Jugendmannschaft vertritt Quarantäne-Klub und bekommt Mega-Klatsche: Keeper (17) wird dennoch zum Helden!

Rostov - Bundesliga und 2. Bundesliga machten den Anfang. Nun folgen immer mehr internationale Fußballligen und nehmen den Spielbetrieb nach der Corona-Zwangspause wieder auf. So auch die russische Premier Liga. Der Champions-League-Anwärter FK Rostov kam allerdings beim FK Sochi böse unter die Räder - was auf den zweiten Blick jedoch nur allzu verständlich ist.

Harter Abend für den 17-Jährigen Denis Popov. Doch er hatte einen ganz besonderen Moment an diesem Abend.
Harter Abend für den 17-Jährigen Denis Popov. Doch er hatte einen ganz besonderen Moment an diesem Abend.  © imago images / ITAR-TASS

1:10 (1:4) hieß es am Ende aus Sicht des Tabellenvierten der russischen Beletage. Im Kampf um die begehrten Plätze in der Königsklasse natürlich ein herber Rückschlag für den FK Rostov. 

Ein Rückschlag der sich jedoch ankündigte, denn: das komplette erste Team befindet sich in Corona-Quarantäne!

Sechs positive Fälle habe es beim Corona-Test unter der Woche gegeben. Die Konsequenz: das komplette Team hat sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.

Doch anstelle das Spiel zu verschieben, musste der Klub eine reine Jugendmannschaft auflaufen lassen. Und die kam dann mal so richtig unter die Räder - verständlicherweise.

Bereits zur Halbzeit waren die Messen im russischen Skandal-Spiel gelesen. 1:4 aus Sicht der Gäste. 

U-Auswahl Rostovs ging sogar in Führung

Eigentlich lief es ganz gut an für die Jungspunde vom FK Rostov. Pavel Gorelov (l.) and Roman Romanov (r.) feiern den 1:0-Führungstreffer nach gerade mal einer Minute.
Eigentlich lief es ganz gut an für die Jungspunde vom FK Rostov. Pavel Gorelov (l.) and Roman Romanov (r.) feiern den 1:0-Führungstreffer nach gerade mal einer Minute.  © imago images / ITAR-TASS

Vor 2807 Zuschauern (!) ging der junge Außenseiter sogar in Minute 1 überraschend in Führung. Auf Vorlage des 17-jährigen Danil Khromov vollendete der gleichaltrige Roman Romanov mit einem Rechtsschuss zum 1:0. 

Er krönte sich damit gleichzeitig zum jüngsten Torschützen in Rostovs Vereinsgeschichte.

Die Führung hielt fünf Minuten, ehe Vladimir Abramov diese wieder egalisierte (6.). Es sollte eine Lehrstunde für die Jugendauswahl werden. 

Der wohl ärmste Akteur des Abends war dann wohl Keeper Denis Popov. Der 17-Jährige musste im Laufe des Abends schließlich zehn mal den Ball aus dem Netz fischen.

Allerdings hatte er in der 27. Minute seinen großen Auftritt. Beim Stand von 2:1 für Sochi parierte er einen Strafstoß von Anton Zabolotny. Es war eine von 15 Paraden an diesem denkwürdigen Abend. Am Ende der Begegnung bekam er sogar die Auszeichnung "Man of the Match" überreicht.

Trotz der herben Niederlage war Präsident Artashes Arutyunyants voll des Lobes für sein Jugendteam: "Unsere Jungs sind großartige Männer", ließ er sich auf der Vereinshomepage zitieren. Voller Stolz prophezeite er der jungen Generation: "Diese Jungs sind zukünftige Meister."

So stolz der Klub auf seinen Nachwuchs, desto heftiger der Gegenwind von Fans der russischen Liga. Gerade auf Social Media häufen sich Stimmen, die den klaren Wettbewerbsnachteil anprangern.

Eine entsprechende Lösung mit der Verlegung des Spiels wie es in der deutschen zweiten Liga der SG Dynamo Dresden widerfuhr gab es nicht. Auch diese Corona-Quarantäne-Variante stieß allerdings (zurecht) auf reichlich Kritik.

Russlands Fußballfans sehen indes eine Wettbewerbsverzerrung. Der Verband äußerte sich bislang nicht.

Titelfoto: imago images / ITAR-TASS

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