Bierhoff interessieren die Ostklubs nicht! "Intolerant und nicht verständlich"

München - Bekannt für seine direkte Wortwahl hat sich Ex-Nationalspieler Dietmar "Didi" Hamann (47) in der Sendung "sky90" am Sonntag unter anderem kritisch zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) und einen für ihn einzig logischen Nachfolger für Bundestrainer Joachim Löw (60) geäußert.

Dietmar "Didi" Hamann (47) äußerte sich kritisch zu DFB-Präsident Fritz Keller und -Direktor Oliver Bierhoff (52).
Dietmar "Didi" Hamann (47) äußerte sich kritisch zu DFB-Präsident Fritz Keller und -Direktor Oliver Bierhoff (52).  © Rolf Vennenbernd/dpa

Zunächst einmal findet er, dass der seit September 2019 im Amt tätige DFB-Präsident Fritz Keller (63) "hilflos und überfordert" sei.

"Man hat schnell jemanden gebraucht. Fritz Keller kam in diese Rolle hinein und ist überfordert mit der ganzen Situation. In Freiburg ist es natürlich wunderbar, wenn du am Trainer festhältst und Kontinuität und Stabilität zu leben. Das ist was anderes als beim DFB", so Hamann über den Ex-Präsidenten des SC Freiburg.

Ebenso wenig versteht er Oliver Bierhoffs (52) Aussagen über den Ostfußball. Als die Nationalelf in der letzten Woche zwei Länderspiele in Leipzig absolvierte (1:0 gegen Tschechien, 3:1 gegen die Ukraine), wurde der DFB-Direktor über die Rolle der Vereine in den Neuen Bundesländern befragt.

"Was den ostdeutschen Fußball angeht, bin ich jetzt nicht der absolute Fachmann", sagte der 52-Jährige. Als DFB-Direktor! Es sei "für Vereine wie Hansa Rostock oder Dynamo Dresden nicht einfach, den Sprung nach oben zu schaffen. Aber im Detail weiß ich auch nicht genau, was bei jedem Verein verkehrt gelaufen ist."

Das brachte Didi Hamann ziemlich auf die Palme. "Ich finde schon, dass das ein Stück weit intolerant und nicht verständlich ist. Wir alle sollten ein Interesse daran haben, dass die Ostvereine wieder nach oben kommen, nicht nur Leipzig."

Für seine mögliche Gleichgültigkeit gegenüber ostdeutschen Vereinen wurde DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52) von Hamann gerügt.
Für seine mögliche Gleichgültigkeit gegenüber ostdeutschen Vereinen wurde DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52) von Hamann gerügt.  © Marius Becker/dpa

Bundestrainer-Nachfolge von Joachim Löw: "Rangnick wäre für mich die einzige Option!"

RB Leipzigs Ex-Funktionär Ralf Rangnick (62) kann sich den Posten als Bundestrainer gut vorstellen.
RB Leipzigs Ex-Funktionär Ralf Rangnick (62) kann sich den Posten als Bundestrainer gut vorstellen.  © Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool/Picture Point

Direkt nach dem blamablen Scheitern bei der WM 2018 schon in der Gruppenphase, zuletzt aber vor allem nach dem 0:6 im entscheidenen Nations-League-Duell in Spanien, wird die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw wieder lauter.

Für Hamann habe die Nationalelf einen "müden und erschöpften Eindruck" gemacht und aufgrund eingesetzter Verteidiger wie Robin Koch, Philipp Max, Jonathan Tah und Niklas Süle, die entweder nicht bei Top-Vereinen spielen, keine Stammspieler bei ihren Klubs sind oder aus einer Verletzung kommen, sei es "nicht verwunderlich, dass wir hinten das ein oder andere Problem haben."

Der Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool von 2005 vermutet zwar, dass der DFB mit Löw in die EM im kommenden Jahr geht und glaubt auch, dass das richtig so ist.

Danach - natürlich auch abhängig von der Leistung - könnte aber ein Wechsel auf der Trainerbank angestrebt werden. Heißester Anwärter auf die Nachfolge für Hamann: Ralf Rangnick. "Er wäre für mich die einzige Option!"

Der Ex-Trainer und -Sportdirektor von RB Leipzig wurde in der Vergangenheit schon mehrfach auf den Löw-Posten angesprochen, bemerkte aber immer, dass es sich "nicht gehört, darüber zu sprechen." Aber auch sagte er: "Grundsätzlich ist das Amt des Bundestrainers für keinen deutschen Trainer ein Amt, das ihn nicht interessiert."

Titelfoto: Bildmontage: Marius Becker/dpa, Rolf Vennenbernd/dpa

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