Rassismus, Gewalt, Diskriminierung: Mehrere Spiele in Sachsen abgebrochen

Leipzig - Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) hat am Donnerstagnachmittag eine Statistik über jene Spiele veröffentlicht, die wegen diverser Vorfälle in der Saison 2019/20 abgebrochen werden mussten. Zwar sind es mit 0,02 Prozent aller Partien nur sehr wenige. Aber: "Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel!"  

Wegen Gewalt, Diskriminierungen oder anderweitigen Störungen wurden in der Saison 2018/19 sechs Spiele in Sachsen abgebrochen. (Symbolbild)
Wegen Gewalt, Diskriminierungen oder anderweitigen Störungen wurden in der Saison 2018/19 sechs Spiele in Sachsen abgebrochen. (Symbolbild)  © 123RF/Kateryna Mashkevych

Das sagt der 1. Vizepräsident Soziale Belange, Christoph Kutschker, in einer Mitteilung

Dieser zufolge wurden von den insgesamt 31.256 elektronisch erfassten Spielen (57,5 Prozent aller durchgeführten Begegnungen) bei 131 Vorfälle wie Störungen, Gewalt oder Diskriminierung vermerkt. Sechs dieser 131 Matches mussten gar abgebrochen werden. Das waren 0,02 Prozent aller elektronisch erfassten. 

"Die statistischen Ergebnisse der letzten Spieljahre zeigen, dass sowohl die Anzahl als auch der prozentuale Anteil der Vorfälle im sächsischen Spielbetrieb auf niedrigem Niveau bleiben", heißt es.

"Grundsätzlich einig": Zieht es Ralf Rangnick etwa zu diesem türkischen Top-Verein?
Fußball "Grundsätzlich einig": Zieht es Ralf Rangnick etwa zu diesem türkischen Top-Verein?

Damit liegt Sachsen hauchdünn unter dem bundesdeutschen Schnitt. Von insgesamt 791.216 Fußballspielen mussten landesweit in der letzten Spielzeit 0,03 Prozent wegen diverser Verfehlungen vorzeitig beendet werden. 

Allerdings sei die Aussagekraft der Zahlen durch die Corona-Pandemie und damit verbundenen Spielausfällen und vorzeitigen Saison-Beendigungen begrenzt. In Sachsen wurden mit den 31.256 Spielen demnach deutlich weniger registriert als in der Saison 2018/19 mit insgesamt 52.388. 

Deutschlandweit waren es sogar knapp 509.000 Partien weniger.

Auch Meldungen von Zuschauern werden entgegengenommen

Der Sächsische Fußballverband appelliert an die Vereine, jede einzelne Partie elektronisch zu erfassen und etwaige Vorfälle zu vermerken. (Symbolbild)
Der Sächsische Fußballverband appelliert an die Vereine, jede einzelne Partie elektronisch zu erfassen und etwaige Vorfälle zu vermerken. (Symbolbild)  © 123RF/crispyphotos

"Gewalt- und Diskriminierungsfälle stellen gemessen an der Zahl der absolvierten Spiele in Sachsen zwar eine Ausnahme dar, doch die Ergebnisse relativieren in keiner Weise das Leid der Betroffenen", so Christoph Kutschker. 

Ziel der AG Fair Play und Gewaltprävention sei es, die Vorfälle weiter zu reduzieren und Vereinsverantwortliche zu sensibilisieren. Es sei wichtig, dass der elektronische Spielbericht genutzt werde und Verfehlungen gemeldet würden.

Man nehme aber auch Meldungen von Zuschauern ernst, die einen Vorfall bei einem Spiel im Freistaat bemerken.

Stehplatz-Verbot im Amateur-Fußball bleibt: "Frust enorm"
Fußball Stehplatz-Verbot im Amateur-Fußball bleibt: "Frust enorm"

Solltet auch Ihr in Zukunft einen gewalttätigen oder diskriminierenden Fall mitbekommen oder davon betroffen sein, meldet Euch unter fairness@sfv-online.de

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/Kateryna Mashkevych, crispyphotos

Mehr zum Thema Fußball: