Das "Spiel der Spiele" für Verein und Fans: Wer kann beim 1. FC Köln zum Derby-Helden werden?

Köln - Die Spannung liegt in der Luft, das Stadion ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stadt ist bereits Tage zuvor im Derby-Fieber. Das Spiel am heutigen Samstag (Sky, 15.30) gegen Borussia Mönchengladbach ist für den 1. FC Köln und seine Fans das "Spiel der Spiele". Stellt sich nur die Frage: Wer kann beim FC zum Derby-Helden werden?

FC-Trainer Steffen Baumgart freut sich auf das Duell gegen die Borussia vom Niederrhein. "Es für mich das größte Derby, das ich bisher gespielt habe", sagte der 49-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor der Partie.
FC-Trainer Steffen Baumgart freut sich auf das Duell gegen die Borussia vom Niederrhein. "Es für mich das größte Derby, das ich bisher gespielt habe", sagte der 49-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor der Partie.  © Oliver Berg/dpa

FC-Trainer Steffen Baumgart (49) stehen alle Profis zur Verfügung. Auch der angeschlagene Torjäger Anthony Modeste (33) bestand den letzten Härtetest am Freitag und wird auflaufen können.

Somit ist die Suche nach einem Derby-Helden im Kölner Kader eigentlich relativ schnell beendet. Denn der Top-Torjäger gibt mit seinen bisherigen acht Saisontoren den idealen Matchwinner ab.

Zumal der Franzose in der Saison 2015/16 im Heimspiel schon einmal das entscheidende 1:0 gegen die Fohlen erzielte. Er weiß also, wie es geht!

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Auch der Torhüter spielt in solchen brisanten Begegnungen immer eine entscheidende Rolle. In diesem Fall wird Marvin Schwäbe (26) im Mittelpunkt stehen und nicht wie gewohnt Timo Horn (28). Horns Verletzung ist Schwäbes Chance, sich zu beweisen und Baumgart davon zu überzeugen, dass er die Nummer eins im Kasten der Geißböcke sein muss. Der FC-Coach gibt ihm dazu definitiv die Chance und öffnet ihm die Tür, der Konkurrenzkampf ist eröffnet.

Derby-Helden zeichnen sich in der Regel durch entscheidende Treffer aus. In der jüngeren FC-Vergangenheit waren in den Spielen gegen Gladbach dafür neben dem bereits erwähnten Modeste unter anderem Elvis Rexhbecaj (24), Marcel Risse (32) oder Simon Terodde (33) verantwortlich.

Die drei genannten Profis stehen aber nicht mehr im Kader. Also gilt es für andere FC-Akteure, sich zu zeigen und vor allen Dingen Torgefahr auszustrahlen!

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Wenn Borussia Mönchengladbach ins Rollen kommt, wird es schwierig für den FC

Mark Uth (30/m.) erzielte in dieser Spielzeit bisher lediglich ein Saisontor. Gegen Gladbach hofft der gebürtige Kölner darauf, dass sein Knoten platzt.
Mark Uth (30/m.) erzielte in dieser Spielzeit bisher lediglich ein Saisontor. Gegen Gladbach hofft der gebürtige Kölner darauf, dass sein Knoten platzt.  © Torben Silz/dpa

Die "Abteilung Attacke" hat bei den Geißböcken Ladehemmung. Außer Modeste ist kein Spieler dabei, der wirklich eine durchgehende Torgefahr ausstrahlt.

Dabei liegt es nicht daran, dass sie die Kölner keine Chancen herausspielen würden. Vielmehr ist es die Art und Weise, wie diese von Ondrej Duda (26) oder auch Mark Uth (30) vergeben werden.

Zumindest wird mit Ellyes Skhiri (26) wieder ein Mittelfeldspieler auf dem Platz stehen, der aus der Tiefe und bei Standardsituationen für große Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgt. Der Tunesier erzielte schon drei Saisontore, dabei fehlte er bei fünf Partien.

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Derby-Helden können aber auch Abwehrspieler werden, die die gegnerischen Angriffe im Keim ersticken und mit dafür sorgen, dass auch in der Bundesliga endlich mal ein Spiel ohne Gegentor in die Statistik eingeht.

Allerdings wird dieses Unterfangen gegen die kombinationsfreudigen Borussen verdammt schwierig. Zumal die Dreier-Offensivreihe um Lars Stindl (33), Alassane Plea (28) und Jonas Hofmann (29) immer besser in Schwung kommt.

Die drei spielerischen Feingeister schlugen quasi Greuther Fürth in der vergangenen Woche im Alleingang. Mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen ist die Mannschaft von Adi Hütter (52) nach einem Stotter-Start zudem mittlerweile in der Spur.

Rassige Zweikämpfe und eine hohe Intensität: Das Derby elektrisiert die Fans!

Eine harte Nuss für den 1. FC Köln und die ungeklärte Frage, wer außer Modeste und mit Abstrichen Skhiri wirklich für Torgefahr sorgen wird und kann. Aber gerade diese Ungewissheit macht die Derbys aus - und einen Spieler mit dem Geißbock auf der Brust dann auch vielleicht zum Derby-Helden.

Titelfoto: Bildmontage: Torsten Silz/dpa

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