Keine arabische Kleidung im Stadion? Dieser Klub hat eine kuriose Bitte an die Fans

Newcastle - Erst Übernahme, jetzt Dresscode? Der Premier-League-Verein Newcastle United äußerte nach dem Aufkauf durch ein saudischen Konsortium ein skurriles Anliegen und möchte seine Fans zu einer sensiblen Kleiderordnung bewegen.

Am 7. Oktober feierte die "Toon Army" von Newcastle vor dem St. James' Park die neuen Besitzverhältnisse ihres Teams.
Am 7. Oktober feierte die "Toon Army" von Newcastle vor dem St. James' Park die neuen Besitzverhältnisse ihres Teams.  © Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Die neureiche Mannschaft aus dem Nordosten Englands hat seine Anhänger gebeten, im Stadion keine imitierte arabische Garderobe mehr zu tragen.

Es geht darum, "das Tragen von traditionell arabischer Kleidung oder Kopfbedeckungen, die durch den Nahen Osten inspiriert sind, bei Spielen zu unterlassen, sofern sie diese nicht gewöhnlich tragen", wie die "Magpies" ("Die Elstern") am Mittwoch mitteilten.

Einige Zuschauer hätten im Stadion zuletzt arabisch inspirierte Kopfbedeckungen oder Gewänder getragen. Dies könne "kulturell unangemessen" sein und Menschen könnten sich davon angegriffen fühlen. Bei den neuen Eigentümern des Vereins sei das jedoch nicht der Fall gewesen.

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Die "Toon Army", wie die Fans von Newcastle auch genannt werden, zelebrierten den Kauf und die neuen, finanzstarken Eigner des Klubs.

Jahrelang litt man am Fluss Tyne unter der Führung von Geschäftsmann Mike Ashley (57). Die Fußballbegeisterten nahe der schottischen Grenze erhoffen sich nun endlich sportlichen Erfolg und fähiges Personal.

Newcastle United bittet seine Anhänger, das Tragen arabischer Kleidung zu unterlassen.

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Schnell wollten die Fans ihre Unterstützung durch den arabischen Kleidungsstil ausdrücken, doch der Verein warnt vor kultureller Aneignung und Beleidigung.
Schnell wollten die Fans ihre Unterstützung durch den arabischen Kleidungsstil ausdrücken, doch der Verein warnt vor kultureller Aneignung und Beleidigung.  © Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Die Premier League hatte der Übernahme von Newcastle United durch ein Konsortium mit saudischer Beteiligung zugestimmt, da der Club aus ihrer Sicht damit nicht unter der Kontrolle Saudi-Arabiens steht.

Der öffentliche Investmentfonds des Landes soll 80 Prozent am Konsortium halten und ist nun Mehrheitseigner des Vereins. Zudem ist der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (36), dem schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, der einflussreichste Mann des Fonds.

Weil der Fonds aber als "vom Staat getrennt" betrachtet wird, war eine Übernahme aus Liga-Sicht zulässig.

Titelfoto: Montage: Owen Humphreys/PA Wire/dpa, Owen Humphreys/PA Wire/dpa

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