Ära Gisdol vorbei: Funkel Favorit auf Trainerstuhl beim 1. FC Köln

Köln - Seine bisherigen Spieler bekamen am Montag frei, der Club präsentiert womöglich schon den Nachfolger: Nach 18 Monaten ist die Ära Markus Gisdol (51) beim 1. FC Köln beendet.

Nach 509 Tagen ist Schluss! Markus Gisdol (51) muss nach nur fünf Siegen aus 38 Spielen seit dem Beginn der Corona-Pandemie beim 1. FC Köln seinen Hut nehmen.
Nach 509 Tagen ist Schluss! Markus Gisdol (51) muss nach nur fünf Siegen aus 38 Spielen seit dem Beginn der Corona-Pandemie beim 1. FC Köln seinen Hut nehmen.  © Thilo Schmuelgen/Reuters-Pool/dpa

Bereits wenige Stunden nach der bitteren 2:3-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz vermeldete der rheinische Club kurz vor Mitternacht die sofortige Freistellung des Cheftrainers.

"Bis zum Saisonende sind es jetzt noch sechs Spiele, in denen wir unbedingt unser Ziel, den Klassenerhalt, erreichen wollen. Mit einem Trainerwechsel wollen wir der Mannschaft für diese entscheidende Phase mit einer neuen Konstellation einen neuen Impuls geben", teilte FC-Geschäftsführer Horst Heldt (51) mit.

Über die Nachfolge informiere der Club zeitnah, hieß es in der Mitteilung. Bekommen wird womöglich einer der vielen Vorgänger Gisdols den Job: Berichten zufolge könnte Routinier Friedhelm Funkel (67) die Aufgabe übernehmen, den Club vor dem Gang in die 2. Liga zu bewahren.

Gisdol hätte am Sonntagabend gegen den unmittelbaren Konkurrenten 1. FSV Mainz 05 einen Sieg benötigt, am Ende stand eine unglückliche Niederlage mit dem Mainzer Siegtreffer in der Nachspielzeit durch Leandro Barreiro (21, 90.+2).

Funkel: Vom Rentnerdasein zurück an die Seitenlinie?

Trainer-Urgestein Friedhelm Funkel (67) gilt als Favorit auf die Gisdol-Nachfolge. Er trainierte den FC bereits von 2002-2004, stieg erst ab und anschließend wieder auf. (Archivfoto)
Trainer-Urgestein Friedhelm Funkel (67) gilt als Favorit auf die Gisdol-Nachfolge. Er trainierte den FC bereits von 2002-2004, stieg erst ab und anschließend wieder auf. (Archivfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Nachdem Gisdol unmittelbar nach der Partie erst regungslos verharrte und dann emotionslos seine Spieler abklatschte, verschwand der 51-Jährige zügig in den Katakomben. Es war sein letzter Auftritt als FC-Trainer im Kölner Stadion.

"Die Mannschaft, mein Trainerteam und ich haben bis zuletzt alles investiert, um mit guten Leistungen zu guten Ergebnissen zu kommen. Das ist uns nach dem Derby nicht mehr geglückt", sagte der Coach nach seinem 51. und letzten Bundesligaspiel beim 1. FC Köln.

Die vergangenen acht konnte er nicht gewinnen, in der Tabelle ist die Mannschaft auf den vorletzten Platz zurückgefallen mit drei Punkten Rückstand auf einen rettenden Rang.

Heldt, der dem Trainer zuvor ein Ultimatum von Woche zu Woche gestellt hatte, dankte Gisdol für die insgesamt gute Arbeit. "Er hat hier im November 2019 in einer nahezu aussichtslosen Situation übernommen und mit einer sensationellen Serie bis zum Beginn der Pandemie den Grundstein für den Klassenerhalt gelegt - und diesen zusammen mit unserem Team erreicht", sagte der Sportchef.

Nun könnte es also wieder Funkel richten. Der 67-Jährige war zu Beginn des Jahres 2020 bei Fortuna Düsseldorf beurlaubt worden und wollte seine Trainerkarriere damit eigentlich beenden. Er wurde 2002 schon einmal als Retter in Köln engagiert, konnte damals aber den Abstieg nicht verhindern. Dafür gelang ihm mit dem FC sofort der Wiederaufstieg.

In der Saison 2003/04 wurde er dann schon nach zehn Spielen entlassen. Diesmal soll er es in sechs Spielen richten. In Düsseldorf hatte man ihm das nicht mehr zugetraut, und die Mannschaft stieg dann unter seinem Nachfolger Uwe Rösler ab.

Update, 12. April, 10.09 Uhr: Friedhelm Funkel heute zu finalen Gesprächen in Köln

Funkel: "Es sieht gut aus, dass wir das hinbekommen!"

Friedhelm Funkel (67) soll den 1. FC Köln als Nachfolger von Markus Gisdol (51) vor dem Abstieg bewahren. Der 67-Jährige bestätige dem Kölner Express entsprechende Kontakte mit seinem ehemaligen Club. Am Montag sei der Trainer-Routinier zum finalen Gespräch am Geißbockheim.

Gegen 21.30 Uhr am Sonntagabend nach dem mit 2:3 verlorenen Spiel gegen den Mitkonkurrenten 1. FSV Mainz 05 habe er einen Anruf von Sportchef Horst Heldt (51) erhalten. "Es sieht gut aus, dass wir das hinbekommen. Ich weiß, dass die Aufgabe anspruchsvoll wird", sagte Funkel, der von 2002 bis 2003 schon einmal Cheftrainer der Kölner war, nach dem Gespräch mit dem FC-Geschäftsführer.

Gisdol hatte nach acht sieglosen Spielen in Serie und dem Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz keine zwei Stunden nach der Partie gegen Mainz von seiner Freistellung erfahren. "Die Mannschaft hat unter schwierigen Bedingungen, die uns seit Saisonbeginn begleiten, immer alles gegeben. Ich wünsche meinen Jungs für den Saisonendspurt alles Gute und drücke ihnen und dem FC die Daumen, damit sie in der Bundesliga bleiben", sagte der nach 18 Monaten scheidende Coach.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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