Florian Wirtz: Die schmerzhafte Rückkehr des Mega-Talents zum 1. FC Köln

Köln - Die Aussage vom Trainer des 1. FC Köln, Steffen Baumgart (49), enthält viel Wahres. Aber gerade das dürfte jedem, der dem FC nahe steht, sehr weh tun. "Der beste Leverkusener ist ein Kölner! Wirtz macht bei Bayer den Unterschied", sagte Baumgart zu Bild.

Florian Wirtz (18/r.) in seiner bekannten Jubelpose nach einem Treffer.
Florian Wirtz (18/r.) in seiner bekannten Jubelpose nach einem Treffer.  © Marius Becker/dpa

Die Rede ist dabei von Florian Wirtz (18). Dem Florian Wirtz, der bereits mit sieben Jahren am Geißbockheim aufschlug und sämtliche FC-Jugendmannschaften durchlief.

Nicht wenige sprechen davon, dass Wirtz das größte FC-Talent aller Zeiten war. Die Vergangenheitsform muss verwendet werden, weil Wirtz im Januar 2020 zu Bayer 04 Leverkusen wechselte, dem kommenden FC-Gegner am Sonntag (DAZN/15.30 Uhr).

Geräuschlos ging dieser Wechsel des damals 16-Jährigen nicht über die Bühne. Obwohl zwischen den Westvereinen eine Vereinbarung existiert, sich gegenseitig keine Jugendspieler abzuwerben, lockte Leverkusen Wirtz erfolgreich auf die andere Rheinseite. Der Vertrag des damaligen U17-Nationalspielers wäre im Sommer ausgelaufen, deswegen fühlte sich Bayer 04 nicht an das Abkommen gebunden.

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Und aufseiten des 1. FC Köln wird die Schuld vom einen auf den anderen Verantwortlichen der damaligen Zeit weiter getragen. Der Vorwurf: Man habe sich nicht genug um das Mega-Talent bemüht, ihm erst verspätet einen Profivertrag vorgelegt.

Jetzt zaubert der 18-Jährige für Bayer - und wie! In dieser Bundesliga-Saison erzielte Wirtz bereits vier Tore und legte sechs weitere auf. Seine Stärken sind neben seiner Dynamik, Übersicht, Torgefahr und Laufstärke auch seine Flexibilität. Der gebürtige Pulheimer kann im Mittelfeld nahezu jede Position bekleiden, ist auch über die Außenbahnen einsetzbar.

Sein Marktwert wird mittlerweile auf 65 Millionen Euro taxiert. Zum Vergleich: Der 1. FC Köln musste ihn für 200.000 Euro ziehen lassen.

Steffen Baumgart stichelt vor dem Derby gegen Bayer 04 Leverkusen

Steffen Baumgart adelt Florian Wirtz als "Jahrhundert-Talent"

FC-Trainer Steffen Baumgart (49) hält viel von Florian Wirtz (18), glaubt aber definitiv, dass sein Team am Sonntag im Derby eine Siegchance hat.
FC-Trainer Steffen Baumgart (49) hält viel von Florian Wirtz (18), glaubt aber definitiv, dass sein Team am Sonntag im Derby eine Siegchance hat.  © Uwe Anspach/dpa

Die Lobeshymne von Baumgart an Wirtz ist voller Wertschätzung und geht sogar noch weit darüber hinaus, denn der FC-Trainer sagt: "Er ist ein Spieler, den es nicht an jeder Ecke gibt. Da kann man fast schon von einem Jahrhundert-Talent sprechen."

Dennoch gibt es neben dem "Jahrhundert-Talent" auch weitere Offensivkräfte, die bei Bayer unter Vertrag stehen und eine gehörige Portion Qualität mitbringen, zum Beispiel Mittelstürmer Patrik Schick (25), der bereits sechs Saisontore erzielt hat sowie der pfeilschnelle Außenbahnspieler Moussa Diaby (23), der an guten Tagen jede Abwehr schwindlig spielen kann.

Er hat allerdings auch noch ebenjene schlechten im Repertoire, wo er gänzlich untertaucht. Ganz im Gegensatz zu Wirtz, der bereits im Teenager-Alter eine beeindruckende Konstanz an den Tag legt.

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Doch auch der FC hat trotz des Rückschlags der 0:5-Niederlage bei der TSG 1899 Hoffenheim einige Trümpfe in ihrer Hand. Allen voran die Fans, denn zum ersten Mal seit Februar 2020 wird das Rhein-Energie-Stadion wieder ausverkauft sein.

Sicherlich eine elektrisierende Stimmung, dazu gesellen sich die wieder fitten und einsatzbereiten Leistungsträger Jonas Hector (31) und Dejan Ljubicic (24). Und bei einem Kölner Sieg kann der Schmerz über den Weggang von Florian Wirtz gelindert werden. Zumindest ein wenig...

Titelfoto: Bildmontage: Marius Becker(dpa)

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