1. FC Köln: Starke Derby-Reaktion, doch eine große Baustelle bleibt!

Köln - Trotz verpatztem Start der Top-Mannschaft Paroli geboten und am Ende mit einem Punkt belohnt: Das 2:2 des 1. FC Köln gegen Bayer 04 Leverkusen war eine starke Reaktion auf die knallende 0:5-Niederlage vor Wochenfrist bei der TSG 1899 Hoffenheim. Doch FC-Trainer Steffen Baumgart (49) wird auch nach diesem Spiel weitere Möglichkeiten zur Verbesserung sehen.

FC-Trainer Steffen Baumgart (49) wird mit dem Ausgang des Spiels gegen Leverkusen zufrieden sein. Die hohe Fehlerquote im Aufbauspiel war allerdings wieder ein großes Problem.
FC-Trainer Steffen Baumgart (49) wird mit dem Ausgang des Spiels gegen Leverkusen zufrieden sein. Die hohe Fehlerquote im Aufbauspiel war allerdings wieder ein großes Problem.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Denn wie bereits bei der Auswärtsschlappe in Sinsheim agierte der 1. FC Köln im Spielaufbau zu fehlerbehaftet.

Die vielen Fehlpässe luden die Leverkusener zu zahlreichen Kontersituationen ein, die diese allerdings schwach zu Ende spielten.

Zudem zeigte sich, dass die Verteidigung bei Gegnern, die mit hohem Tempo auf die Abwehrkette zulaufen, schlichtweg überfordert ist.

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Abwehrchef Rafael Czichos (31) agierte erneut extrem unglücklich, fing sich erst im Laufe der zweiten Halbzeit. Aber auch Nebenmann Luca Kilian (22) strahlte keine Sicherheit aus.

Das Problem: Bis dato hat sich noch keine Stamm-Innenverteidigung herauskristallisiert. Neben Czichos, der bei Baumgart trotz seiner bisherigen Wackler gesetzt ist, agierten Kilian, Jorge Meré (24) und Timo Hübers (25). Vollends überzeugen konnte bis dato keiner in seinen Einsätzen.

Sava Cestic (20), der in der vergangenen Saison den Sprung zu den Profis schaffte, spielt unter Baumgart bis dato keine Rolle und kickt derzeit am Wochenende durchgehend bei der U21 in der Regionalliga West.

Auch wenn Baumgart immer wieder betont, dass er keine klare Stammelf hat, wäre mehr Kontinuität im Defensivzentrum wichtig für das Team.

Positive Erkenntnisse nach dem Bayer-Spiel überwiegen beim 1. FC Köln

Dejan Ljubicic (24/M.) überzeugte gegen Bayer 04 Leverkusen mit seiner Zweikampfstärke und Dynamik. Er trieb das Spiel im zweiten Durchgang an.
Dejan Ljubicic (24/M.) überzeugte gegen Bayer 04 Leverkusen mit seiner Zweikampfstärke und Dynamik. Er trieb das Spiel im zweiten Durchgang an.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Trotz der Defensivprobleme zeigt der Daumen nach dem Derby beim FC wieder nach oben.

Denn die Mannschaft blieb auch nach dem 0:2 bei sich und kam danach zurück in die Begegnung. Sie zogen damit die richtigen Schlüsse aus dem Hoffenheim-Spiel, als sie vor allen Dingen im Zweikampfverhalten nicht bissig genug wirkten.

Diese Tugenden legten sie gegen die Leverkusener an und erspielten sich in der zweiten Halbzeit auch genug Tormöglichkeiten, sodass der Punktgewinn unterm Strich auch verdient war. Die Offensive um Anthony Modeste (33) läuft in dieser Bundesliga-Saison eh auf Hochtouren. Mit 15 Toren bilden die Geißböcke die bis dato siebtbeste Offensive der Bundesliga.

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Dejan Ljubicic (24) überzeugte zudem in der Rolle als Skhiri-Ersatz, weil er es auch mit dem hohen Tempo der Leverkusener aufnehmen konnte. Zudem zeigte Salih Özcan (23) nach der schwachen Partie in Hoffenheim eine gute Reaktion, kämpfte sich vor allem in der zweiten Halbzeit in die Partie und brachte seine Physis auf der Position im halbrechten Mittelfeld gut ein.

Das Thema Defensive wird Steffen Baumgart sicherlich weiter auf dem Aufgabenzettel haben. Aber vor allen Dingen bei dem Thema Reaktion zeigten seine Spieler eine passende Antwort. Das war gerade mit Blick auf die beiden vergangenen Spielzeiten oft nicht der Fall. Der Wandel ist ein Verdienst des neuen Trainers!

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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