NOFV-Chef Winkler aktiviert Krisenstab und fordert Hilfe von Politik: "Hat uns im Stich gelassen"

Leipzig - Der Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) Hermann Winkler (58) fordert von der Politik Hilfe für die Vereine.

NOFV-Präsident Hermann Winkler (58), hier beim Derby zwischen Lok Leipzig und Chemie Leipzig am Sonntag, ist nicht zufrieden mit der aktuellen Corona-Politik.
NOFV-Präsident Hermann Winkler (58), hier beim Derby zwischen Lok Leipzig und Chemie Leipzig am Sonntag, ist nicht zufrieden mit der aktuellen Corona-Politik.  © Picture Point / Roger Petzsche

"Wenn wir jetzt vermehrt über Lockdown und Einnahmeausfälle sprechen, müssen wir auch mit der neuen Bundesregierung über Corona-Hilfen für die Regionalliga-Vereine reden. Da hat uns die letzte Regierung im Stich gelassen", sagte Winkler in einem Interview dem "Kicker".

Zudem kritisiert er das Vorgehen in der Corona-Pandemie. "Ich habe aber den Eindruck, dass wir in die vierte Welle reinstolpern, ähnlich unvorbereitet wie in die erste. Es werden wieder Maßnahmen über Nacht ergriffen, und der Lockdown heißt nun anders", sagte Winkler und betonte: "Ich bin nicht zufrieden. Die Politik hätte von Beginn an klare Kante zeigen müssen, auch in Bezug auf eine Impfpflicht. Der Sport ist wieder der Leidtragende."

Winkler sieht die Regionalliga, die nun im Profisport eingestuft ist, auf einem guten Weg. "Wir sind schon sehr weit mit den Spieltagen, stehen kurz vor der Weihnachtspause. Selbst mit dem Lockdown in Sachsen könnten wir noch von Februar bis Ende Juni spielen", meinte Winkler, der im NOFV den Krisenstab wieder aktiviert hat.

"Wir schalten uns Mittwoch für die erste Videokonferenz zusammen. Wir müssen die gute Kommunikation mit den Verbänden und Vereinen gerade in dieser schwierigen Zeit erhöhen. Es gilt, jetzt ein Maß an Führungsstärke zu zeigen und dabei alle Betroffenen mitzunehmen."

Ab sofort keine Zuschauer mehr in den sächsischen Stadien

Am Sonntag hatte Winkler außerdem einen Tausch des Heimrechts ins Gespräch gebracht, der gemäß den Statuten möglich wäre. "Der Zuschauerausschluss ist ein bisschen Wettbewerbsverzerrung. Vielleicht können wir als Verband helfen, die Gleichbehandlung herzustellen", sagte er dem MDR.

Die sächsischen Klubs müssen aufgrund einer neuen Corona-Schutz-Verordnung bis mindestens Mitte Dezember auf Zuschauer verzichten. Die Verordnung gilt seit dem heutigen Montag an.

Winkler betonte zudem, dass man alles dafür tue, um einen erneuten Saisonabbruch zu verhindern. "Wir wollen so viele Spiele wie möglich absolvieren, mindestens aber 50 Prozent. Wir sind jetzt bei 18 Spieltagen und damit erheblich weiter als in der vergangenen Saison. Wir hoffen auf eine sportlich faire Entscheidung", so der 58-Jährige.

In der vergangenen Saison war Viktoria Berlin nach nur 13 Spieltagen als Meister aufgestiegen.

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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