerd Müller (†75) und Libero Franz Beckenbauer (75) unterlag Frankreich am 13. Oktober 1973 mit 1:2.

Gegen die DDR holte Frankreich vor heimischer Kulisse am 16. November 1974 in der EM-Qualifikation trotz eines 0:2-Rückstands nach Toren von Hans-Jürgen Kreische (74) und Jürgen Sparwasser (73) durch zwei Buden kurz vor Schluss noch ein 2:2.

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Das Rückspiel in Leipzig gewann die DDR um Hans-Jürgen "Dixie" Dörner (70) jedoch dank der Treffer von Joachim Streich (70) und Eberhard Vogel (78) mit 2:1.

Sein letztes Länderspiel absolvierte Adams dann schließlich am 1. September 1976 bei einem 1:1 im Testspiel gegen Dänemark - wieder zusammen mit Tresor. Seine letzten beiden Vereine hießen FC Mulhouse und FC Chalon, ehe er abrupt aus seinem gewohnten Leben gerissen wurde. Ruhe in Frieden, Legende.

Titelfoto: imago images/WEREK

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