Tränen im TV: Ex-Arsenal-Star weint wegen seiner Spielsucht

England - Rührende Momente! Der ehemalige britische Fußballer Paul Merson (53) wurde am Dienstag in der TV-Show "Good Morning Britain" sehr emotional, als er über seine Spielsucht und die Belastung während des Lockdowns sprach.

Alkohol und Glücksspiel. Diese beiden Dinge bestimmten lange Zeit das Leben des ehemaligen Profisportlers Paul Merson (53). (Symbolbild)
Alkohol und Glücksspiel. Diese beiden Dinge bestimmten lange Zeit das Leben des ehemaligen Profisportlers Paul Merson (53). (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Der Ex-Gunner und 21-fache Nationalspieler hatte am Dienstagmorgen in der englischen Fernsehsendung sichtlich mit den Tränen zu kämpfen, als Moderatorin Susanna Reid (50) ihm aus seiner eigenen Autobiografie "Hooked" vorlas.

Darin veröffentlichte der geborene Londoner einen Brief, den er während der Pandemie an sich selbst geschrieben hatte.

In dem Schriftstück bittet er Gott verzweifelt, ihn von seiner Glücksspielsucht zu befreien, damit er seine Familie finanziell unterstützen kann.

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"Ich muss aufhören zu spielen. Ich liebe meine Frau und meine Kinder, und ich bin so glücklich mit ihnen. Ich hasse mich selbst, wenn ich spiele! Ich hasse es", schrieb Merson zu der Zeit.

Seine eigenen Worte zu hören, bewegten den zweimaligen englischen Meister offenbar tief. Anschließend beschrieb er, wie der Lockdown ihm hart zugesetzt hat.

Die erschreckenden Nachrichten zu hören, die jeden Tag schlimmer wurden, ließen seine Krankheit aufflammen und trieben den 53-Jährigen in alte Muster zurück.

"Die Sucht spricht zu dir und sie sagt, wir kommen hier nicht wieder raus. Wir werden für immer im Lockdown sein, das war's. Wir brauchen ein Haus und der einzige Weg wie wir das anstellen können, ist dem Geld hinterherzujagen. Ich habe alles verloren."

In den 1990ern alles verspielt

Wie der Mittelfeldspieler erst kürzlich der Daily Mail verriet, geriet er gegen Ende des vergangenen Jahrtausends komplett außer Kontrolle. Merson begann während seiner Leihe zum FC Brentford stark zu trinken. Zu diesem Zeitpunkt war er 18 Jahre alt.

In den darauffolgenden Jahren verlor er sich im Alkohol, anderen Drogen und der Spielsucht. Selbst als seine Frau zur Geburt des gemeinsamen Kindes im Krankenhaus war, ging der Brite lieber zu einem Buchmacher.

"Ich habe nicht aufgehört, bis ich alles verspielte, was ich jemals hatte. Fast 7 Millionen Pfund (umgerechnet rund 8,2 Millionen Euro, Anm. d. Red.), inklusive Häuser, Autos, Ehen, meine Rente und den Respekt für mich selbst", so der WM-Teilnehmer von 1998.

Immer wieder versuchte der Sportler, sich zu fangen, trocken zu werden, das Glücksspiel aufzugeben. Immer wieder scheiterte er. Beim FC Walsall versuchte sich Merson als Trainer von 2004 bis 2006, für Sky tritt er regelmäßig als TV-Experte auf.

Der ehemalige Kicker hat sich schon vor Jahren Hilfe geholt und besucht die anonymen Alkoholiker. Die Sucht bleibt allerdings ein ständiger Begleiter, vor allem in Krisenzeiten.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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