Klopp kontert Wenger-Kritik an Ex-Bayern-Star Thiago mit deutlichen Worten: "Bullshit"!

Liverpool - Vier Liga-Niederlagen in Folge, Kritik von allen Seiten: Jürgen Klopp (53) und der FC Liverpool stehen unter Beschuss. Dennoch stellt sich der Coach weiterhin vor seine Mannschaft und verteidigt Thiago Alcantara gegen die Aussagen von Arsene Wenger (71), der gesagt hatte, dass der Ex-Star des FC Bayern München die Balance im zentralen Mittelfeld "zerstören" würde.

Handshake mit Thiago Alcantara (29, r.): Jürgen Klopp (53) stellt sich vor seinen Schützling.
Handshake mit Thiago Alcantara (29, r.): Jürgen Klopp (53) stellt sich vor seinen Schützling.  © Matt Dunham/PA Wire/dpa

Bereits im Vorfeld des Derbys gegen den FC Everton (0:2) stellte "Kloppo" bei Sky klar: "Das ist nur die öffentliche Wahrnehmung: 'Oh, Thiago ist auf dem Feld und wir performen nicht mehr so gut'. Diese Dinge sind Bullshit, das muss ich so klar sagen. Sie sind einfach nicht richtig."

Er sei erst spät in Liverpool angekommen, wurde erst am 18. September verpflichtet: "Dann hatte er Covid, verletzte sich und musste sich immer noch an das neue Team anpassen. An eine Mannschaft, die auch nicht gerade ohne Probleme unterwegs war", erklärte der deutsche Trainer.

Vor allem die Personalsituation ist weiterhin extrem angespannt. Immer wieder musste Klopp wichtige Defensivstützen ersetzen und seine Elf umbauen, was natürlich irgendwann nicht mehr zu kompensieren war und natürlich auch Auswirkungen auf Thiago hatte: "Das war sehr unglücklich für ihn. Aber er hatte einige außergewöhnliche Spiele und außergewöhnliche Momente auf dem Platz. Er wird sehr respektiert im Team."

Klar ist für Klopp: "Wir können hier alle besser Fußball spielen. Daran gibt es keinen Zweifel." Doch momentan hat Liverpool einfach auch extrem viel Pech. Virgil van Dijk (29; Kreuzbandanriss), Joe Gomez (23; Patellasehne) und Joel Matip (29; Knöchel) fehlen wohl bis zum Saisonende. Sie sind eigentlich die drei Innenverteidiger, die die beiden Stammplätze auf dieser Position unter sich ausmachen.

Jürgen Klopp und den FC Liverpool plagen große Personalsorgen in der Defensive

Jürgen Klopp (53) durchlebt momentan seine sportlich schwierigste Phase beim FC Liverpool.
Jürgen Klopp (53) durchlebt momentan seine sportlich schwierigste Phase beim FC Liverpool.  © Marton Monus/dpa

Deshalb sind sie alle eigentlich nicht zu ersetzen. Zu allem Überfluss kommen auch noch die beiden Sechser Fabinho (27; Muskelverletzung) und Kapitän Jordan Henderson (30, musste gegen Everton verletzt ausgewechselt werden) hinzu, die zuletzt im Abwehrzentrum aushalfen. Sie verschärfen die Sorgen der völlig überspielten Reds zusätzlich.

Mit Naby Keita (26, Knöchelverletzung) und Diogo Jota (24, Knieprellung) fallen aktuell sogar noch zwei weitere Akteure aus. Daher ist es wenig verwunderlich, dass sich dieser Aderlass auch in den Ergebnissen niederschlägt und Liverpool erstmals seit 1923 (!) vier Premier-League-Heimspiele in Folge an der sonstigen Festung Anfield Road verloren hat.

Das liegt auch daran, dass sich die neuen Spieler wie Ozan Kabak (20, kam in der Winterpause vom FC Schalke 04) erstmal an den neuen Stil gewöhnen müssen. Er kann aufgrund der Personalsituation aber nicht in Ruhe herangeführt werden. So ist der türkische Nationalspieler im Abwehrzentrum direkt gesetzt.

Auch Thiago muss sich noch immer auf die andere Fußballidee der Reds - im Vergleich zu den Bayern - umstellen: "Sie spielen einen anderen Stil in einer anderen Liga. Sie waren in der Bundesliga sehr viel dominanter als es ein Team in der Premier League je sein könnte. Das ist also alles anders, aber zum Glück sind wir hier schlau genug, die Situation korrekt einschätzen zu können."

Titelfoto: Marton Monus/dpa

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