Schlägerei zwischen Polizei und Hooligans: WM-Quali wird von Gewalt überschattet

London (Großbritannien) - Chaos beim WM-Qualifikationsspiel zwischen England und Ungarn: Das 1:1-Unentschieden in der Partie wurde zur Nebensache, denn zu Beginn des Matches kam es zu hässlichen Szenen und Prügeleien auf der Tribüne!

Solche Szenen will man im Fußball nicht sehen: Ungarische Fans und Polizisten gerieten auf der Tribüne aneinander!
Solche Szenen will man im Fußball nicht sehen: Ungarische Fans und Polizisten gerieten auf der Tribüne aneinander!  © Nick Potts/PA Wire/dpa

In der Anfangsphase der Partie am Dienstagabend im Londoner Wembley-Stadion waren Dutzende Einsatzkräfte auf den Tribünen mit Gästefans aneinandergeraten. Die Polizei setzte Schlagstöcke gegen die Zuschauer ein.

Kurz nach Beginn des Spiels hätten Beamte die Tribüne betreten, um einen Zuschauer wegen eines rassistischen Vorfalls zu verhaften, hieß es in einer Polizeimitteilung. Daraufhin habe es Unruhe gegeben, an der andere Zuschauer beteiligt waren.

Die Ordnung sei aber schnell wieder hergestellt worden. "Es klingt, als wäre es nicht akzeptabel, aber ich habe die Details nicht gesehen", sagte Englands Nationalcoach Gareth Southgate (51).

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Vor dem Anpfiff hatten einzelne ungarische Fans gebuht, als die englischen Nationalspieler als Zeichen gegen Rassismus knieten und die Ungarn auf die "Respect"-Aufschrift auf ihren Trikots zeigten. Von den Pfiffen waren die Three Lions unbeeindruckt.

"Wir wurden kritisiert, weil wir gekniet haben, und wir haben gemeinsam leidenschaftlich zusammengehalten", sagte Verteidiger Tyrone Mings (28). "Das hat uns als Mannschaft getragen. Es ändert sich nicht, wenn Leute Banner hochhalten oder anderer Meinung sind."

Die Polizei wollte einen Zuschauer wegen eines rassistischen Vorfalls verhaften, das wollten einige mitgereiste Fans allerdings nicht zulassen.
Die Polizei wollte einen Zuschauer wegen eines rassistischen Vorfalls verhaften, das wollten einige mitgereiste Fans allerdings nicht zulassen.  © Nick Potts/PA Wire/dpa

Ungarischer Nationalmannschaft droht nun ein Geisterspiel als Strafe

Nach den Ausschreitungen auf den Tribünen ging es auf dem Platz wieder ums Sportliche. Am Ende trennten sich England und Ungarn mit einem 1:1.
Nach den Ausschreitungen auf den Tribünen ging es auf dem Platz wieder ums Sportliche. Am Ende trennten sich England und Ungarn mit einem 1:1.  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Nach den Zusammenstößen will der englische Fußballverband den Vorfall nun untersuchen und dem Weltverband FIFA melden. Dem ungarischen Verband droht damit eine erneute Strafe.

Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi (57) wollte sich derweil nicht zu den erneuten Vorfällen äußern. "Ich möchte diese Situation nicht kommentieren", sagte der 57 Jahre alte Italiener: "Das ist nicht meine Aufgabe. Alles, was ich sagen konnte, könnte anders interpretiert werden."

Schon im September hatten ungarische Fans in Budapest englische Spieler rassistisch beleidigt, Gegenstände geworfen, Feuerwerkskörper abgefeuert und Treppen blockiert. Ungarns Nationalmannschaft war vom Weltverband FIFA dafür mit einem Heimspiel in der WM-Qualifikation ohne Zuschauer bestraft worden.

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Demnach droht dem Verband ein weiteres Geisterspiel, sollten sich ähnliche Vorfälle wiederholen. Das könnte nun der Fall sein.

Das 1:1-Unentschieden zwischen England und Ungarn war allerdings nicht die einzige Partie, bei der es am Dienstagabend zu Ausschreitungen kam. Auch im Spiel zwischen Albanien und Polen wurde es gefährlich, sodass beide Teams sogar kurzzeitig das Feld verlassen mussten.

Titelfoto: Nick Potts/PA Wire/dpa

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