Trotz Ukraine-Krieg! Russisch wird offizielle Sprache der FIFA

Doha - Die Spekulationen haben sich bestätigt: Neben Portugiesisch und Arabisch ist Russisch eine neue offizielle Sprache der FIFA - und das trotz aller Kritik an Wladimir Putin (69) und seinem Krieg gegen die Ukraine.

Russlands Präsident Wladimir Putin (69, r.) und FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) haben sich jahrelang Macht und Einfluss in der Sportwelt gesichert.
Russlands Präsident Wladimir Putin (69, r.) und FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) haben sich jahrelang Macht und Einfluss in der Sportwelt gesichert.  © Yuri Kadobnov/POOL AFP/dpa

Bekannt gegeben wurde die Neuerung am heutigen Donnerstag beim jährlichen FIFA-Kongress in Doha. In den drei neuen Amtssprachen des Verbandes werden dann künftig offizielle Dokumente ausgestellt - neben Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch.

Den Schritt des Internationalen Fußballverbandes hatten Experten bereits erwartet. Und auch das Ergebnis der Abstimmung war eindeutig: Es gab 187 Ja-Stimmen, nur vier waren dagegen.

Trotzdem bleibt die Entscheidung angesichts des weiterhin tobenden Krieges in der Ukraine sehr fragwürdig und kann deshalb auch als FIFA-Geschenk an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gesehen werden.

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Trotzdem dürfte Russland in absehbarer Zeit von der neuen Regelung nicht profitieren. Aufgrund der Invasion in die Ukraine wurde das Land auf unbestimmte Zeit von allen Wettbewerben der UEFA und der FIFA ausgeschlossen.

FIFA-Präsident Infantino äußert sich erstmals zum Krieg

FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) sprach am Donnerstag beim Kongress in Doha.
FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) sprach am Donnerstag beim Kongress in Doha.  © Christian Charisius/dpa

FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) hatte sich bislang nicht zum Krieg in der Ukraine geäußert. Das änderte sich am heutigen Donnerstag, als der Schweizer den Angriff Russlands auf das Nachbarland ansprach: Die Corona-Pandemie sei fast überwunden. "Was passiert jetzt? Krieg", sagte Infantino.

Und weiter: "Ein Krieg mit der Angst vor einem globalen Konflikt - mit diesen schrecklichen Ereignissen in der Ukraine. Aber es gibt schreckliche Kriege und Konflikte auch in anderen Teilen der Welt, das dürfen wir nicht vergessen. Orte, wo hilflose Menschen leiden und sterben."

Während des Kongresses saßen zwar Vertreter des russischen Verbandes im Saal, jedoch niemand aus der Ukraine. Ein gezeigtes Video mit dem ukrainischen Verbandspräsidenten Andrij Pawelko (46) wurde von den Delegierten ohne große Regung zur Kenntnis genommen. Pawelko sprach in einer Schutzweste gekleidet vom "Horror des Kriegs."

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"Wir bedauern, dass er diese Emotionen hat. Das ist schwierig für sie, das verstehen wir. Aber ich bin nicht hier um über Politik oder militärische Aktivitäten zu diskutieren", sagte Alexej Sorokin (49), der Organisationschef der WM 2018 in Russland, nach dem Kongress.

Titelfoto: Yuri Kadobnov/POOL AFP/dpa

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