Gegen den Angstgegner aus Mönchengladbach: Welches Derby-Gesicht zeigt der 1. FC Köln?

Köln - Die Bilanz gegen Borussia Mönchengladbach liest sich aus Sicht des 1. FC Köln wie ein wahrer Horrorfilm. Allein in der Bundesliga stehen 25 Siege krachenden 51 Niederlagen gegenüber. Somit sind die Borussen, die am Samstag (Sky, 15.30 Uhr) in Köln gastieren, mehr Angst-, denn Wunschgegner. In der vergangenen Spielzeit gab es jedoch neben einer krachenden Niederlage auch einen Sieg für die Kölner gegen die Gladbacher zu bejubeln.

Das letzte Mal obenauf: Markus Gisdol (52/M.) feiert mit seiner Mannschaft im Februar den Auswärtssieg in Mönchengladbach. Neun sieglose Spiele später wurde der Blondschopf entlassen.
Das letzte Mal obenauf: Markus Gisdol (52/M.) feiert mit seiner Mannschaft im Februar den Auswärtssieg in Mönchengladbach. Neun sieglose Spiele später wurde der Blondschopf entlassen.  © Federico Gambarini/dpa

Der 2:1-Derbysieg in Mönchengladbach am 20. Spieltag war einer der Sorte Überraschungserfolg und zugleich der letzte Sieg unter dem damaligen FC-Trainer Markus Gisdol (52).

Danach setzte der FC zur Talfahrt an und konnte neun Spiele am Stück nicht gewinnen.

Der jetzige BVB-Trainer Marco Rose (45) war damals noch bei der Borussia aus Mönchengladbach an der Seitenlinie und verzockte sich, stellte eine bessere B-Elf auf.

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Der FC nutzte die Gunst der Stunde und gewann durch einen Doppelpack von Elvis Rexhbecaj (24) mit 2:1. Beim Hinspiel der vergangenen Saison waren die Kölner dafür komplett chancenlos und gingen im RheinEnergie-Stadion mit 1:3 baden.

Mit diesem Ergebnis waren sie zu dieser Zeit noch gut bedient, die spielfreudigen Borussen hätten gut und gerne fünf oder sechs Tore erzielen können.

Kurios: Auch das Tor in der Hinrunde schoss Rexhbecaj, der 24-Jährige ist mittlerweile aber beim VfL Bochum. Da stellt sich die Frage: Wer könnte gegen die Borussen aus Kölner Sicht zum Derbyhelden werden?

Beim 1. FC Köln fiebert jeder dem Derby entgegen, wie der Twitter-Eintrag der Kölner vom Mittwoch zeigt

Einsatz von Anthony Modeste (33) weiter auf der Kippe, andere Offensivspieler in der Pflicht

Ondrej Duda (26) kehrte mit vier Treffern aus der Länderspielpause zurück nach Köln. Die Treffsicherheit für die Slowakei konnte er allerdings nicht ins FC-Dress übertragen. Auch in Mainz versiebte er eine Großchance.
Ondrej Duda (26) kehrte mit vier Treffern aus der Länderspielpause zurück nach Köln. Die Treffsicherheit für die Slowakei konnte er allerdings nicht ins FC-Dress übertragen. Auch in Mainz versiebte er eine Großchance.  © Torsten Silz/dpa

Der Einsatz von Top-Torjäger Anthony Modeste (33) steht nämlich weiterhin auf der Kippe.

Modeste selbst hat genug Derby-Erfahrung und köpfte in der Saison 2015/16 den Siegtreffer zum 1:0.

Allerdings trainiert der Franzose am Mittwoch lediglich individuell am Geißbockheim. Ob seine erlittene Prellung vom Mainz-Spiel bis Samstag komplett verheilt, ist noch nicht abzusehen.

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Es wird wohl eher ein Wettlauf mit der Zeit. Ohne den Mittelstürmer sind die Offensivwaffen der Kölner in dieser Saison eher stumpf.

Ein positives Zeichen war zumindest, dass sie trotz des Modeste-Ausfalls in Mainz noch zum Ausgleich kamen. Dadurch stieg definitiv das Selbstvertrauen von Torschütze Salih Özcan (24), aber es sollte auch seine Mitspieler ermutigen, weiterhin die Abschlüsse zu suchen.

Dabei mag es wie eine Floskel klingen, aber Tore tun nicht nur dem Spiel, sondern auch den einzelnen Spielern gut. Gerade Ondrej Duda (26), der in Mainz schon seine zweite 100-prozentige Torchance in dieser Saison vergeben hat, braucht dringend ein Erfolgserlebnis, um in die Spur zu kommen. Einen besseren Zeitpunkt als das Derby gegen Gladbach gibt es dafür kaum.

Allerdings könnte FC-Trainer Steffen Baumgart (49) auch umstellen und anderen Spielern eine Chance geben, wie zum Beispiel Techniker Louis Schaub (26), Mittelstürmer Sebastian Andersson (30) oder auch Tim Lemperle (19), der mit seiner Schnelligkeit gerade für Läufe in die Tiefe ein idealer Spieler wäre und bei einem Ausfall Modestes auch für eine andere Art Stürmer steht.

Der Youngster scheint nach seinem guten Saisonstart samt Joker-Tor gegen den VfL Bochum derzeit allerdings etwas hinten anzustehen, war in Mainz erneut nicht im Kader. Die Suche nach dem möglichen Derbyhelden im FC-Trikot dauert mindestens bis zum Anstoß am Samstag an. Nur eines ist klar: Elvis Rexhbecaj wird es dieses Mal nicht sein.

Titelfoto: Bildmontage: Federico Gambarini/dpa

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