Jonas Hector hadert nach bitterer FC-Pleite: Stimmt die Einstellung etwa nicht?

Köln - Die Luft wird dünner, aber der Optimismus bleibt: Laut Trainer Friedhelm Funkel (67) ist für den 1. FC Köln im Bundesliga-Abstiegskampf nach der bitteren 1:4-Pleite gegen den SC Freiburg noch überhaupt nichts entschieden.

Trainer Friedhelm Funkel (67) hofft in den letzten zwei Saisonspielen auf sechs wichtige Punkte für den Klassenerhalt des 1. FC Köln.
Trainer Friedhelm Funkel (67) hofft in den letzten zwei Saisonspielen auf sechs wichtige Punkte für den Klassenerhalt des 1. FC Köln.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Funkel weiß, wovon er spricht. "Es scheint nicht immer nur die Sonne", sagte der Trainer-Routinier nach der niederschmetternden Heimniederlage: "Es kommen immer auch ein paar Wolken. Aber es ist noch überhaupt nichts entschieden."

Funkel bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Fast seine gesamte lange Trainer-Karriere über spielte der 67-Jährige entweder um den Aufstieg oder gegen den Abstieg. Hochs und Tiefs hat er zuhauf erlebt.

Doch beim 1. FC Köln erlebt er sie im Zeitraffer.

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Ein bitteres 0:3 im Derby in Leverkusen zum Einstand, ein furioser Sieg gegen den RB Leipzig, ein Auswärtserfolg in Augsburg - nun der zermürbende Rückschlag gegen Freiburg: In nur vier Spielen hat Funkel eine beachtliche Berg- und Talfahrt der Emotionen hingelegt.

Die Niederlage gegen Freiburg war deswegen so fatal, weil der FC zwei Spieltage vor dem Saisonende weiter Vorletzter ist. Im Falle eines Sieges wäre er auf den rettenden 14. Platz gesprungen.

Friedhelm Funkel will Klassenerhalt mit 1. FC Köln noch schaffen: "Streben zwei Siege an"

Kapitän Jonas Hector (30) hat Einstellungsprobleme innerhalb der Mannschaft des 1. FC Köln angedeutet.
Kapitän Jonas Hector (30) hat Einstellungsprobleme innerhalb der Mannschaft des 1. FC Köln angedeutet.  © Federico Gambarini/dpa

Zwei Erfolge bei Hertha BSC und gegen Absteiger FC Schalke 04 sind nun wohl Pflicht, um den siebten Abstieg in die 2. Liga in nur 23 Jahren zu vermeiden.

"Ob wir beide gewinnen müssen oder ein Sieg reicht, muss man abwarten", sagte Funkel, auch hier betont gelassen: "Wir streben auf jeden Fall zwei Siege an."

U21-Nationalspieler Ismail Jakobs (21) glaubt jedenfalls noch an die erneute Kehrtwende. "Wir müssen als Mannschaft geschlossen bleiben, Herz zeigen und dürfen niemals aufgeben", sagte er.

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Dafür muss sein Team aber den Rückschlag der Freiburg-Niederlage wegstecken. Mit einem unglücklich vergebenen Elfmeter, weil Schütze Ondrej Duda (26) wegrutschte. Und mit einem mindestens zweifelhaft weggepfiffenen Tor wegen angeblichen Handspiels. Beide Male hätte ein Tor das 2:2 bedeutet.

Zudem deutete Kapitän Jonas Hector (30) unverständliche Einstellungsprobleme an. "Die erste Halbzeit war nicht das, was in der Situation angebracht ist", sagte der Ex-Nationalspieler: "Vielleicht haben wir es uns etwas zu leicht gemacht, weil wir vorher zwei Siege in Folge eingefahren haben."

Klassenerhalt könnte maßgeblich für die Trainerfrage beim 1. FC Köln sein

Nun ist die Situation wieder besonders knifflig. Zumal die komplett offene Liga-Frage auch die Suche nach einem neuen Trainer und Nachfolger des am Saisonende sicher aufhörenden Funkel erschwert.

Im Fall von Paderborns Steffen Baumgart (49), der sich offenbar als Favorit herauskristallisiert, könnte die Erstklassigkeit zum Beispiel Kölns Pfund im Kampf gegen die Mitbewerber Hannover 96 und Hamburger SV sein. Wobei auch beim HSV die Liga-Zugehörigkeit noch offen ist.

Dass ein Abstieg im Corona-Jahr zudem finanziell noch drastischere Auswirkungen haben könnte als ohnehin schon, liegt auch auf der Hand.

Titelfoto: Montage: Rolf Vennenbernd/dpa, Federico Gambarini/dpa

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