Aus der Traum von Europa! 1. FC Köln scheidet trotz Comeback aus der Conference League aus

Köln - Der 1. FC Köln ist aus der Conference League ausgeschieden! Gegen den OGC Nizza kamen die Geißböcke trotz eines unfassbaren Comebacks nicht über ein 2:2 (0:2) hinaus und müssen ihre Segel in Europa streichen.

Huseinbasic leitete mit seinem frühen Tor im zweiten Durchgang die FC-Wende ein.
Huseinbasic leitete mit seinem frühen Tor im zweiten Durchgang die FC-Wende ein.  © Marius Becker/dpa

Vor voller Hütte, 50.000 Fans im Rücken und bei bestem Fußballwetter unter Flutlicht erkämpfte sich das Team von Trainer Steffen Baumgart dank eines Doppelschlags ein 2:2 (0:2) gegen den Tabellenzehnten der Ligue 1.

Die Tore des Abends erzielten Gaetan Brahimi (40. Minute) und Bilal Brahimi (43.) für die Gäste. Denis Huseinbasic (48.) und Ondrej Duda (60.) glichen eine völlig irre Partie noch aus.

Drei Wechsel nahm Baumgart im Vergleich zum jüngsten 1:1 (1:1) gegen die TSG 1899 Hoffenheim vom vergangenen Sonntag vor. Kingsley Schindler, Ellyes Skhiri und Sargis Adamyan starteten für Benno Schmitz, Eric Martel und Linton Maina und sollten dem Effzeh von Beginn an offensiven Schwung verleihen.

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1. FC Köln Wegen der Transfersperre: Köln-Ikone Toni Schumacher schießt gegen den FC

Auf der anderen Seite nahm Lucien Favre - von Juli 2018 bis Dezember 2020 bei Borussia Dortmund aktiv - zwei personelle Wechsel vor. Khéphren Thuram und Gaetan Laborde rückten für Pablo Rosario und Ross Barkley in die Startformation.

Anders als im Hinspiel am 8. September, bei dem sich Ultras beider Fanlager einen brutalen Kampf lieferten und für den um 55 Minuten verspäteten Anpfiff verantwortlich waren, blieb es am heutigen Donnerstagabend eher friedlich.

Zwar machten einige Nizza-Fans kurz nach ihrer Ankunft am Flughafen Köln/Bonn und anschließend in der Innenstadt lautstark auf sich aufmerksam, die Polizei war jedoch mit einem Großaufgebot vor Ort und hielt mögliche Ausschreitungen in Schach.

Die Aufstellung des 1. FC Köln für das Duell gegen den OGC Nizza

So starteten die Gäste aus Nizza in die Partie beim 1. FC Köln

0:2 zur Halbzeit tat unglaublicher Stimmung keinen Abbruch

Mittelfeldmotor Skhiri (r.) stand dem Effzeh nach kurzer Abwesenheit wieder zur Verfügung und haute sich gegen Nizza voll rein.
Mittelfeldmotor Skhiri (r.) stand dem Effzeh nach kurzer Abwesenheit wieder zur Verfügung und haute sich gegen Nizza voll rein.  © Uwe Kraft/AFP

Mit der Vorgabe "Vollgas nach vorne, gucken was rauskommt", die Steffen Baumgart vor der Partie ausgab, legte der Effzeh im eigenen Europapokal-Endspiel unter dem unfassbaren Support der eigenen Anhänger los und drückte die Franzosen früh in die eigene Hälfte.

Mit Erfolg! Eine kleine Unachtsamkeit der Gäste landete bei Adamyan, der völlig unbedrängt aus 20 Metern zentraler Position am Dänen Kasper Schmeichel scheiterte (7.).

Fast im Gegenzug die Führung für die Franzosen! Nach einer Flanke von rechts hat plötzlich Bilal Brahimi den Ball auf seinem starken linken Fuß, Denis Huseinbasic warf sich allerdings mit voller Entschlossenheit in die Murmel und verhinderte per Monstergrätsche den Rückstand (8.)!

Schwere Ausschreitungen nach Derby in Köln: Polizei von Hunderten Fans angegriffen
1. FC Köln Schwere Ausschreitungen nach Derby in Köln: Polizei von Hunderten Fans angegriffen

In der Folge bemühte sich Köln um die Spielkontrolle und bot Nizza immer wieder eklatante Räume für gefährliche Konter. Nicolas Pepe, Leihgabe des FC Arsenal, vergab einen dieser und fand mit seinem harmlosen Linksschuss aus 18 Metern seinen Meister in Marvin Schwäbe (22.).

Die bis dahin dickste Chance des Spiels hatte kurz vor der 30-Minuten-Marke aber Steffen Tigges! Der Ex-Dortmunder stieg nach Flanke von Florian Kainz von der rechten Strafraumkante am Fünfmeterraum am höchsten und köpfte das Leder auf die lange Ecke - Schmeichel musste sich ganz lang machen und kratzte die Kugel gerade noch so aus dem Eck (27.) - da hatten einige FC-Fans schon den Torschrei auf den Lippen!

Doppelschlag der Franzosen versetzte ganz Köln in Schockstarre

Immer wieder stellten die pfeilschnellen Akteure aus Nizza die Truppe des 1. FC Köln vor Probleme.
Immer wieder stellten die pfeilschnellen Akteure aus Nizza die Truppe des 1. FC Köln vor Probleme.  © Uwe Kraft/AFP

Kurz vor der Pause dann der brutale Doppelschlag gegen den 1. FC Köln! Nach einem flinken Doppelpass auf dem linken Flügel steht plötzlich Laborde frei im Sechzehner, geht an Timo Hübers und Skhiri vorbei und setzt den Ball anschließend mit links aus neun Metern in die kurze Ecke - 0:1 (40.)!

Bitter für den FC: Laborde nahm den Ball gleich zweimal unabsichtlich mit dem Arm mit und verschaffte sich so einen enormen Vorteil für den Torabschluss... Anders als in der Bundesliga gibt es in der Conference-League-Gruppenphase keinen VAR!

Völlig benebelt vom überraschenden Rückstand setzte es nur drei Minuten später den nächsten Treffer: Brahimi war nach einem Einwurf in der eigenen Hälfte und einem blitzsauberen Konter zur Stelle und netzte unter Begleitschutz von Schindler, der nicht wirklich eingriff, aus 16 Metern unten rechts zum 0:2 ein (43.)!

Unter lautstarken "Come on, FC"-Sprechchören ging es für die Geißböcke nach 45 Minuten in die Kabine. Sowohl Fans, als auch Spielern war zum Start der zweiten Halbzeit klar, dass ein mittelschweres Fußballwunder nötig war, um die nächste Runde in der Conference League zu erreichen.

Huseinbasic und Duda machen binnen zwölf Minuten aus 0:2 ein 2:2!

Auch die Fans auf den Rängen gaben alles und peitschten ihre Jungs nach vorne!
Auch die Fans auf den Rängen gaben alles und peitschten ihre Jungs nach vorne!  © Uwe Kraft/AFP

Und der FC legte los wie die Feuerwehr! Mit brutaler Unterstützung im Rücken vergab erst Adamyan gegen Schmeichel, der gegen den ehemaligen Hoffenheimer mit einem starken Reflex die linke Pranke in den Kölner Nachthimmel reckte und den Anschluss verhinderte (47.)!

Keine 60 Sekunden später steht Denis Huseinbasic plötzlich goldrichtig und jagte die Kugel mit viel Wucht und Entschlossenheit zwischen dem dänischen WM-Teilnehmer und dem kurzen Pfosten mit der linken Klebe in die Maschen - 1:2 (48.)!

Zu was die Fans mit dieser Mannschaft im Stande ist, bewies der 1. FC Köln dann nach exakt einer Stunde! Nach einem flachen Zuspiel von halbrechts in die Mitte dreht sich Ondrej Duda einmal um die eigene Achse, schickt seinen Bewacher ins Leere und setzte den Ball mit einem präzisen Rechtsschuss in die lange Ecke - 2:2 (60.)!

Nur vier Minuten später beinahe die Sensation! Nach einer halbhohen Hereingabe und einem Torwartfehler des sonst so souveränen Schmeichel stand Adamyan auf einmal am Fünfmeterraum perfekt und schob trotz Gegenspieler zum vermeintlichen 3:2 ein - allerdings war der Aktion ein Handspiel vorausgegangen, weshalb der Treffer keine Anerkennung fand.

Getrieben vom möglichen Erreichen der K.o.-Phase in der Conference League warf der Effzeh in der Schlussphase alles nach vorne und hatte durch Schmitz die entscheidende Gelegenheit! Der Rechtsverteidiger bekam nach einer Flanke von links allerdings sechs Meter vor dem Kasten der Gäste nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball, den Schmeichel am Ende unter sich begrub.

Diesen Abend müssen Klub und Fans aber trotzdem erst einmal verdauen! Am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) geht es für den 1. FC Köln zum SC Freiburg. Der OGC Nizza dagegen bekommt es am Samstag (15.30 Uhr) mit Stade Brest zu tun.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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