Real Madrid in Finanz-Nöten? Bosse schlagen Alarm: Keine Transfers und weniger Gehalt

Madrid - Der amtierende spanische Meister Real Madrid scheint in finanziell äußerst schwierigen Gewässern zu treiben. Die Bosse schlagen hinter vorgehaltener Hand Alarm. Wie schlimm steht es um die Königlichen?

Toni Kroos (30) spielt seit 2014 in Madrid. Wird auch er eine Gehaltskürzung hinnehmen müssen?
Toni Kroos (30) spielt seit 2014 in Madrid. Wird auch er eine Gehaltskürzung hinnehmen müssen?  © Manu Fernandez/AP/dpa

Es sind dieser Tage besonders demütige Töne aus der spanischen Hauptstadt zu vernehmen. Töne, die man von den "Los Blancos" so in der Form eigentlich gar nicht gewohnt ist.

"Die Situation ist sehr schlecht, und es ist sehr schwierig, den Spielern zu sagen, dass sie ihre Gehälter senken müssen", so Vereinsboss Florentino Perez in der spanischen Marca

Und auch wenn an Demut grundsätzlich nichts auszusetzen ist, sind es Sätze wie diese, die erahnen lassen, wie angeschlagen der Klub wohl sein mag.

Auch José Ángel Sánchez, Generaldirektor des weißen Balletts, schlägt in eine ähnliche Kerbe. Es werde keinen nennenswerten Transfers geben, so sagt er. 

Keine nennenswerten und kostenintensiven Transfers

Bekam 2019 für 115 Millionen Euro Eden Hazard: Trainer Zinedine Zidane (l, 48). Der Belgier schlug jedoch noch nicht wirklich ein.
Bekam 2019 für 115 Millionen Euro Eden Hazard: Trainer Zinedine Zidane (l, 48). Der Belgier schlug jedoch noch nicht wirklich ein.  © Peter Powell/POOL EPA/AP/dpa

Astronomische Ablösesummen wie in den vergangenen Transferperioden sind somit wohl vom Tisch.

Dass die aktuelle Lage rund um das Coronavirus Auswirkungen auf den Profi-Fußball hat, ist deutlich spürbar.

Wenn allerdings der wohl schillerndste Klub der Welt, das personifizierte "immer höher, immer weiter" inmitten des schon eingeleiteten Umbruchs möglichen Sommer-Einkäufen in Gänze einen Riegel vorschiebt und obendrein Spielergehälter kürzen muss, spricht das eine deutliche Sprache.

Auch wenn man in der vergangenen Spielzeit nach drei Jahren endlich wieder die nationale Meisterschaft in LaLiga holen konnte. 

Es gab Zeiten, da wurden Trainer mit weitaus mehr Erfolg vom Hofe gejagt und in der drauf folgenden Transfer-Phase satt investiert.

Trotz frühem Champions-League-Aus: Bosse zufrieden

Martin Ödegaard (21) glänzte in der letzten Saison im Trikot von Real Sociedad San Sebastian mit 16 Torbeteiligungen und soll nun vorzeitig zu Real zurück.
Martin Ödegaard (21) glänzte in der letzten Saison im Trikot von Real Sociedad San Sebastian mit 16 Torbeteiligungen und soll nun vorzeitig zu Real zurück.  © Joan Monfort/AP/dpa

Ein Achtelfinal-Aus in der UEFA Champions League und das verfrühte Ende im spanischen Pokal (3:4-Schlappe gegen Real Sociedad) wie in diesem Jahr, hätten in der Regel Stürme der Entrüstung bei den so stolzen Klub-Bossen hervorgerufen.

Trainer wären wohl samt Stuhl aus dem Bernabeu katapultiert worden und im gleichen Atemzug hätte man schließlich mit prall gefülltem Geldkoffer die Transfer-Muskeln spielen lassen.

Doch der Corona-Sommer ist anders. Man sei im Grunde mit dem Verlauf der Saison zufrieden, heißt es. 

Einzig das ehemalige - und eigentlich schon als gescheitert titulierte - (Ex-)Talent Martin Ödegaard (21) soll zurück zu Real.

Laut Vertrag normalerweise noch ein Jahr an Real Sociedad San Sebastian ausgeliehen, wurde der Deal nun auf ein Jahr eingekürzt. 

Der 21-jährige Norweger soll zurück zum Team von Trainer Zinedine Zidane. Und das wird wohl gängige Praxis werden. So sollen nur Leih-Rückkehrer zum Kader dazustoßen.

Letztjährige Transfers wiegen schwer

2019 ließ sich Präsident Florentinoi Perez die Dienste von Luka Jovic noch 60 Millionen Euro kosten. Einen Luxus, den man sich in diesem Jahr nicht leisten will und kann.
2019 ließ sich Präsident Florentinoi Perez die Dienste von Luka Jovic noch 60 Millionen Euro kosten. Einen Luxus, den man sich in diesem Jahr nicht leisten will und kann.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Anders sieht es bei Alphonse Aréola aus. Der Keeper wurde im letzten Sommer von Paris Saint-Germain ausgeliehen. 

Geld, um ihn nun wie geplant fest zu verpflichten, scheint nicht da zu sein. Aréola kehrt zurück in die Stadt der Liebe.

Hauptaugenmerk in dieser Transferperiode wird bei Real also sein, sich von einigen Stars zu trennen. 

Das Ziel: Mit dem Verkauf von großen und stattlich verdienenden Namen wie Gareth Bale (31) oder James Rodriguez (29) Kasse zu machen.

Bis zu 180 Millionen Euro möchte man in die klammen Kassen spülen. 

Die übermäßig teuren Investitionen des letzten Sommers kommen nun also wie ein Bumerang zurück und drohen den stolzen Madrilenen scheinbar ernsthaft die Luft zum Atmen zu nehmen.

Ein Transferminus von mehr als 220 Millionen Euro steht nach den Verpflichtungen von unter anderem Eden Hazard (115 Millionen Euro) oder Luka Jovic (60 Millionen Euro) zu Buche. 

Den Luxus, sich mit Rodrygo und Reinier zwei 18-Jährige für insgesamt 75 Millionen Euro zu leisten, wird es wohl nicht geben.

Die Corona-Zeit ist kein Zuckerschlecken. Auch nicht für das so große Real Madrid.

Titelfoto: Manu Fernandez/AP/dpa ; Peter Powell/POOL EPA/AP/dpa

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