Real Madrid nach Donezk-Blamage: Trainer Zidane macht den Schuldigen aus!

Madrid - Weißes Ballett oder weiße Fahne? Schachtjor Donezk gewann völlig überraschend den Auftakt in die Champions-League-Gruppenphase gegen den haushohen Favoriten von Real Madrid. Eine indiskutable Leistung, die Trainer Zinedine Zidane (48) schwer im Magen liegt. 

Leitete den Torreigen im ersten Durchgang ein: Tete (20).
Leitete den Torreigen im ersten Durchgang ein: Tete (20).  © Manu Fernandez/AP/dpa

Tete (29.), ein Eigentor von Raphaël Varane vier Minuten später sowie Manor Solomon (42.). 0:3 hieß es zur Halbzeit aus Sicht der Hausherren gegen den ersatzgeschwächten Underdog aus der Ukraine.

Es habe "alles gefehlt", so Zizou nach der Partie. "Vor allem das Selbstvertrauen, was das Wichtigste ist." 

Im Anschluss machte er einen Schuldigen für das Heim-Debakel, welches letztlich ergebniskosmetisch noch auf 2:3 bearbeitet werden konnte, aus: sich selbst.

"Ich habe die Mannschaft nicht gesehen, wie ich sie sehen wollte. Wenn so etwas passiert, ist das meine Schuld. Die Reaktion in der zweiten Hälfte war gut, denn die Spieler verdienen das nicht. Sie sind Champions. Ich bin verantwortlich."

Er selbst wäre es, der nach Lösungen suchen muss. Dass es intern jedoch Gesprächsbedarf geben muss, einige oder gar alle Spieler sich selbst hinterfragen müssen, scheint dennoch klar.

Luka Jovic enttäuscht, Nationalspieler Toni Kroos von der Bank

Luka Modric (34, 2.v.l.) leitete die Aufholjagd mit einem schönen Treffer ein.
Luka Modric (34, 2.v.l.) leitete die Aufholjagd mit einem schönen Treffer ein.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Auch wenn die Madrilenen ebenfalls mit einer Art B-Elf antraten, für die der Franzose an vorderster Front auch verantwortlich ist, stand eine Mannschaft auf dem Feld, die sich gegen unbequeme Ukrainer zwar schwertun, jedoch im eigenen (Ersatz)-Stadion im ersten Durchgang nie so auseinander fallen darf.

Kapitän Ramos fehlte gänzlich, Nationalspieler Toni Kroos kam ebenso wie Rodrygo und Karim Benzema von der Bank. 

Der Ex-Frankfurter Luka Jovic durfte im "Alfredo di Stefano" von Beginn an stürmen. Nach 45 schwachen Minuten war dann schon wieder Schluss.

Luka Modric mit einem Traumtor (54.) sowie Vinicius Junior (59.) schafften es innerhalb von fünf Minuten, die Madridista zurück ins Spiel zu bringen. Beinahe hätte es mit einem 3:3 noch ein halbwegs versöhnlichen Abschluss gegeben. 

Doch der Treffer von Valverde in der Nachspielzeit wurde nach Einsatz des VAR wieder zurückgenommen (90.+2).

Trainer Zinedine Zidane will schnell wieder in die Spur finden

Zinedine Zidane (48) hat mit seinem Team viel Arbeit vor sich.
Zinedine Zidane (48) hat mit seinem Team viel Arbeit vor sich.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Dass sich Zidane im Sommer gerne noch etwas Verstärkung auf dem Transfermarkt gewünscht hätte, ist kein Geheimnis. Corona machte im da recht schnell einen Strich durch die Rechnung.

So muss der 48-Jährige mit dem arbeiten, was er hat. Und mit diesem Personal will er "die Probleme jetzt angehen", möglichst schnell, denn die Uhren in der spanischen Hauptstadt ticken gern einmal etwas schneller.

Titelfoto: Manu Fernandez/AP/dpa

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