Elfer-Wahnsinn! Schweiz scheidet nach ganz großem Kampf gegen Spanien aus

St. Petersburg (Russland) - Der Weltmeister-Besieger in draußen! Im ersten Viertelfinale der Europameisterschaft in St.Petersburg schlug Spanien die Schweiz im Elfmeterschießen mit 3:1 (1:1/1:1/1:1/0:1).

Denis Zakaria (M.) kann es nicht fassen: Sein Rettungsversuch landete im eigenen Tor.
Denis Zakaria (M.) kann es nicht fassen: Sein Rettungsversuch landete im eigenen Tor.

Die Spanier gingen durch ein Eigentor von Denis Zakaria mit 1:0 in Führung (8.). Xherdan Shaqiri erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich (68.). Zudem sah Nati-Sechser Remo Freuler die Rote Karte (77.).

Nach dem siegreichen Elfmeter-Krimi gegen Frankreich musste Nati-Trainer Vladimir Petkovic sein Team auf einer Position ändern. Für den Gelb-gesperrten Kapitän Granit Xhaka lief Zakaria von Borussia Mönchengladbach auf. Damit starteten die Eidgenossen mit sechs Spielern aus der Bundesliga.

Spaniens Coach Luis Enrique ersetzte im Vergleich zum 5:3-Sieg nach Verlängerung gegen Kroatien in seiner Startelf Eric Garcia und José Gayà positionsgleich durch Pau und Jordi Alba.

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Bereits in der achten Minute gab es für die Schweiz die kalte Dusche: Eine von Koke getretene Ecke von der rechten Seite flog über Freund und Feind hinweg zu Jordi Alba, der halblinks aus etwa 18 Metern einfach mal abzog. Pechvogel Zakaria hielt den Fuß hin und fälschte den Ball unhaltbar für Yann Sommer zum 1:0 ins linke Eck ab (8.).

Auch nach der frühen Führung kontrollierten die Spanier wie gewohnt mit viel Ballbesitz das Spiel. Da die Männer von Petkovic es einfach nicht schafften, nach den seltenen Ballgewinnen schnell und präzise ihre Offensivkräfte einzusetzen, hatte Spaniens Keeper Unai Simón zunächst einen ausgesprochen ruhigen Abend.

Mir dieser Startelf wollte die Schweiz ins Halbfinale einziehen

Spaniens Trainer Luis Enrique veränderte sein Team auf zwei Positionen

Xherdan Shaqiri trifft für die Schweiz nach klarer Leistungssteigerung zum Ausgleich

Nach einem krassen Abwehrfehler erzielte Xherdan Shaqiri (r.) das 1:1 für die Schweiz.
Nach einem krassen Abwehrfehler erzielte Xherdan Shaqiri (r.) das 1:1 für die Schweiz.  © Kirill Kudryavtsev/Pool AFP/AP/dpa

Erst in der 34. Minute gab es so etwas wie eine Torchance für die Schweiz, aber Borussia Dortmunds Manuel Akanji köpfte das Leder aus sechs Metern über die Latte (34.).

Nur fünf Minuten später ging es seinem Mannschaftskollegen Silvan Widmer ähnlich (39.). Immerhin zeigten sich die Eidgenossen jetzt etwas offensivfreudiger. Zählbares sprang bis zum Abpfiff der lahmen ersten Halbzeit aber nicht mehr heraus.

Frisch aus der Pause standen die Schweizer nun höher und hatten etwas mehr vom Spiel. Glück für die Spanier, dass Zakaria nach einer Ecke von links den Ball aus wenigen Metern denkbar knapp am Tor vorbeiköpfte. Da wäre Unai Simón chancenlos gewesen (56.).

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Und die Eidgenossen setzten nach. Vargas spitzelte die Kugel links in den Strafraum zu Steven Zuber, der aus spitzem Winkel draufhielt, aber Unai Simón konnte parieren (64.). Ging da noch was? In der Tat!

Pau und Aymeric Laporte behinderten sich am eigenen Strafraum gegenseitig beim Klärungsversuch. Freuler war der Nutznießer und setzte Shaqiri gekonnt ein, der das Leder frei vor dem spanischen Tor nicht voll traf, es aber zum mittlerweile nicht unverdienten 1:1 mithilfe des linken Pfostens im langen Eck versenkte (68.).

Yann Sommer rettet die Schweiz in Unterzahl ins Elfmeterschießen

In der Verlängerung hielt der Schweizer Keeper Yann Sommer das 1:1 fest.
In der Verlängerung hielt der Schweizer Keeper Yann Sommer das 1:1 fest.  © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Kurz darauf schwächte sich die Nati selbst, als Freuler nach Einsteigen von vorne mit beiden Beinen gegen den eingewechselten Gerard zwar auch den Ball spielte, aber dennoch die Rote Karte sah (77.). Eine sehr harte Entscheidung!

Allerdings konnte "La Furia Roja" die zahlenmäßige Überlegenheit zunächst nicht nutzen und es ging für beide Teams erneut in die Verlängerung.

Nun erhöhten die Spanier spürbar das Tempo und kamen zu guten Chancen im Minutentakt. Gerard (93.) und der eingewechselte Dani Olmo (97.) vergaben knapp, gegen Alba (96.), noch einmal Gerard (101.) und Mikel Oyarzabal (103.) rettete Sommer mit Glanztaten.

Die Schweizer konnten sich nun nicht mehr befreien, verteidigten aber mit allem, was sie noch zur Verfügung hatten, blockten alles weg und verhinderten zunächst tapfer weitere Großchancen.

Einen Kopfball aus kurzer Distanz von Sergio Busquets nach einer Ecke parierte erneut Sommer (116.), der zum besten Schweizer auf dem Platz wurde und sein Team ins Elfmeterschießen retten konnte.

Tapfer gekämpft und dennoch unglücklich ausgeschieden: Die Schweizer Spieler trauern nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Spanien.
Tapfer gekämpft und dennoch unglücklich ausgeschieden: Die Schweizer Spieler trauern nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Spanien.  © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Nur ein Schweizer trifft vom Punkt

Diese Spanier schossen die Elfer: Busquets (Pfosten), Dani Olmo (linker Winkel), Rodri (Sommer hält), Gerard (rechts oben), Oyarzabal verwandelte den entscheidenden Elfer rechts unten.

Für die "Nati" traten im Elfmeterschießen an: Mario Gavranovic (hoch links), Fabian Schär (Unai Simón hält), Akanji (Unai Simón hält) und Vargas (drüber).

Spanien tritt nun im Halbfinale im Londoner Wembley-Stadion am kommenden Dienstag (21 Uhr) gegen den Sieger der Partie Belgien gegen Italien an.

Titelfoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

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