PSG-Sensationskader! Sehen wir in dieser Saison die neuen Galaktischen?

Paris - Am Dienstagabend gegen 22.15 Uhr war die Sensation perfekt! Lionel Messi (34) wurde als Spieler bei Paris Saint-Germain offiziell vorgestellt, nachdem die Gerüchteküche den sich anbahnenden Transfer schon längst prophezeit hatte. Zuvor musste der argentinische Superstar den FC Barcelona gegen Willen von Verein und Spieler verlassen.

Der argentinische Superstar trägt in Paris die Nummer 30: PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi (47, l.) posierte mit Lionel Messi (34) bei dessen Vorstellung.
Der argentinische Superstar trägt in Paris die Nummer 30: PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi (47, l.) posierte mit Lionel Messi (34) bei dessen Vorstellung.  © Francois Mori/AP/dpa

Der Dribbelkünstler komplettiert damit einen PSG-Kader, der stark an Real Madrid bzw. die Galaktischen aus dem Jahr 2003 erinnert. Doch reichen die vielen Weltklasse-Leute, um Erfolge zu feiern?

Paris hat in der aktuellen Transferperiode satte 265 Millionen Euro Marktwert dazu geholt, aber lediglich 76 Millionen Euro Ablöse bezahlt.

Viele neue Top-Kicker kamen ablösefrei in die Hauptstadt Frankreichs, darunter nicht nur Messi, sondern auch überragende Akteure wie Sergio Ramos (35, Real Madrid), Gianluigi Donnarumma (22, AC Mailand) oder Georginio Wijnaldum (30, FC Liverpool).

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Was für erstklassige Verpflichtungen!

Wirft man nun einen Blick in die Glaskugel und wagt Prognosen bezüglich der möglichen Aufstellung von Mauricio Pochettinos (49) Mannschaft, so läuft wohl jedem Fußballliebhaber das Wasser im Mund zusammen.

Gianluigi Donnarumma ist bei PSG die Nummer eins, Keylor Navas und Sergio Rico die Herausforderer

Gianluigi Donnarumma (22, l.) ist die Nummer eins. In zweiter Reihe wartet Keylor Navas (34).
Gianluigi Donnarumma (22, l.) ist die Nummer eins. In zweiter Reihe wartet Keylor Navas (34).  © Sebastien Muylaert/Carl Recine/Pool Reuters/AP/dpa

Im Tor werden die Pariser auf Neuzugang Donnarumma setzen. Der frisch gebackene italienische Europameister wechselte ablösefrei vom AC Mailand zum französischen Spitzenklub und stellt eine große Verstärkung dar.

In zweiter Reihe wird Keylor Navas (34) mit den Hufen scharren und Donnarumma unter Druck setzen. Zwar hat der erfahrene Nationalkeeper (93 Einsätze) Costa Ricas wahrscheinlich keine Chance auf einen Stammplatz, sollte Donnarumma ansatzweise sein Top-Niveau auf den Platz bringen.

Doch für den Fall der Fälle steht der frühere Real-Schlussmann dann bereit.

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Die Frage nach dem dritten Keeper, der möglicherweise in einigen Pokalspielen zum Einsatz kommen wird, ist noch ungewiss.

Favorit ist Sergio Rico (27), der aktuell mit einem Wechsel zu Besiktas Istanbul in Verbindung gebracht wird. So könnte Alexandre Letellier (30) diese Rolle einnehmen.

Sergio Ramos fehlt erstmal verletzt, Neuzugang Achraf Hakimi ist bei PSG als Rechtsverteidiger gesetzt

Die beiden Neuzugänge! Sergio Ramos (34, l.) ist derzeit verletzt, während Achraf Hakimi auf der rechten Seite gesetzt ist.
Die beiden Neuzugänge! Sergio Ramos (34, l.) ist derzeit verletzt, während Achraf Hakimi auf der rechten Seite gesetzt ist.  © Bernat Armangue/AP/Michel Euler/AP/dpa

Auch die Pariser Abwehr dürfte in dieser Saison schwer zu knacken sein. Mit Ramos hat man den Kapitän von Real Madrid und einen der stärksten Innenverteidiger weltweit verpflichtet - trotz seines fortgeschrittenen Alters.

Er wird im Normalfall gemeinsam mit Presnel Kimpembe (25) oder Marquinhos (25) die Innenverteidigung zusammenhalten.

Aufgrund einer Wadenverletzung von Ramos wird wohl dieses Duo in den wichtigen Begegnungen auflaufen. Thilo Kehrer (24) und der frühere Dortmunder Abdou Diallo (25) sind eher Back-Ups, wobei der deutsche Nationalspieler auch Hakimi auf der rechten Seite entlasten könnte.

Der frühere BVB-Flügelflitzer kam für 60 Millionen Euro Ablöse von Inter Mailand und überragt mit seiner Dynamik und Torgefahr.

Auf der anderen Defensivseite wäre normalerweise Juan Bernat (28) die Nummer eins.

Der einstige Profi des FC Bayern München laboriert allerdings noch an einem Kreuzbandriss. Wann er zurückkommt, ist ungewiss. Daher wird es auf einen Kampf zwischen Diallo und Layvin Kurzawa (28) hinauslaufen, wobei Diallo hier die Nase leicht vorne hat, sofern er nicht zentral agiert.

Überragende Besetzung im defensiven Mittelfeld, vorn hofft Julian Draxler auf Einsätze

Julian Draxler (27, l.) und Thilo Kehrer (24) werden es schwer haben, sich bei PSG zu behaupten, dürften aber trotzdem auf ihre Spiele kommen.
Julian Draxler (27, l.) und Thilo Kehrer (24) werden es schwer haben, sich bei PSG zu behaupten, dürften aber trotzdem auf ihre Spiele kommen.  © Francois Mori/AP/Francois Mori/AP/dpa

Das defensive Mittelfeld strotzt vor Weltklasse! Neuzugang Wijnaldum, Marco Verratti (28) und Leandro Paredes (27) stehen für allerhöchste Qualität.

Nicht außer Acht lassen sollte man Ander Herrera (31), Danilo Pereira (29, Neuzugang vom FC Porto), Rafinha (28) und Idrissa Gueye (31), die hier allesamt spielen. Das gilt auch für Marquinhos.

Sie alle werden über die Saison verteilt - je nach Gegner und Personallage - zum Einsatz kommen.

Der zweite deutsche Spieler in Pochettinos Kader kann sich aufgrund der vielen Partien in verschiedenen Wettbewerben und der damit verbundenen Rotation Hoffnung auf Einsätze machen.

Julian Draxler (27), der seinen Vertrag vor wenigen Monaten verlängert hat und in seine sechste Saison geht, wird auch in dieser Spielzeit wieder auflaufen.

Egal, ob als Joker oder von Beginn an.

Brillieren die PSG-Diamanten Lionel Messi, Neymar und Kylian Mbappe im Sturm?

Bei diesem Trio bekommen wohl viele Fußballfans leuchtende Augen: Kylian Mbappe (22, l.), Lionel Messi (34, M.) und Neymar (29).
Bei diesem Trio bekommen wohl viele Fußballfans leuchtende Augen: Kylian Mbappe (22, l.), Lionel Messi (34, M.) und Neymar (29).  © Christian Charisius/Christophe Ena/AP/Thibault Camus/AP/dpa

Der Sturm wird die Fußballfans mit Magie wohl regelmäßig in Ekstase versetzen. Neymar (29), Kylian Mbappé (22) und Messi werden das Angriffsgeschehen der Pariser voraussichtlich dominieren.

Laufen sie gemeinsam auf, werden die drei Starspieler positionsmäßig regelmäßig rotieren und ihre Gegner damit vor große Probleme stellen. Interessant wird zu sehen sein, ob Mbappé bleiben oder den Verein verlassen und zu Real Madrid wechseln wird.

Zuletzt gab es immer mehr Gerüchte, dass der französische Weltmeister von 2018 seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte.

Für PSG ist jetzt allerdings die letzte Chance eine Ablösesumme zu kassieren. Anderenfalls kann er den Klub im kommenden Sommer nach Ablauf seines Kontrakts verlassen.

Vielleicht regt der Wechsel von Messi den Franzosen zum Nachdenken an. Doch auch ohne ihn stehen mit Mauro Icardi (28) und Arnaud Kalimuendo (19) zwei etatmäßige und gute Mittelstürmer im Kader, die auch im Laufe der Saison zum Einsatz kommen dürften.

Zu allem Weltklasse-Überfluss hat Pochettino mit Angel Di Maria (33) und Pablo Sarabia (29) zwei weitere hochklassige Offensivwirbler in der Hinterhand. Beide haben sehr starke Konkurrenten, werden aber aufgrund der hohen Belastung und ihre Qualitäten aber auch ihre Spielzeit bekommen.

PSG-Trainer Mauricio Pochettino soll aus Weltklasse-Einzelspielern eine echte Einheit formen

PSG-Coach Mauricio Pochettino (49) steht in Paris vor einer durchaus schweren Aufgabe. Er muss aus all den Superstars eine schlagkräftige Mannschaft formen.
PSG-Coach Mauricio Pochettino (49) steht in Paris vor einer durchaus schweren Aufgabe. Er muss aus all den Superstars eine schlagkräftige Mannschaft formen.  © Francois Mori/AP/dpa

Bei all diesen Spielern gibt es eigentlich nur eine große Frage.

Reichen die großen Namen aus, um Titel zu gewinnen und Erfolge zu feiern? Definitiv nein!

Hier kommt es auf Pochettino an, der es schaffen muss, aus einem Kader voll großer Persönlichkeiten eine homogene Mannschaft zu formen.

Dieses Team sollte in der Lage sein, auch in schwierigen Phasen der Saison geschlossen als echte Einheit aufzutreten. Dabei müssen die vielen Stars ihr persönliches Ego hinten anstellen.

Sollte das gelingen, ist es die große Chance für PSG, eine unvergessliche Mannschaft auf die Beine zu stellen, die die Galaktischen von Real Madrid aus dem Jahr 2003 in den Schatten stellt und die Champions League gewinnt.

Denn eigentlich können sie sich nur noch selbst schlagen.

Titelfoto: Christian Charisius/Christophe Ena/AP/Thibault Camus/AP/dpa

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