Nach 1076 Spielen in Serie: Fußball-Edelfan stirbt an Coronavirus

London (Großbritannien) - Wenn es um Charlton Athletic ging, dann führte 22 Jahre kein Weg an Seb Lewis vorbei. Doch jetzt ist der Edelfan unerwartet gestorben.

Seb Lewis war ein wahrer Fan.
Seb Lewis war ein wahrer Fan.  © Screenshot/Twitter/AwayDays_

Jeder leidenschaftliche Dauerkartenbesitzer und Auswärtsfahrer kennt sie, die ewigen Reibereien und Diskussionen innerhalb der eigenen Familie.

Warum ist ein scheinbar belangloses Spiel des eigenen Teams auf der anderen Seite von Deutschland wichtiger als der ungerade Geburtstag der Großtante oder der berühmte Kaffee bei der Schwiegermutter?

Während die meisten Fans aus Liebe zum Familienfrieden hier und da mal abwiegeln, ordnete der Brite Seb Lewis alles in seinem Leben bedingungslos dem Fußball unter.

Seit Februar des Jahres 1998 verpasste der glühende Fan von Charlton Athletic kein einziges Spiel der Londoner mehr.

In diesem völlig absurd klingenden 22-jährigen Zeitraum sah Lewis insgesamt 1076 Spiele in Liga (Premier League bis League One) und Pokal - am Stück!

Doch am Donnerstag dann der Schock. Wie der Verein mitteilte, ist Lewis mit nur 38 Jahren gestorben. Medien berichteten später, dass er zuvor am neuartigen Coronavirus erkrankt war.

Alle bei Charlton Athletic "am Boden" zerstört

Mit Fanartikeln in ihren Fenstern gedenken Anhänger des Charlton Athletic FC Seb Lewis.
Mit Fanartikeln in ihren Fenstern gedenken Anhänger des Charlton Athletic FC Seb Lewis.  © Screenshot/Twitter/Headcorn112

In einem ersten emotionalen Statement schrieb der 22. der englischen Championship (2. Liga):

"Wir sind wirklich am Boden zerstört, dass einer der engagiertesten, loyalsten und beliebtesten Unterstützer Charltons, Seb Lewis, im Alter von nur 38 Jahren verstorben ist. [...] Die Gedanken aller im Club sind in dieser sehr schwierigen Zeit bei Sebs Familie. Vielen Dank an Seb für Ihre Treue und Ihr Engagement für Charlton. Das 'Valley' und jedes Ziel im gesamten Land werden ohne Dich nicht mehr dasselbe sein."

Und sein Vater Lionel ergänzte: "Ich habe ihn 1993 zu seinem ersten Spiel im 'Valley' mitgenommen. Charlton gewann mit 5:1 und er war unglaublich aufgeregt und wollte mehr. [...] Er hat nie gesagt, wohin er geht, er ist einfach gegangen."

Um Seb zu gedenken und zugleich auf die Gefahren des Virus hinzuweisen, haben Fans auf Twitter eine Kampagne gestartet. Unter dem #StayHomeForSeb posten sie Bilder von Fahnen, Schals und anderen Fanartikeln in ihren Fenstern.

Ruhe in Frieden, Du wahrer Fan!

Alle weiteren Infos findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Titelfoto: Screenshot/Twitter/AwayDays_

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