Hoffenheim-Schlappe des 1. FC Köln: Ein Trend oder Ausrutscher?

Köln - Mutlos, chancenlos und ohne Zugriff: Der 1. FC Köln zeigte sich am Freitag bei der 0:5-Niederlage in Hoffenheim so, wie ihn die Fans nicht erleben möchten. Ein ganz neues Bild der bisher so erfolgreichen Zeit unter Trainer Steffen Baumgart (49).

Ein seltenes Bild am Freitag in Sinsheim: Sebastian Andersson (30) behauptet sich im Kopfball-Duell.
Ein seltenes Bild am Freitag in Sinsheim: Sebastian Andersson (30) behauptet sich im Kopfball-Duell.  © Uwe Anspach/dpa

Der 49-Jährige übte sich in Selbstkritik: "Wir als Trainerteam hätten vielleicht früher auf die Dreierkette reagieren müssen, das ist dann auch für mich ein Erfahrungswert."

Etwa, das er in dieser Saison sicher nicht mehr so oft erleben möchte.

Dabei weiß der 49-Jährige selbst, dass sein favorisiertes Pressing immer wieder dazu führen kann, Spiele auch mal hoch zu verlieren.

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Das Problem bei der 0:5-Schlappe in Hoffenheim war aber ein anderes: Der 1. FC Köln wurde nicht aufgrund seines hohen Anlaufens ausgekontert, sondern gerade in der zweiten Halbzeit einfach gnadenlos ausgespielt und fast schon vorgeführt. Die Spieler waren immer einen Schritt zu spät und kamen gar nicht in die Zweikämpfe.

Skhiri, Hector und Ljubicic nicht gleichwertig zu ersetzen

Das Fehlen von Ellyes Skhiri (26) war im Hoffenheim-Spiel nicht zu übersehen. Der Tunesier wird "bis auf Weiteres" fehlen.
Das Fehlen von Ellyes Skhiri (26) war im Hoffenheim-Spiel nicht zu übersehen. Der Tunesier wird "bis auf Weiteres" fehlen.  © Marius Becker/dpa

Im Spiel nach vorne reihten sich die Fehler und Fehlpässe. Ein klarer Aufbau war nicht zu erkennen.

Das Fehlen von Kapitän Jonas Hector (31), Ellyes Skhiri (26) und Dejan Ljubicic (24) konnte vom restlichen Team einfach nicht aufgefangen werden.

Bei Hector und Ljubicic stehen die Zeichen gut, dass sie beim nächsten Spiel am Sonntag gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr/DAZN) wieder auf dem Rasen stehen. Skhiri fehlt, wie Baumgart sagte, "bis auf Weiteres".

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Gerade Salih Özcan (22) als Skhiri-Vertreter wirkte überfordert und nutzte abermals eine Chance nicht, die ihm durch diesen Startelf-Einsatz gegeben wurde.

Doch Özcan trägt gewiss nicht die Alleinschuld. Mit Ausnahme von Timo Horn (28) und mit Abstrichen auch Anthony Modeste (33) zeigte kein FC-Profi auch nur annähernd Normalform.

Nach acht Spieltagen stehen die Kölner mit zwölf Punkten dennoch weiterhin gut in der Tabelle da, zumal sie in den ersten sieben Bundesliga-Spielen gute bis sehr gute Leistungen boten.

Die Hoffnung der Fans: Beim Derby gegen Leverkusen zeigt der 1. FC Köln wieder das Gesicht der ersten sieben Spiele. Mutig, frech nach vorne und aggressiv in den Zweikämpfen. Oder wie Baumgart sagen würde: "Kein Angsthasen-Fußball", sondern "attraktiven und klaren Fußball".

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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