Meisterkampf in der Regionalliga Nordost: Nicht alles spricht für den BFC Dynamo!

Leipzig - Dem BFC Dynamo ist die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost nicht mehr zu nehmen. Das zumindest dachten sicher nicht wenige Fußballfans in den vergangenen Wochen. Souveräne Siegesserien des DDR-Rekordmeisters plus Patzer des ärgsten Konkurrenten 1. FC Lokomotive Leipzig sorgten für die Stimmungslage. Doch entschieden ist noch lange nichts.

Der BFC Dynamo, hier beim 3:1-Erfolg beim Chemnitzer FC Anfang April, muss noch einige Schritte gehen.
Der BFC Dynamo, hier beim 3:1-Erfolg beim Chemnitzer FC Anfang April, muss noch einige Schritte gehen.  © picture point/Sven Sonntag

Gewinnt Lok am Mittwochabend (19 Uhr/MDR-Livestream) gegen den Chemnitzer FC - einen seiner beiden noch ausstehenden Nachholer - sind es als dann wieder Tabellenzweiter noch sieben Punkte Rückstand auf Ligaprimus BFC.

Weiter ausgehend von einem Dreier der Leipziger gegen den SV Babelsberg 03 (Samstag, 14.05 Uhr/MDR) und einem Erfolg des Spitzenreiters bei Abstiegskandidat VfB Auerbach (Sonntag, 16 Uhr) würde der FCL nach einem Sieg im letzten Nachholer beim FC Energie Cottbus (19. April, 19 Uhr) noch vier Zähler hinter den Berlinern liegen. Bestenfalls sogar nur noch einen.

Vier Siege in den dann noch verbleibenden vier Partien wären für das Team von Trainer Almedin Civa (49) fast schon Pflicht, denn mit vielen BFC-Ausrutschern wie jüngst gegen den FC Carl Zeiss Jena (1:2) kann und darf nicht gerechnet werden.

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Wenn es der Fußballgott gut mit Lok meint, die Probstheidaer ihre kommenden vier Begegnungen siegreich gestalten und der BFC in Auerbach und gegen Tennis Borussia Berlin (22. April, 19 Uhr) maximal einen Punkt holt, würden Sascha Pfeffer & Co. den Tabellenführer am 23. April, dem 35. Spieltag, überholen.

Regionalliga Nordost: Sieben Teams kämpfen um die Meisterschaft und den Traum von der 3. Liga

Christian Benbennek (49), Trainer des Spitzenreiters BFC Dynamo, will in die 3. Liga.
Christian Benbennek (49), Trainer des Spitzenreiters BFC Dynamo, will in die 3. Liga.  © picture point/Sven Sonntag

Gegen den FCL spricht im Endspurt, dass vier der sieben ausstehenden Matches im heimischen Bruno-Plache-Stadion stattfinden. Dort konnten sie mit 24 von 45 möglichen Punkten nur knapp die Hälfte einfahren, während sie auswärts 40 von 48 holten.

Gut für die Messestädter scheint dagegen, dass der DDR-Rekordmeister nur noch zwei Heimspiele hat. Zwei seiner drei Auswärtspartien steigen zudem bei Kellerkindern, die sich aus Abstiegsangst jetzt noch mal richtig aufbäumen und zu Stolpersteinen werden könnten.

Es müsste schon sehr viel zusammenkommen, aber rein rechnerisch haben auch Jena (66 Punkte), die VSG Altglienicke (65), Cottbus (60), der Berliner AK 07 (59) und der CFC (58) noch Chancen auf die Meisterschaft in der Nordost-Staffel (Stand 13. April).

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Das tabellarisch leichteste Restprogramm genießen die Thüringer, die mit dem FSV Optik Rathenow, Auerbach und dem FSV Union Fürstenwalde gleich auf drei Abstiegskandidaten treffen, was aber auch eher Fluch als Segen sein könnte.

Restprogramm und Torjäger Djamal Ziane: Was für den 1. FC Lokomotive Leipzig spricht

Ballert 21-Tore-Mann Djamal Ziane (30) den 1. FC Lok Leipzig doch noch zur Meisterschaft?
Ballert 21-Tore-Mann Djamal Ziane (30) den 1. FC Lok Leipzig doch noch zur Meisterschaft?  © Picture Point/Roger Petzsche

Am schwersten trifft es Altglienicke, die am letzten Spieltag noch den BFC empfangen und zum Zünglein an der Waage werden könnten.

Lok Leipzigs ausstehende Gegner befinden sich durchschnittlich auf dem neunten Tabellenplatz, was zwar das zweitschwerste Restprogramm unter den Anwärtern bedeutet. Ihnen zugutekommen könnte jedoch, dass es für den Großteil um nichts mehr geht.

Und: Mit Djamal Ziane (30) haben sie den torgefährlichsten Spieler in ihren Reihen, dem in 26 Einsätzen schon 21 Treffer gelangen. Für die gleiche Ausbeute benötigte BFC-Angreifer Christian Beck 33 Partien.

Am Ende der Saison 2021/22 steht für den Meister - wer auch immer es wird - aber (noch) nicht der Aufstieg in die 3. Liga an, sondern zunächst zwei Relegations-Duelle gegen den Sieger aus dem Norden.

Heißester Favorit auf die dortige Meisterschaft ist derzeit der VfL Oldenburg, der fünf Spieltage vor Schluss sieben Zähler Vorsprung auf den SC Weiche Flensburg 08 genießt, der jedoch noch einen Nachholer offen hat.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Roger Petzsche, Picture Point/Sven Sonntag

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