"Mehr Häuptlinge": HFC-Kapitän Nietfeld mit Ritterschlag für Neuzugang aus Rostock

Halle - Nach einer turbulenten Partie am Wochenende gegen den TSV 1860 München adelt der Leitwolf des Halleschen FC den neuen Sechser Jan Löhmannsröben (30) und gibt Verantwortung ab.

Löhmannsröben (30, r.) hier im Duell mit Zwickaus Lars Lokotsch (25). Am Mittwoch könnte es ein Wiedersehen geben.
Löhmannsröben (30, r.) hier im Duell mit Zwickaus Lars Lokotsch (25). Am Mittwoch könnte es ein Wiedersehen geben.  © Bernd Wüstneck/dpa

Der Kapitän der Sachsen-Anhaltiner Jonas Nietfeld (27) spricht nach dem umkämpften 1:1 (1:0) gegen die Gäste aus München in höchsten Tönen vom Ex-Spieler des FC Hansa Rostock.

Dieser beeindruckte bei seinem Halle-Debüt nicht nur mit einem Tor per Kopf zum Führungstreffer in der 13. Minute, sondern auch als Dirigent und Defensiv-Chef.

Nach der Roten Karte für Stürmer Terrence Boyd (30) in der 28. Minute nahm der Routinier das Spiel an sich und beruhigte die Gemüter.

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Nietfeld, der das Tor des Neuzugangs vorbereitete, weiß dieses Engagement zu schätzen und teilt seine Führungsrolle gern.

"Löh kann auch hinten Chef sein. Ich habe damit überhaupt kein Problem. Mir sind mehr Häuptlinge lieber als zu wenige", so der 27-Jährige.

Der Spielführer des Klubs der Ex-Dynamo Dresden-Spieler Justin Eilers (33), Niklas Landgraf (25) und Niklas Kreuzer (28) befürwortet mehr Leader im Team.

"Wir brauchen Typen mit Format. Dass er uns gerade jetzt helfen kann, hat er eindrucksvoll bewiesen."

HFC als nächstes gegen Zwickau, Löhmannsröben braucht Ruhe

Der Plan von HFC-Sportdirektor Ralf Minge (60) scheint also aufzugehen. Schon bei der Vorstellung des 30-Jährigen bezeichnete ihn der frühere DDR-Stürmer als "absoluten Mentalitätsspieler". Mit der Verpflichtung des vertragslosen Profis reagierte man kurzfristig auf die akute Verletzungsmisere.

Und diese hört leider auch nicht so richtig auf. Wandervogel Löhmannsröben, der unter anderem schon für den FC Carl Zeiss Jena, den 1.FC Magdeburg, den 1.FC Kaiserslautern und Preußen Münster aktiv war, zog sich bereits vor der Partie gegen die Löwen einen Infekt zu, den er jetzt schnell auskurieren möchte.

Schon am Mittwoch steht das Match gegen den FSV Zwickau (19 Uhr) an. Gegen die Sachsen konnte Halle in der 3. Liga noch nie gewinnen. Für Kapitän Nietfeld wird es eine Rückkehr: Er spielte bereits von 2015 bis 2017 für den Fußball-Sport-Verein aus Westsachsen.

Der 27-Jährige blickt dem Wiedersehen entgegen: "Ich freue mich. Beim letzten Mal waren keine Fans dabei. Das ist jetzt zum Glück anders."

Titelfoto: Montage: Bernd Wüstneck/dpa

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