Versöhnliches Ende trotz Krise: Der 1. FC Köln im Jahr 2020

Köln – Der 1. FC Köln zeigte sich im Jahr 2020 sehr wechselhaft. Dank eines Höhenflugs gelang der Klassenerhalt, aber dann kam mit Corona eine lange Krise. Erst im November gelang der sportliche Umschwung.

Januar: Guter Start nach der Winterpause

Der FC konnte nach der Winterpause direkt an die drei Siege im Vorjahr anknüpfen und besiegte den VfL Wolfsburg mit 3:1. Dank eines Doppelpacks von Jhon Cordoba drehte Köln die Partie und stellte damit Anschluss ans Tabellenmittelfeld her.

Die Serie wurde dann allerdings durch ein klares 1:5 in Dortmund kurz unterbrochen. Gegen Top-Teams hatten die Geißböcke in dieser Saison einfach keine Chance.

Die Kölner Jan Thielmann (v.l.n.r.), Jhon Cordoba, Jonas Hector und Sebastiaan Bornauw bejubeln das Tor zum 3:0 gegen Wolfsburg.
Die Kölner Jan Thielmann (v.l.n.r.), Jhon Cordoba, Jonas Hector und Sebastiaan Bornauw bejubeln das Tor zum 3:0 gegen Wolfsburg.  © Federico Gambarini/dpa

Februar: FC ist dem Europapokal näher als dem Abstieg

Auch der Februar war für den 1. FC Köln sportlich sehr erfolgreich. Mit drei klaren Siegen gegen Freiburg (4:0), Hertha BSC (5:0) und Schalke (3:0) kletterte das Team auf den elften Platz. Plötzlich waren die Europapokalplätze näher als die Abstiegsränge. Das Ziel blieb jedoch der Klassenerhalt.

Köln war in dieser Phase mit seinem Umschaltspiel sehr erfolgreich, zudem hatte sich Leihspieler Mark Uth bestens in das Team eingefügt.

FC-Trainer Markus Gidsol jubelt nach dem 3:0 gegen den FC Schalke 04 am 29. Februar 2020.
FC-Trainer Markus Gidsol jubelt nach dem 3:0 gegen den FC Schalke 04 am 29. Februar 2020.  © Rolf Vennenbernd/dpa

März: Ein "Geister-Derby" vor der Corona-Pause

Nach einem knappen 2:1 beim SC Paderborn war der Klassenerhalt mit nun 32 Punkten in greifbarer Nähe. Doch es folgte die Corona-Krise und damit auch eine sportliche Krise der Kölner.

Im letzten Spiel vor der Saisonunterbrechung unterlag Köln beim "Geister-Derby" Borussia Mönchengladbach 1:2. Erst zwei Monate später im Mai sollte es weitergehen.

Das Derby zwischen Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 11. März 2020 war das erste coronabedingte Geisterspiel in der Bundesliga.
Das Derby zwischen Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 11. März 2020 war das erste coronabedingte Geisterspiel in der Bundesliga.  © Roland Weihrauch/dpa

Mai: Die Corona-Krise wird zur FC-Krise

Nach der unfreiwilligen Pause standen für Köln zwei richtungsweisende Heimspiele im Abstiegskampf gegen Mainz und Düsseldorf an. Gegen beide Kontrahenten reichte es zu einem 2:2-Unentschieden. Die Offensive traf zwar weiterhin, aber defensiv war das Team deutlich anfälliger geworden.

Köln trat auf der Stelle, verlor aber nicht an Boden. Auch nach den Niederlagen gegen Hoffenheim (1:3) und Leipzig (2:4) betrug der Vorsprung auf den Relegationsplatz noch sieben Punkte.

Kölns Torwart Timo Horn (r.) und Rafael Czichos sind nach dem Spiel gegen Leipzig enttäuscht.
Kölns Torwart Timo Horn (r.) und Rafael Czichos sind nach dem Spiel gegen Leipzig enttäuscht.  © Ina Fassbender/AFP/POOL/dpa

Juni: Klassenerhalt trotz Debakels in Bremen

Im Juni standen die letzten fünf Saisonspiele an. Für Köln wurde es nochmal ein wenig eng, weil einfach kein Sieg mehr gelingen wollte. Nach einem Punkt aus drei Spielen stand der Klassenerhalt nach dem 32. Spieltag dennoch quasi fest. Das 1:1 gegen Frankfurt sorgte dann für Kölner Erleichterung. Das große Ziel war perfekt, der 1. FC Köln blieb erstklassig.

Trotz gegenteiliger Bekundungen im Vorfeld nahm der FC dann das abschließende Spiel in Bremen auf die leichte Schulter und verlor nach einer desolaten Vorstellung mit 1:6. Dadurch stieg Düsseldorf direkt ab und Bremen konnte sich in die Relegation retten. Und die Kölner Spieler gingen in die Sommerpause.

FC-Trainer Markus Gisdol (51) war nach dem 1:6 in Bremen bedient.
FC-Trainer Markus Gisdol (51) war nach dem 1:6 in Bremen bedient.  © Carmen Jaspersen/dpa

August: Schwierige Kader-Aufgaben für Manager Heldt

Im Sommer musste Kölns Sportdirektor Horst Heldt (51) den aufgeblähten Kader zunächst verkleinern, um Spielraum für Neuzugänge zu schaffen, die das Team dann verstärken sollten. Daher verließen zunächst viele Spieler wie Simon Terodde den Verein und Ron-Robert Zieler war lange Zeit der einzige Neue am Geißbockheim.

In der Vorbereitung gewann der FC fünf von sechs Spielen - auch gegen Union Berlin und den VfL Bochum - und unterlag nur dem VfL Wolfsburg (0:3).

Das Sommertransferfenster war für Horst Heldt (51, r.) arbeitsintensiv.
Das Sommertransferfenster war für Horst Heldt (51, r.) arbeitsintensiv.  © Marius Becker/dpa

September: Kölner Fehlstart in die neue Saison

Köln gewann zwar das erste Pflichtspiel gegen den Viertligisten VSG Altglienicke mit 6:0, zeigte dabei aber auch Schwächen. Der späte Cordoba-Verkauf hatte nun endlich Neuzugänge zur Folge, die aber auch integriert werden mussten.

Gegen Hoffenheim verlor das Team nach einem frühen Fehler und einer späten Nachlässigkeit unglücklich mit 2:3, beim Auswärtsspiel in Bielefeld patzte Torwart Horn vor dem Siegtreffer der Gastgeber. Und dann fiel auch noch Kapitän Jonas Hector aus.

Der 1. FC Köln startete mit zwei Niederlagen in die Saison 2020/21.
Der 1. FC Köln startete mit zwei Niederlagen in die Saison 2020/21.  © Friso Gentsch/dpa

Oktober: Sieglose Kölner hamstern sich auf den Relegationsplatz

Im Oktober fuhr der FC immerhin die ersten Saisonpunkte ein. Gegen Frankfurt und Stuttgart gab es jeweils ein 1:1. Auch gegen Bayern München (1:2) zeigte das Team eine ordentliche Leistung gegen einen allerdings angeschlagenen Gegner.

Nach sechs Spieltagen reichte die Bilanz für Platz 15, weil Mainz und Schalke eben noch schlechter waren. Das Warten auf den ersten Sieg seit März dauerte an.

Kölns Ismail Jakobs (l.) und Bayerns Joshua Kimmich kämpfen um den Ball.
Kölns Ismail Jakobs (l.) und Bayerns Joshua Kimmich kämpfen um den Ball.  © Marius Becker/dpa-Pool/dpa

November: Befreiungsschlag in Dortmund

In Bremen (1:1) war Köln dem ersten Saisonsieg dann ganz nahe, bevor mal wieder ein Elfmeter das Ergebnis vermasselte. Danach setzte es im Heimspiel gegen Union Berlin sogar eine 1:2-Niederlage. Trainer Markus Gisdol schien angezählt.

Aber dann gewann der FC plötzlich doch wieder und das völlig unerwartet in Dortmund mit 2:1 durch zwei Tore von Ellyes Skhiri nach Eckbällen. Endlich hatte das Team mal wieder eine gute Laufleistung und vollen Einsatz gezeigt - und das auch ohne echte Sturmspitze.

Ellyes Skhiri (2.v.r) feiert das Tor zum 0:2 in Dortmund.
Ellyes Skhiri (2.v.r) feiert das Tor zum 0:2 in Dortmund.  © Martin Meissner/POOL AP/dpa

Dezember: Versöhnlicher Abschluss zum Jahresende

Köln konnte den Schwung des ersten Siegs nach langer Zeit nutzen und zeigte auch gegen das Topteam aus Wolfsburg eine sehr ordentliche Leistung. Am Ende reichte es zu einem 2:2. Vergoldet wurde das Ergebnis durch den immens wichtigen 1:0-Auswärtserfolg in Mainz.

Im anschließenden Derby gegen Leverkusen (0:4) hatte der FC dann zwar klar das Nachsehen, ließ sich aber dadurch nicht vom Weg abbringen. In Leipzig wurde nur drei Tage später ein Punkt erkämpft. Und mit einem knappen 1:0-Pokalsieg gegen Osnabrück gelang zum Jahresabschluss ein Erfolgserlebnis, das auch finanziell wichtig für den Verein ist.

Im Dezember präsentierte sich der 1. FC Köln wieder stabil und als echte Einheit
Im Dezember präsentierte sich der 1. FC Köln wieder stabil und als echte Einheit  © Frederic Scheidemann/Getty Images Europe/Pool/dpa

Aufgrund des späten Saisonstarts erwartet den 1. FC Köln eine ungewöhnlich lange Rückrunde mit 21 Spielen bis Ende Mai. Bereits am 2. Januar steht das nächste Heimspiel gegen den FC Augsburg an.

Titelfoto: Frederic Scheidemann/Getty Images Europe/Pool/dpa

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