FSV-Coach Kahlisch trotz großer Aufholjagd genervt: "Anstoßzeit ist absolute Sch**ße!"

Auerbach - Ingo Kahlisch (65) war sichtlich geladen! Dabei hatte der Coach des FSV Optik Rathenow eigentlich allen Grund zur Freude. Seine Mannschaft war am Samstag nach einem 0:3-Pausenrückstand im Nachholspiel der Regionalliga Nordost beim VfB Auerbach noch zu einem 3:3 gekommen.

Rathenows Trainer-Urgestein Ingo Kahlisch (65) ärgerte sich über die frühe Anstoßzeit und sprach Klartext. (Archivfoto)
Rathenows Trainer-Urgestein Ingo Kahlisch (65) ärgerte sich über die frühe Anstoßzeit und sprach Klartext. (Archivfoto)  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Dennoch ärgerte sich das Trainer-Urgestein am Mikrofon von Ostsport.TV mächtig über die Anreisebedingungen: "Die Anstoßzeit ist absolute Scheiße um 13 Uhr, da müssen wir um 6 Uhr losfahren. Zum Regionalliga-Punktspiel, ne?! Das sollte sich der NOFV vielleicht auch mal überlegen und ihr vom Fernsehen."

Letzteres fände er dennoch "geil". Der YouTube-Sender ist erst seit dieser Saison dabei, überträgt mehrere Partien pro Wochenende live und kostenfrei, stellt von allen anderen Begegnungen die Zusammenfassungen online.

Trotzdem führte er nochmal aus: "13 Uhr ist eine Kackzeit im Winter. Und deswegen sind wir einen Tag vorher angereist, weil es im Fußball um was geht." Gewohnt klare Worte von Kahlisch, der die Geschicke in Rathenow seit dem 1. Juli 1989 (!) leitet und daher weiß, dass in diesen Zeiten jede finanzielle Mehrausgabe wehtut.

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Er ergänzte zur Leistung seiner Mannschaft allerdings auch: "Aber das hat man in der ersten Halbzeit nicht gesehen", denn in diesem Kellerduell spielte in Abschnitt eins nur Auerbach.

Zuvor meinte er: "Wenn man 0:3 zurückliegt, dann hat kaum einer mehr daran geglaubt, dass wir noch zurückkommen, so, wie wir gespielt haben. Aber es ist im Fußball so: Du machst rechtzeitig das Tor, die Jungs haben sich nochmal gestrafft, die haben sich das erarbeitet und haben sich das hinten raus auch hochverdient."

Aussagen von Ingo Kahlisch (ab 5:08 Minuten) und Highlights von VfB Auerbach gegen Optik Rathenow

VfB Auerbach verspielt gegen Optik Rathenow klaren 3:0-Pausenvorsprung und betreibt Chancenwucher

Auerbachs Wirbelwind Sarwar Osse (19) traf gegen Rathenow einmal und legte das 3:0 auf, ließ aber auch mehrere gute Chancen liegen. (Archivfoto)
Auerbachs Wirbelwind Sarwar Osse (19) traf gegen Rathenow einmal und legte das 3:0 auf, ließ aber auch mehrere gute Chancen liegen. (Archivfoto)  © Picture Point/Roger Petzsche

Vor allem haben die Havelländer gezeigt, dass ihre Moral weiterhin intakt ist. Dabei warten Kahlischs Mannen seit dem 4. September (3:0-Auswärtserfolg beim FSV Union Fürstenwalde im Landespokal) auf einen Sieg. In der Regionalliga gewann man letztmals am 18. August (2:1 gegen den ZFC Meuselwitz) - der einzige Liga-Dreier überhaupt in dieser Saison!

Genau deshalb steht Optik mit nur zehn Punkten aus 17 Partien bei 17:33 Toren auf dem 20. und damit letzten Tabellenplatz. Umso erstaunlicher, dass man - mit ein wenig Glück - in Auerbach noch so ein sensationelles Comeback schaffte.

Der VfB zeigte den Gästen vor 380 Zuschauern in der Arena zur Vogtlandweide in der ersten Hälfte die Grenzen auf. Der 27-jährige Doppelpacker Ondrej Brejcha (15. Minute/44.) traf zum 1:0 und 3:0, das 19-jährige Talent Sarwar Osse netzte zwischendurch zum 2:0 ein (23.).

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Im zweiten Durchgang nahm der FSV den Abstiegskampf jedoch an und hatte dabei Glück, dass die Hausherren Chancenwucher betrieben und mehrere Top-Möglichkeiten ausließen.

So verkürzte Rathenows bester Torschütze Jonathan Muiomo (22) mit zwei Treffern (59./77.), ehe das einst große Talent von Hertha BSC, Glody Zingu (27), in der 90. Minute zum 3:3 einschoss und für eine Jubelexplosion bei den Gästen sorgte, die vor dem nächsten Keller-Kracher in Fürstenwalde neuen Mut geschöpft haben dürften.

Titelfoto: Picture Point/Kerstin Dölitzsch

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