Auch im Derby außen vor: Noah Katterbach beim 1. FC Köln auf dem Abstellgleis!

Köln - Als die Frage bei der Pressekonferenz am Donnerstag kam, welche Spieler denn wieder bei der U21 sein werden, antwortete Steffen Baumgart (49), der Trainer des 1. FC Köln: "Sava-Arangel Cestic, Noah Katterbach und Marvin Obuz werden dabei sein." Dass der Name Noah Katterbach in dieser Saison wieder regelmäßig auf dem Spielberichtsbogen der U21 steht, hätten dabei wohl die wenigsten für möglich gehalten.

Die Karriere von Noah Katterbach (20/l.) ist etwas ins Schlittern geraten.
Die Karriere von Noah Katterbach (20/l.) ist etwas ins Schlittern geraten.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Doch während die Profis am Samstag (Sky, 15.30 Uhr) das Derby gegen Borussia Mönchengladbach bestreiten, wird Katterbach in der Regionalliga West auflaufen.

Für die "Zwote" geht es beim VfB Homberg um wertvolle Punkte. Dennoch ist es aus Katterbachs Sicht Homberg statt Mönchengladbach. Regionalliga statt Bundesliga.

Die Vorstellungen von Noah Katterbach waren vor dieser Spielzeit definitiv andere.

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Das Eigengewächs der Geißböcke, das seit seinem achten Lebensjahr mit dem Geißbock auf der Brust aufläuft, gilt seit Jahren als großes Talent, wurde direkt zweimal vom DFB mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold (2018, 2020) ausgezeichnet.

Dementsprechend stark und fast kometenhaft begann sein Aufstieg als damals 18-Jähriger bei den Profis des FC. Der linke Außenverteidiger bestritt in seiner ersten Profi-Spielzeit 18 Bundesligapartien, zumeist sehr stark und souverän. Der technisch beschlagene Außenverteidiger wusste sich auf Anhieb durchzusetzen.

In der vergangenen Saison waren die Leistungen deutlich schwankender. Allerdings nichts wirklich Ungewöhnliches für einen jungen Profi in seiner zweiten Saison, dem es in vielen Situationen einfach an Souveränität noch verständlicherweise fehlt. Immerhin kam er am Ende der Spielzeit dennoch auf 21 Partien.

Unter Baumgart solle der nächste Schritt kommen? Mit der Erfahrung von 39 Bundesligaspielen ausgestattet, wollte der 20-Jährige zur absoluten Stammkraft aufsteigen. Doch derzeit läuft es eher in die komplett entgegengesetzte Richtung.

Noah Katterbach spielt nur bei der deutschen U21 eine große Rolle

Mit dem Adler auf der Brust läuft es für Noah Katterbach (20) deutlich besser als bei den Geißböcken.
Mit dem Adler auf der Brust läuft es für Noah Katterbach (20) deutlich besser als bei den Geißböcken.  © Matthias Balk/dpa

Katterbach war in dieser Saison lediglich einmal im Spieltagskader und wurde bei der 0:5-Schlappe bei der TSG Hoffenheim in der 75. Minute eingewechselt.

Auf seiner angestammten Linksverteidigerposition spielt Kapitän Jonas Hector (31), der aus dem Mittelfeld nach hinten beordert wurde.

Die Aussicht auf größere Einsatzzeiten sind seit der Rückkehr von Jannes Horn (24) ins Mannschaftstraining zusätzlich geschwunden.

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Horn bringt die für das Baumgart-Spiel so wertvolle Dynamik und Schnelligkeit geht, an der es Katterbach ein wenig mangelt.

Lediglich Stammkraft ist der 20-Jährige derzeit in der deutschen U21-Nationalmannschaft, für die er bisher fünf Spiele bestritt. Beim FC bleibt nur die Zuschauerrolle und die Hoffnung, sich über Einsätze in der Regionalliga anzubieten.

"Es ist ein wahnsinnig starkes Signal, dass er unbedingt hier bleiben wollte", sagte der damalige Manager Horst Heldt (51) im Juni 2020, als Katterbach seinen Vertrag bis 2024 verlängerte.

Katterbach sollte als Sinnbild des "neuen" FC dienen. Als einer, der aus der eigenen Jugend kommt, sich bei den Profis etabliert und ein neues Aushängeschild wird.

Im Moment ist Katterbach davon deutlich weiter entfernt, als man es noch im Sommer vermutet hätte. Eventuell wird sogar ein Leihgeschäft im Winter ein Thema, damit der Linksfuß zumindest auf Zweitliga-Niveau Spielpraxis sammelt. Dann könnte es vielleicht in Zukunft doch wieder heißen: Mönchengladbach statt Homberg.

Titelfoto: Bildmontage: Rolf Vennenbernd/dpa

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