Klare Kante gegenüber Putin: Ex-Bundesliga-Trainer Gisdol tritt in Moskau zurück

Moskau - Der ehemalige Bundesliga-Trainer Markus Gisdol (52) ist nicht länger Chefcoach von Lok Moskau. Der russische Klub gab am Dienstagvormittag die Trennung bekannt. Gegenüber Bild äußerte sich Gisdol exklusiv zu den Beweggründen.

Markus Gisdol (52) ist nicht länger Trainer von Lok Moskau.
Markus Gisdol (52) ist nicht länger Trainer von Lok Moskau.  © Hannah Wagner/dpa

"Fußballtrainer ist für mich der schönste Job der Welt. Ich kann meiner Berufung aber nicht in einem Land nachgehen, dessen Staatsführer einen Angriffskrieg mitten in Europa verantwortet. Das geht mit meinen Werten nicht überein", meinte der 52-Jährige über seinen Rücktritt.

Zugleich bezog Gisdol deutlich Stellung gegenüber Wladimir Putin (69): "Ich kann nicht in Moskau auf dem Trainingsplatz stehen, die Spieler trainieren, Professionalität einfordern und ein paar Kilometer weiter werden Befehle erteilt, die großes Leid über ein gesamtes Volk bringen. Das ist meine persönliche Entscheidung und hiervon bin ich absolut überzeugt."

Im Oktober 2021 war Gisdol von Ralf Rangnick (63) nach Russland geholt worden.

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Seine Bilanz nach fünf Monaten Amtszeit wird durch das Ausscheiden in der Europa-League-Gruppenphase getrübt.

Marvin Compper wird bei Lokomotive Moskau Nachfolger von Markus Gisdol

Dort hatte Moskau allerdings mit Galatasary Istanbul, Lazio Rom und Olympique Marseille echte Brocken erwischt. Zuvor war der 52-Jährige von 2019 bis 2021 beim 1. FC Köln tätig. Weil ihm der Klassenerhalt mit den Kölnern nicht mehr zugetraut wurde, musste Gisdol in der Domstadt wenige Spieltage vor Saisonende gehen.

Seinem Nachfolger Friedhelm Funkel (68) gelang über die Relegation gegen Holstein Kiel der Ligaverbleib.

Bei Lok Moskau wird Gisdol interimsweise von seinem ehemaligen Spielanalysten Marvin Compper (35) beerbt. In der russischen Premjer-Liga belegt der Verein nach 19 Spieltagen mit 28 Zählern den siebten Tabellenplatz, hat jedoch noch ein Spiel weniger auf der Habenseite.

Titelfoto: Hannah Wagner/dpa

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