Tausende Euro für Nachwuchs fehlen! NOFV-Chef Winkler fordert mehr Zuschauer in der Bundesliga

Leipzig - Die Forderungen der Profiklubs nach Lockerungen bei Zuschauerbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie hat Hermann Winkler (58) als Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) unterstützt.

NOFV-Präsident Hermann Winkler (58) schließt sich den Profiklubs an und fordert mehr Zuschauer in deutschen Fußballstadien. Vor allem der Nachwuchsbereich leidet unter wegfallenden Einnahmen.
NOFV-Präsident Hermann Winkler (58) schließt sich den Profiklubs an und fordert mehr Zuschauer in deutschen Fußballstadien. Vor allem der Nachwuchsbereich leidet unter wegfallenden Einnahmen.  © Picture Point / Roger Petzsche

"Die Diskussion um mehr Zuschauer in unseren Bundesligastadien ist nicht nur eine Diskussion in den Profikabinen, sondern auch eine wichtige Frage für alle Amateurvereine", sagte Winkler am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Im Grundlagenvertrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) sei festgelegt, dass zum Beispiel für jedes Heimspiel eines Bundesligisten 2,35 Prozent der Zuschauereinnahmen an den jeweiligen Fußball-Regional- beziehungsweise Landesverband gehen und für jede Begegnung der Zweiten Liga 1,25 Prozent abzuführen sind.

Diese sogenannten Spielabgaben würden für die satzungsgemäßen Zwecke der Verbände, vordergründig für die Nachwuchsarbeit, Qualifizierung und Weiterbildung sowie Beratungsangebote für Amateurvereine verwendet.

Nach Aufstieg und Meisterschaft: 1. FC Magdeburg trägt sich ins Goldene Buch ein
Fußball Nach Aufstieg und Meisterschaft: 1. FC Magdeburg trägt sich ins Goldene Buch ein

Bliebe es zum Beispiel in Sachsen weiterhin bei der Beschränkung auf 1000 Zuschauer pro Spiel, hätten nicht nur Erzgebirge Aue, Dynamo Dresden und RB Leipzig fehlende Einnahmen, sondern auch im Sächsischen Fußball-Verband fehlten mehrere 10.000 Euro für den Nachwuchs.

Dem Sächsischen Fußball-Verband fehlen 180.000 Euro!

Seit Wochen schon bleiben die Stadien in Sachsen fast leer – derzeit sind gerade einmal 1000 Zuschauer zugelassen.
Seit Wochen schon bleiben die Stadien in Sachsen fast leer – derzeit sind gerade einmal 1000 Zuschauer zugelassen.  © Picture Point / Roger Petzsche

"Deshalb erneuern auch wir Amateure die Forderung, mehr Zuschauer in den Stadien zuzulassen. Die Profis unterstützen mit dieser Regelung unsere Amateure, wenn die Politik sie lässt. Ich hoffe auf ein Einsehen und logisches Denken aufseiten der politischen Entscheidungsträger, um die auch im Raum stehende juristische Auseinandersetzung zu vermeiden", sagte Winkler.

Nach Angaben von Winkler, der auch dem Sächsischen Fußball-Verband (SFV) vorsteht, erhält der Verband von einem RB-Heimspiel bis zu 12.000 Euro, von einem Heimspiel in Aue rund 1500 Euro.

Dem SFV fehlen bisher coronabedingt rund 180.000 Euro durch wegfallende Spielabgaben für Zuschauer.

Titelfoto: Bildmontage / PICTURE POINT / Roger Petzsche

Mehr zum Thema Fußball: