Gisdol trainiert weiter den 1. FC Köln: Seine Hoffnung für den Klassenerhalt

Köln - Gefühlt hat Markus Gisdol (51), Trainer des 1. FC Köln, im vergangenen Jahr mehr Endspiele absolviert als der FC Bayern München. Und er hat keines davon verloren. Allerdings ging es dabei nicht um Pokale, sondern es waren nach Ansicht vieler Medien persönliche "Endspiele" des Trainers des 1. FC Köln im Kampf um seinen Job.

Kölns Trainer Markus Gisdol (51) steht während des Spiels gegen Borussia Dortmund am Spielfeldrand.
Kölns Trainer Markus Gisdol (51) steht während des Spiels gegen Borussia Dortmund am Spielfeldrand.  © Wolfgang Rattay/Reuters-Pool/dpa

Den hat er durch das 2:2 (1:1) gegen Borussia Dortmund erst einmal wieder gerettet. Oder die Mannschaft hat ihn gerettet.

Dass der 1. FC Köln schon zum vierten Mal in dieser Saison ausgerechnet dann beherzt auftrat, wenn die Gerüchte um den Trainer zunahmen, kann als Statement für Gisdol gewertet werden.

Und Innenverteidiger Rafael Czichos wollte es auch genau so verstanden wissen. "Wenn man so eine Saison spielt, ist es nicht ganz unnormal, dass es Diskussionen gibt", sagte der 30-Jährige: "Aber ich denke, wir haben die Antwort auf dem Platz gegeben."

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Bleibt die Frage, warum die Mannschaft des 1. FC Köln immer erst dann alles abruft, wenn ihr und dem Trainer das Wasser bis zum Hals steht.

Man müsse deshalb auch hinterfragen, ob in den besonders brisanten Momenten "etwas mehr herausgekitzelt wird", sagte Gisdol und räumte selbstkritisch ein: "Die Aufgabe, auch von mir, ist, das in allen Momenten herauszukitzeln."

Ständige Trainerfrage beim 1. FC Köln sorgt für Unruhe

Kölns Sport-Geschäftsführer Horst Heldt (51, l.) und Kölns Stürmer Emmanuel Dennis (23).
Kölns Sport-Geschäftsführer Horst Heldt (51, l.) und Kölns Stürmer Emmanuel Dennis (23).  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die ständigen Aufs und Abs kosten nicht nur viel Kraft und sorgen für Unruhe.

Sie schwächen trotz der positiven Zeichen des Teams in den Krisen-Momenten Gisdols Position nachhaltig.

Sollte der Coach den FC im Saison-Finale nicht dauerhaft in die Spur bekommen, könnte ihm selbst im Falle des als einziges Saisonziel ausgerufenen Klassenerhalts die Trennung im Sommer drohen.

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Dass Sportchef Horst Heldt sein direkter Nachbar ist und - wie die vereinseigene TV-Doku zeigte - sich gerne von Gisdol zum Schnitzel-Essen einladen lässt, wird ihn dann kaum retten.

Heldt hat stets beteuert, dass diese Dinge in seine Entscheidungen nicht einfließen. Zudem rückt er selbst wegen der unglücklichen Einkaufspolitik vermehrt in die Kritik.

Gisdol hat Hoffnung im Abstiegskampf

Dortmunds Erling Haaland (20, M. erzielte den Treffer zum 0:1 gegen Kölns Torwart Timo Horn (27, l.), rechts läuft Kölns Jorge Mere (23). Später schoss er für den BVB noch den späten 2:2-Ausgleich.
Dortmunds Erling Haaland (20, M. erzielte den Treffer zum 0:1 gegen Kölns Torwart Timo Horn (27, l.), rechts läuft Kölns Jorge Mere (23). Später schoss er für den BVB noch den späten 2:2-Ausgleich.  © Marius Becker/dpa-Pool/dpa

Gisdol arbeitet nach eigenen Angaben am Ziel Klassenerhalt. "Wir arbeiten eng, hart und vertrauensvoll zusammen." Weil der FC gegen Dortmund erst in der 90. Minute den Ausgleich kassierte, mache ihn das Ergebnis "schon auch ein bisschen traurig".

Dennoch war die Leistung klar ein Schritt in die richtige Richtung.

Was dem Trainer nachhaltig Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass die drei Leistungsträger Sebastiaan Bornauw, Sebastian Andersson und Florian Kainz nach langen Verletzungen "in den Startlöchern stehen".

Mindestens Andersson und Kainz, der am Samstag für die U21 fast eine Stunde spielte und sogar traf, könnten nach der Länderspiel-Pause in Wolfsburg wieder im Kader stehen.

"Und die werden uns sicher nicht schlechter machen", sagte Gisdol.

Titelfoto: Wolfgang Rattay/Reuters-Pool/dpa

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