BFC Dynamo mit starkem Saisonstart: DDR-Rekordmeister grüßt von ganz oben!

Berlin - Genau so dürften sich die Verantwortlichen das vorgestellt haben! Der BFC Dynamo steht nach neun Partien in der Regionalliga Nordost an der Tabellenspitze.

Zusammenhalt gepaart mit individueller Klasse: Der BFC Dynamo ruft sein Potenzial konstant ab und gewinnt trotz mehrerer verletzter Leistungsträger auch viele enge Spiele.
Zusammenhalt gepaart mit individueller Klasse: Der BFC Dynamo ruft sein Potenzial konstant ab und gewinnt trotz mehrerer verletzter Leistungsträger auch viele enge Spiele.  © dpa/Andreas Gora

Der DDR-Rekordmeister holte satte 24 Punkte und stellt mit 25 Treffern den torgefährlichsten Angriff der Spielklasse. Lediglich einmal gingen die Weinroten als Verlierer vom Platz:

Am 22. August unterlagen sie dem SV Babelsberg 03 mit 1:2. Die Filmstädter rufen ihre Qualitäten in dieser Saison anscheinend besonders gern gegen vermeintlich stärkere Gegner ab, was sich schon in der 1. DFB-Pokal-Runde zeigte, als sie Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth nach Elfmeterschießen rauswarfen. So wartet nun ein echtes Highlight auf Nulldrei. RB Leipzig kommt am 26. Oktober (18.30 Uhr) ins Karl-Liebknecht-Stadion.

Der BFC kassierte im Pokal hingegen eine 0:6-Packung gegen den VfB Stuttgart, der Dynamo die eigenen Schwächen deutlich aufzeigte. Was für die Mannschaft von Trainer Christian Benbennek (48) spricht: Sie ließ sich von dieser klaren Pleite überhaupt nicht aus der Bahn werfen.

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Stattdessen gewann man wenige Tage später im Berliner Pokal mit 11:0 bei der SpVgg Tiergarten, rang den ZFC Meuselwitz nieder (3:2) und schoss dann den chancenlosen Aufsteiger SV Tasmania mit 6:0 aus dem Sportforum Hohenschönhausen.

Auf die anschließende Auswärtsniederlage in Potsdam folgten zwei knappe Derby-Siege. Erst wurde der SV Lichtenberg 47 bezwungen (2:1), dann bei Hertha BSC II gewonnen (3:2). Am zurückliegenden Sonntag ließ man beim 2:0-Heimerfolg auch gegen den VfB Germania Halberstadt nichts anbrennen.

BFC-Coach Christian Benbennek (48) rockt mit Dynamo die Regionalliga Nordost und durfte in neun Partien acht Siege beklatschen.
BFC-Coach Christian Benbennek (48) rockt mit Dynamo die Regionalliga Nordost und durfte in neun Partien acht Siege beklatschen.  © picture point/Sven Sonntag

Zielspieler Christian Beck liefert beim BFC Dynamo richtig ab!

Während Niklas Brandt (29, l.) und Marvin Kleihs (27, 2.v.l.) aktuell ausfallen, trifft Sturmtank Christian Beck (2.v.r.) am laufenden Band.
Während Niklas Brandt (29, l.) und Marvin Kleihs (27, 2.v.l.) aktuell ausfallen, trifft Sturmtank Christian Beck (2.v.r.) am laufenden Band.  © picture point/Sven Sonntag

Zu Saisonbeginn hatte Dynamo beim 1. FC Lok Leipzig aufgetrumpft (4:1), den FC Energie Cottbus in einer engen Begegnung geschlagen (2:1) und auch den Aufsteiger FC Eilenburg in die Schranken verwiesen (2:0).

Auffällig sind neben einigen klaren Erfolgen die vielen knappen Siege. Die sprechen für die Mentalität, mannschaftliche Geschlossenheit und auch die große individuelle Klasse, die der BFC für Regionalliga-Verhältnisse besitzt.

Dabei ragt vor allem Christian Beck (33) heraus. Die Sturmlegende des 1. FC Magdeburg kam in diesem Sommer und netzte in neun Einsätzen neunmal ein, gab obendrauf auch noch drei direkte Vorlagen.

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Mit seiner Wucht, Kopfballstärke und seinem Instinkt im Strafraum ist der 1,96-Meter-Hüne von Viertliga-Verteidigern nur selten über die Dauer einer ganzen Begegnung auszuschalten.

Mittlerweile hat sich der Routinier an die Spitze der Scorerliste gesetzt - und hat noch viele weitere gute Leute neben sich. Linksaußen Andor Bolyki (26) ersetzt den verletzten Matthias Steinborn (32, Mittelfußbruch) mit vier Toren und zwei Vorlagen in acht Einsätzen hervorragend.

Dazu überzeugen auch Darryl Geurts (27, neun Partien, zwei Buden, drei Assists) und Alexander Siebeck (27, neun Spiele, drei Treffer, eine Vorlage).

Matthias Steinborn (32, l.) kann dem BFC Dynamo sportlich momentan nicht weiterhelfen. Der pfeilschnelle Angreifer fehlt den Weinroten wegen eines Mittelfußbruchs noch monatelang.
Matthias Steinborn (32, l.) kann dem BFC Dynamo sportlich momentan nicht weiterhelfen. Der pfeilschnelle Angreifer fehlt den Weinroten wegen eines Mittelfußbruchs noch monatelang.  © dpa/Andreas Gora

Dmitri Stajila stand in drei Ländern in der 1. Liga im Tor und ist nun der Rückhalt des BFC Dynamo

Eine echte Erscheinung: 2,04-Meter-Riese Dmitri Stajila (30, r.) hütet seit dieser Saison das Tor des BFC Dynamo.
Eine echte Erscheinung: 2,04-Meter-Riese Dmitri Stajila (30, r.) hütet seit dieser Saison das Tor des BFC Dynamo.  © dpa/Andreas Gora

Auch defensiv verfügt Dynamo über viel Qualität. Im Tor steht mit Dmitri Stajila (30) ein 2,04-Meter-Gigant, der in Albanien, der Republik Moldau und sogar in Russland Erstliga-Keeper war. Er stand unter anderem schon beim aktuellen Champions-League-Teilnehmer FC Sheriff Tiraspol zwischen den Pfosten.

Der frühere moldawische Junioren-Nationalschlussmann hat den Stammkeeper der vergangenen Saison, Vereinsurgestein Kevin Sommer (31), auf die Bank verdrängt.

Darüber hinaus ist erstaunlich, wie gut Dynamo bisher mehrere schwerwiegende Ausfälle auffängt. Neben Steinborn fehlen nämlich auch noch Stützen wie Marvin Kleihs (27), Philip Schulz (28) und Niklas Brandt (29).

Doch erfahrene Leute wie Chris Reher (27), Michael Blum (32), Kapitän Andreas Pollasch (28), Marcel Stutter (33) und die hoch veranlagten Joey Breitfeld (24) sowie Justin Möbius (24) rufen ihre Fähigkeiten in dieser noch jungen Saison bislang konstant ab.

Daher wird auch in den kommenden Wochen und Monaten mit dem BFC zu rechnen sein, der am kommenden Sonntag (13 Uhr) die BSG Chemie Leipzig empfängt. Ein echter Gradmesser, bevor das Gipfeltreffen beim Überraschungszweiten FSV Luckenwalde ansteht und man dann den Chemnitzer FC empfängt. Wochen der Wahrheit für Benbenneks Team, das den Vorsprung mit weiteren Siegen schon deutlich ausbauen könnte.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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