1. FC Köln weiter in der Krise: Gelingt Gisdol der Turnaround?

Köln – Das 0:1 in Bielefeld war für den 1. FC Köln bereits das zwölfte Spiel in Folge ohne Sieg. Der Druck auf Team und Trainer Markus Gisdol (51) wird damit größer.

Kann Trainer Markus Gisdol (51) den 1. FC Köln wieder in die Erfolgsspur bringen?
Kann Trainer Markus Gisdol (51) den 1. FC Köln wieder in die Erfolgsspur bringen?  © Friso Gentsch/dpa

In der Liga konnte der FC zuletzt Anfang März in Paderborn gewinnen. Seitdem gab es in zwölf Spielen nur noch vier Punkte.

In der neuen Saison reichte es noch zu keinem Punkt. Der Blick auf die ersten beiden Spiele macht Mut, liefert aber auch Anlass zur Sorge.

In beiden Duellen war Köln nicht klar unterlegen und hätte jeweils einen Punkt verdient gehabt. Nun ist Fußball allerdings ein Ergebnissport, und es gibt Gründe für den Misserfolg.

Überzeugte gegen Hoffenheim vor allem die Offensive nach Anlaufschwierigkeiten, präsentierten sich die Geißböcke auf der Bielefelder Alm defensiv weitgehend kompakt, aber spielerisch ideenlos.

Das Team hat an der Fitness gearbeitet, macht aber weiterhin zu viele individuelle Fehler. Die als Leistungsträger eingeplanten Timo Horn (27) und Jonas Hector (30) konnten den Kollegen keine Sicherheit geben und waren zudem mit Patzern noch an den Niederlagen beteiligt.

Trainer Gisdol ist hier als Führungskraft gefragt. Nach der Partie am Samstag stärkte er Torhüter Horn den Rücken. Ob dieser das Vertrauen bald endlich wieder mit einer konstant bundesligatauglichen Leistung rechtfertigt?

Integration der Neuzugänge braucht Geduld: Wie viel Zeit bekommt Gisdol?

In der Vorsaison spielte sich Köln unter Gisdol in einen Rausch, der durch die Corona-Pause jäh beendet wurde.
In der Vorsaison spielte sich Köln unter Gisdol in einen Rausch, der durch die Corona-Pause jäh beendet wurde.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Auch auf den Faktor Zeit wird es ankommen. Denn durch die späten Transfers dauert die Integration der Neuzugänge an.

Und so steht Köln in einer ähnlichen Lage wie vor einem Jahr da. Damals gelang der erste Sieg am dritten Spieltag (2:1 in Freiburg), nach elf Spielen und nur sieben Punkten musste Trainer Achim Beierlorzer (52) dann aber gehen.

Gisdol übernahm und brachte das Team nach einem Stotterstart (ein Punkt aus drei Partien) mit acht Siegen aus zehn Spielen ins Tabellenmittelfeld. Nach der Corona-Pause reichten dann vier Remis aus zehn Spielen für den Klassenerhalt.

In seiner ersten Kölner Saison holte Gisdol unter dem Strich 29 Punkte aus 23 Spielen. Auf eine Spielzeit hochgerechnet würde das genügen. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass das Team erneut eine solche Siegesserie einlegt?

Kann Gisdol mehr als Feuerwehrmann? Das konnte der Fußballtrainer bisher nur in Hoffenheim zeigen. Dort gelangen nach dem Klassenerhalt 2013 zwei ordentliche Spielzeiten (Platz 9 und 8). In seiner dritten Saison im Kraichgau folgte der Absturz und die Entlassung auf Platz 17.

Den HSV konnte er 2017 retten, in der Saison danach war kurz nach der Winterpause erneut auf Platz 17 Schluss.

In Köln wurde der bis 2021 laufende Vertrag des Coaches im Sommer vorzeitig bis 2023 verlängert. Gisdol genießt also das Vertrauen der sportlichen Führung. Dennoch muss er liefern – am besten schon gegen Mönchengladbach.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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