RB Leipzigs Mintzlaff und Ex-Co-Trainer Klauß zur Super League: "Total beknackte Idee"

Nürnberg/Leipzig - Robert Klauß (36), Trainer des Zweitligisten 1. FC Nürnberg, hat die Super-League-Pläne einiger europäischer Topklubs als "Vollkatastrophe" für den Fußball kritisiert.

Nürnbergs Trainer Robert Klauß (36) hat eine klare Meinung zur Idee einer Super League. (Archivbild)
Nürnbergs Trainer Robert Klauß (36) hat eine klare Meinung zur Idee einer Super League. (Archivbild)  © Uwe Anspach/dpa

Der 36-Jährige begründete seine Ablehnung am Montag bei einer Video-Pressekonferenz vor dem Zweitligaspiel gegen Erzgebirge Aue vor allem aus der Sicht als Fan. Die Pläne der Großvereine seien aber auch verheerend für die kleineren Klubs – gerade in der Corona-Pandemie.

"Ich finde, das ist eine total beknackte Idee", sagte Klauß. "Wir haben diese Super League ja schon im Sinne der Champions League. Diese Mannschaften spielen ab dem Achtelfinale, Viertelfinale jedes Jahr gegeneinander – ohne Ausnahme. Da gibt es vielleicht mal eine oder zwei Mannschaften, die da mal reinrutschen. In der Champions League wird doch jedes Jahr schon der Sieger der Super-Mannschaften in Europa gekürt."

Angesichts der finanziellen Probleme aller Vereine wegen Corona mit Spielen ohne Zuschauer empört sich Klauß über den Vorstoß der zwölf Teams aus England, Spanien und Italien.

"Gerade jetzt, in der aktuellen Phase, wo die kleinen Vereine Probleme haben, schauen die großen Vereine, dass sie noch mehr Geld generieren. Das ist ja Wahnsinn!"

Topklubs wie der FC Liverpool oder Real Madrid litten im Verhältnis gesehen am wenigsten unter der Pandemie, weil sie immer noch große Einnahmen etwa durch Fernsehen, Champions League, Merchandising hätten, bemerkte der Nürnberger Coach.

Seit dem vergangenen Sommer steht Klauß an der Seitenlinie bei den Nürnbergern. Nach seiner aktiven Karriere als Spieler war er zunächst Jugendtrainer, von 2018 bis 2020 dann Co-Trainer bei den Profis von RB Leipzig.

UPDATE, 15.10 Uhr: Auch Leipzig-Boss Mintzlaff lehnt Super League ab

Auch RB-Boss Oliver Mintzlaff (45) hält nicht viel von den Plänen für die Super League. (Archivbild)
Auch RB-Boss Oliver Mintzlaff (45) hält nicht viel von den Plänen für die Super League. (Archivbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

RB Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (45) hat die Pläne zur Gründung einer Super League ebenfalls kritisiert. "Wir sind Verfechter des sportlichen Wettbewerbs", sagte der Chef des Fußball-Bundesligisten am Montag. "Und der sportliche Wettbewerb im Profifußball sieht vor, dass man in der nationalen Liga darum kämpft, einen Tabellenplatz zu erzielen, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt."

Die Pläne zur Gründung einer Super League lehne man ab.

Das Vorhaben von zwölf europäischen Top-Klubs zur Gründung einer Super League stieß am Montag bei vielen Fans, Spielern, Ex-Profis und Politikern auf massive Kritik.

Titelfoto: Bildmontage / Uwe Anspach/dpa / Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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