1. FC Köln dank Hector noch im Bundesliga-Rennen, Restprogramm machbar!

Köln - Friedhelm Funkel (67) feierte bei seinem Heim-Comeback als Trainer des 1. FC Köln dank Matchwinner Jonas Hector (30) einen völlig überraschenden und möglicherweise überlebenswichtigen Sieg .

Jonas Hector erzielte für den 1. FC Köln zwei enorm wichtige Tore gegen RB Leipzig.
Jonas Hector erzielte für den 1. FC Köln zwei enorm wichtige Tore gegen RB Leipzig.  © Rolf Vennenbernd/dpa pool/dpa

Voller Adrenalin forderte Friedhelm Funkel mit hochgerissenen Armen den Schlusspfiff, dann ballte er die Fäuste und schrie seine Freude heraus.

Nach 95 Minuten Hochspannung war die Erleichterung beim Routinier riesengroß.

Der 67-Jährige gewann mit dem Tabellen-Vorletzten Köln gegen den Zweiten RB Leipzig mit 2:1 (0:0) und zog vier Spiele vor dem Saisonende nach Punkten mit Hertha BSC auf dem Relegationsplatz gleich. Allerdings haben die derzeit in Quarantäne befindlichen Berliner zwei Spiele weniger absolviert.

Für den 1. FC Köln war der Sieg durch die Tore von Kapitän und Ex-Nationalspieler Hector (46./60.) der erste nach neun Spielen und erst der zweite Heimerfolg in dieser Saison. Gegen Bayer Leverkusen gab es zuletzt eine Niederlage.

Das Restprogramm in der Bundesliga mit den Gegnern Augsburg, Freiburg, Hertha und Schalke erscheint zudem machbar.

1. FC Köln erhöht Chancen auf Verbleib in der Bundesliga

Kölns Mittelfeldspieler Jonas Hector erzielt das erste Tor seiner Mannschaft gegen Leipzigs Torwart Peter Gulacsi (oben).
Kölns Mittelfeldspieler Jonas Hector erzielt das erste Tor seiner Mannschaft gegen Leipzigs Torwart Peter Gulacsi (oben).  © Lukas Schulze/Getty Images Pool/dpa

Die Chance auf den Kölner Klassenverbleib ist trotz des Bielefelder 1:0 (0:0)-Sieges am Abend gegen Schalke 04 zumindest etwas größer geworden. Dank Hector.

"Generell ist es egal, wer die Tore bei uns schießt. Die haben uns in den letzten Wochen gefehlt. Mir tut es auf jeden Fall gut, unter den Torschützen zu sein", sagte der Matchwinner im Sender Sky.

Er fügte hinzu: "Vielmehr muss man die Mannschaftsleistung herausstellen. Wir haben alle kämpferisch eine überragende Leistung abgeliefert. Das ist der Schlüssel."

Fußball sei ein Tagesgeschäft. "Es ist schön, dass wir jubeln durften. Für die nächsten Wochen tut uns das extrem gut."

Funkel, der den 1. FC Köln zuletzt am 18. Oktober 2003 bei einem 1:0-Sieg gegen Freiburg mit Kollege Volker Finke (73) betreut hatte, stellte in der Offensive dreimal um.

Köln zunächst völlig unterlegen

Kölns Trainer Friedhelm Funkel jubelte über den Sieg der schwächeren Kölner gegen RB Leipzig.
Kölns Trainer Friedhelm Funkel jubelte über den Sieg der schwächeren Kölner gegen RB Leipzig.  © Rolf Vennenbernd/dpa pool/dpa

Wer beim 1. FC Köln vorne spielte, war zunächst aber völlig egal, denn gefordert war nur die Defensive. Die von Julian Nagelsmann (33) trainierten Gäste überfielen den FC regelrecht und ließen dem Abstiegskandidaten kaum Luft zum Atmen.

Nach sieben Minuten waren schon 5:0 Torschüsse für die Gäste notiert. Das erhoffte frühe Tor wollte aber nicht gelingen.

Nach etwa zehn Minuten berappelte sich der zunächst komplett überrumpelte FC und agierte nun geordneter. 13:3 Torschüsse wies die Statistik zur Pause aus, aber keinen Treffer.

Und nach der Pause bekam RB Leipzig dann prompt die Quittung.

56 Sekunden waren gespielt, als Hector eine Flanke von Jannes Horn (24) zur Führung einköpfte. Selbst Funkel schien so überrascht, dass er kaum jubelte. Doch nach dem Ausgleich von Haidara (23) kippte das Spiel nicht etwas sofort.

Im Gegenteil, die Kölner schlugen erneut durch Hector fast umgehend zurück. Diesmal jubelte auch Funkel, so energisch, dass ihm ein Zettel aus der Hand fiel.

Sein 34 Jahre jüngerer Kollege Nagelsmann wurde dagegen immer wütender und legte sich mit dem Schiedsrichter an. Auch Funkel war in der spannenden Schlussphase kaum zu bändigen. Dafür gab es die Gelbe Karte.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa pool/dpa / Montage

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