Morddrohungen vor dem Conference-League-Finale: Polizei leitet Ermittlungen ein

Tirana (Albanien) - Diese geschmacklosen Plakate könnten nun Folgen haben! Nach üblen Beschimpfungen niederländischer Fans vor dem Finale der Europa Conference League in der albanischen Hauptstadt Tirana hat die Polizei in Rotterdam Ermittlungen aufgenommen.

Auch im Stadion ging es ordentlich zur Sache, laut der Polizei wurden die Plakate aber wohl nicht in der Arena aufgehängt.
Auch im Stadion ging es ordentlich zur Sache, laut der Polizei wurden die Plakate aber wohl nicht in der Arena aufgehängt.  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Mutmaßliche Mitglieder der Hooligangruppe "Rotterdamse Jongeren Kern" hatten vor der 0:1-Niederlage von Feyenoord Rotterdam gegen die AS Rom am Mittwochabend Spruchbänder mit homophoben, frauenfeindlichen und extremistischen Texten präsentiert, wie die niederländische Zeitung NRC berichtete.

Auf den Transparenten, die anschließend im Netz die Runde machten, wurden Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb (60), dessen Tochter und LGBTI-Aktivist Paul van Dorst (34), Initiator der Fanvereinigung "Roze Kameraden", mit dem Tod gedroht.

Außerdem verherrlichten die bislang nicht identifizierten Anhänger auch Adolf Hitler. "Eine ernsthafte Bedrohung für 'Roze Kameraden' und ein Angriff auf die LGBTI+-Gemeinschaft", schrieb Rotterdam-Stadtrat Co Engberts auf Twitter zu den Fotos.

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Ein Sprecher des niederländischen Finalteilnehmers verurteilte die Bilder als "widerlich", betonte aber zugleich, dass der Klub bei der Aufklärung Hilfe benötige.

"Obwohl es den Namen des Vereins beschädigt und wir darüber sehr enttäuscht sind, ist klar, dass Feyenoord dieses soziale Problem nicht lösen kann, und auf jeden Fall nicht allein", hieß es in dem Statement.

Mutmaßliche Mitglieder von "Rotterdamse Jongeren Kern" zeigten Spruchbänder mit Morddrohungen

Die Hooligans von Feyenoord Rotterdam sind seit längerem ein Problemfall

Die Polizei ermittelt nun gegen mehrere mutmaßliche Anhänger von Feyenoord Rotterdam.
Die Polizei ermittelt nun gegen mehrere mutmaßliche Anhänger von Feyenoord Rotterdam.  © Jeroen Putmans / ANP / AFP

Es war nicht das erste Mal, dass die als "RJK" bekannte Hooligan-Gruppierung mit Drohungen auf sich aufmerksam machte.

In der Vergangenheit beschmierten Mitglieder der etwa 150 Personen umfassenden Vereinigung bereits die Eingangstür des Fitnessstudios von van Dorst mit homophoben Parolen und hinterließen ihr Kürzel.

Außerdem trat der ehemalige Tennisprofi Mark Koevermans (54) im Oktober 2021 als Marketing-Direktor des Traditionsklubs zurück, nachdem die Scheiben seines Wohnhauses eingeschlagen wurden.

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Auch bei Corona-Protesten im November 2021 fielen die Feyenoord-Hooligans negativ auf. Bürgermeister Aboutaleb sprach damals von einer "Orgie der Gewalt".

Titelfoto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

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