Umfrage: Junge Fans wünschen sich Einführung der Super League!

Deutschland - Im April 2021 erschütterte ein Beben die europäische Fußball-Welt: Zwölf Topklubs hatten sich zusammengeschlossen und wollten eine sogenannte Super League gründen. Der Aufschrei unter den Anhängern war riesig, das Projekt nach wenigen Tagen krachend gescheitert. Nun zeigt eine Umfrage, dass die Idee vor allem bei den jüngeren Zuschauern aber durchaus auf Gegenliebe stößt.

Europaweit kam es im April 2021 zu Protesten gegen die Super League, so wie hier beim FC Chelsea.
Europaweit kam es im April 2021 zu Protesten gegen die Super League, so wie hier beim FC Chelsea.  © ADRIAN DENNIS / AFP

Die globale Sportbusiness-Datenbank "ONE8Y DB" befragte in einer repräsentativen Studie insgesamt 875 Fans aus Deutschland.

Dabei kam zwar heraus, dass eine Mehrheit von 62 Prozent der Anhänger die Super League ablehnt, nach Altersgruppen unterteilt ergab sich allerdings ein anderes Bild.

Betracht man lediglich die Befragten unter 25 Jahren, dann sprachen sich ganze 58 Prozent für das elitäre Projekt als Alternative zur Champions League aus.

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Dem gegenüber stehen 65 Prozent der älteren Teilnehmer, die die Initiative entschieden zurückwiesen.

"Junge Zielgruppen stehen der Super League deutlich offener und affiner gegenüber - Tradition ist für sie nur bedingt ein Kriterium für Fantum", erklärte Hendrik Fischer, Geschäftsführer der Wiesbadener Marktforschungs-Agentur, gegenüber dem Kicker.

Derweil ist der Rechtsstreit über die Zukunft der europäischen Klubwettbewerbe immer noch in vollem Gange. Vor dem EuGH geht es um die Frage, ob das Monopol der UEFA auf die Austragung der Turniere gekippt wird.

Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin stehen weiterhin hinter der Super League

Die englischen Klubs verabschiedeten sich nach den Protesten zügig aus dem Projekt, doch bald könnte die Super League ihr Comeback feiern.
Die englischen Klubs verabschiedeten sich nach den Protesten zügig aus dem Projekt, doch bald könnte die Super League ihr Comeback feiern.  © JUSTIN TALLIS / AFP

Dazu trägt der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshof am 15. Dezember seinen Schlussantrag zum Rechtsstreit vor. Im Frühjahr 2023 wird ein entsprechendes Urteil erwartet.

Die treibenden Kräfte hinter der Klage sind Real Madrid, der FC Barcelona sowie der kriselnde italienische Spitzenverein Juventus Turin, die allesamt weiterhin an den Plänen der Super League festhalten.

Die dafür eingerichtete Firma A22 Sports Management, an deren Spitze der frühere RTL-Deutschland-Chef Bernd Reichart (48) steht, geht inzwischen diplomatischer mit dem Vorhaben um und möchte dem totgeglaubten Projekt neues Leben einhauchen.

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Der 48-jährige Manager betont, dass der Wettbewerb in Einklang mit den nationalen Ligen ausgetragen werden soll. Auch automatisch qualifizierte Teams soll es im überarbeiteten Konzept nicht mehr geben.

"Der erste Vorstoß hatte klare Schwachstellen. Daraus haben die Verantwortlichen gelernt. Auf- und Abstieg müssen Basis jedes sportlichen Wettbewerbs sein, es kann keine garantierten Plätze geben", sagte Reichart diesbezüglich im Interview mit der Bild-Zeitung.

Außerdem werde das bevorstehende Urteil "den europäischen Fußball auf Jahrzehnte beeinflussen".

Titelfoto: ADRIAN DENNIS / AFP

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