Trotz Corona-Krise: Englische Fußball-Profis lehnen Gehaltskürzungen ab!

London - Nicht gerade solidarisch! Anders als in Deutschland, Spanien und Italien haben sich die englischen Fußball-Profis in der Corona-Krise immer noch nicht zu Gehaltskürzungen bekannt.

Gordon Taylor, Hauptgeschäftsführer der Spielergewerkschaft PFA, meint, dass Vereine die Spieler weiter bezahlen sollen, wenn sie es sich leisten können.
Gordon Taylor, Hauptgeschäftsführer der Spielergewerkschaft PFA, meint, dass Vereine die Spieler weiter bezahlen sollen, wenn sie es sich leisten können.  © Steven Paston/PA Wire/dpa

"Wir sind uns der öffentlichen Meinung bewusst, dass die Spieler die Gehälter von nicht spielenden Mitarbeitern zahlen sollten", teilte die Spielergewerkschaft PFA mit. 

"Unsere derzeitige Position ist jedoch, dass Vereine - wenn sie es sich leisten können, ihre Spieler und Mitarbeiter zu bezahlen - dies tun sollten."

Am Donnerstagabend waren Gespräche mit der Premier League über dieses Thema ergebnislos beendet worden.

Der Vorwurf der PFA: während die Spieler auf Gelder verzichten sollen, würden die Anteilseigner der Klubs verlustfrei durch die Krise kommen und als Einzige von dem Verzicht profitieren. 

"In den Fällen, in denen die Vereine genügend Mittel haben, ihre Mitarbeiter zu bezahlen, wird die Maßnahme von Spielern, die Gehälter der nicht spielenden Mitarbeiter zu übernehmen, nur den Shareholdern zugutekommen."

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hatte die Premier-League-Spieler aufgefordert, Gehaltskürzungen zuzustimmen. In der Bundesliga sowie in Spanien und Italien verzichten viele Spieler auf Teile ihres Gehaltes.

Gehaltsverzicht der Premier-League-Profis soll weiter diskutiert werden

Überall, wie hier im Etihad Stadium von Manchester City, ruht der Fußball.
Überall, wie hier im Etihad Stadium von Manchester City, ruht der Fußball.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Zuvor war bekannt geworden, dass die 550 Mitarbeiter des Champions-League-Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur im April und Mai auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichten müssen.

Derweil haben die Trainer Eddie Howe vom AFC Bournemouth und Graham Potter von Brighton & Hove Albion beschlossen, freiwillig auf Teile ihres Gehalts zu verzichten.

Das Thema sollte am Freitag von den 20 Premier-League-Klubs diskutiert werden. Nach Informationen des britischen Senders "Sky Sport News" gibt es den Vorschlag, dass Spieler vorerst auf bis zu 25 Prozent ihres Gehalts verzichten.

Das Geld könnten sie komplett oder teilweise erstattet bekommen, wenn die Premier League vor Publikum oder hinter verschlossenen Türen fortgesetzt wird.

Der Spielbetrieb in England ist vorerst bis zum 30. April unterbrochen. Die Unsicherheit darüber, wann und ob die Saison fortgesetzt werden kann, führt mittlerweile bei einigen Teilnehmern zu kuriosen Einfällen.

Wie das Onlinemagazin "The Athletic" berichtete, soll ein Klub vorgeschlagen haben, die Spielzeit im Ausland zu beenden.

Wird die Premier League in China zu Ende gespielt?

Ob und wann die Premier League fortgesetzt werden kann, steht noch in den Sternen.
Ob und wann die Premier League fortgesetzt werden kann, steht noch in den Sternen.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Als möglicher Austragungsort gelte demnach China, weil sich das Land, in dem der Virus ausbrach, schon wieder von der Coronavirus-Pandemie erhole.

Welcher Verein den ungewöhnlichen Schritt vorschlug, war zunächst nicht bekannt. Dass es tatsächlich dazu kommt, gilt aber als sehr unwahrscheinlich.

"Das macht einfach keinen Sinn", zitierte das Magazin den Boss eines Premier-League-Vereins, der anonym blieb. 

"Es ist eine verrückte Idee und ich bin mir sicher, dass sie abgelehnt wird. Wenn wir die Premier League jetzt in einen anderen Teil der Welt verlegen, werden wir in Stücke gerissen."

Zuvor hatten britische Medien von Überlegungen berichtet, die Fußball-Saison in England im Sommer an ausgewählten Orten ohne Publikum zu Ende zu spielen.

Alle verbleibenden Partien würden live im Fernsehen übertragen. Ähnlich wie bei einer Weltmeisterschaft würden Mannschaften, Trainer und Mitarbeiter jedes Klubs für zwei Monate ein eigenes Teamquartier beziehen, das von der Außenwelt isoliert ist, um die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 soweit wie möglich zu minimieren.

Titelfoto: Martin Rickett/PA Wire/dpa

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