Nach brutalen Fan-Krawallen in Nizza: Fünf Männer bei Razzia festgenommen!

Köln - Die Fan-Krawalle beim Europapokal-Spiel des 1. FC Köln bei OGC Nizza am 8. September haben jetzt strafrechtliche Konsequenzen.

Am 8. September war es am Rande der Europa-League-Partie zwischen dem OGC Nizza und dem 1. FC Köln zu schweren Fan-Ausschreitungen gekommen.
Am 8. September war es am Rande der Europa-League-Partie zwischen dem OGC Nizza und dem 1. FC Köln zu schweren Fan-Ausschreitungen gekommen.  © DPA

In dem bei der Staatsanwaltschaft Köln anhängigen Ermittlungsverfahren hat die Polizei vom Amtsgericht Köln erlassene Haftbefehle gegen mutmaßliche Tatbeteiligte vollstreckt. Das teilte das Kölner Polizeipräsidium am Mittwoch mit. Fünf Personen seien festgenommen worden.

Den Männern im Alter von 22 bis 43 Jahren würden schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte der Kölner Kripochef Michael Esser. Insgesamt seien bisher 16 Verdächtige identifiziert worden, die alle bereits als "Gewalttäter Sport" bekannt seien, drei davon sogar als Intensivtäter.

Die Ermittler hatten seit den frühen Morgenstunden mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Wohnungen und Häuser in Köln, Hürth, Pulheim und Bergisch Gladbach durchsucht.

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wertete den Einsatz als "starkes Zeichen des Rechtsstaates".

Nun seien der 1. FC Köln, aber auch andere Fußballvereine gefordert, sagte der NRW-Vorsitzende der GdP, Michael Mertens: "Jetzt müssen Stadionverbote kommen."

Die Szenen auf der Tribüne seien entsetzlich gewesen, sagte der NRW-Innenminister.
Die Szenen auf der Tribüne seien entsetzlich gewesen, sagte der NRW-Innenminister.  © -/dpa

1. FC Köln wurde von der UEFA bereits sanktioniert

Herbert Reul (70, CDU) dankte den Einsatzkräften und Ermittlern.
Herbert Reul (70, CDU) dankte den Einsatzkräften und Ermittlern.  © Oliver Berg/dpa

Der 1. FC Köln ist wegen der Fan-Ausschreitungen bereits von der UEFA bestraft worden. Die Rheinländer wurden zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt, außerdem dürfen in den zwei kommenden Auswärtsspielen in der Conference League keine Tickets an die FC-Fans verkauft werden. Bestraft wurde das Abbrennen von Pyrotechnik, das Werfen von Gegenständen und die Unruhen auf den Rängen beim Spiel in Nizza.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (70, CDU) meldete sich am Mittwoch ebenfalls zu Wort und dankte Polizei und Zeugen. Er sei froh, "dass Polizei und Staatsanwaltschaft konsequent ermittelt haben und in kurzer Zeit mehrere Gewalttäter identifizieren und festnehmen konnten", sagte Reul am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

An den Durchsuchungen im Großraum Köln seien am Morgen mehrere hundert Beamte aus NRW beteiligt gewesen. "Neben ihnen gilt der Dank auch zahlreichen Zeugen, die das Hinweisportal der Polizei sehr intensiv genutzt haben. Die Videos der Krawalle waren für die Ermittlungen sehr hilfreich." Insgesamt seien dort 800 Dateien hochgeladen worden, darunter 600 Videos.

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Die Bilder der Ausschreitungen bei dem Spiel vom 8. September seien entsetzlich gewesen, sagte der Minister. "Offenbar haben diese Leute nur eines im Sinn: Randale, Krawall und Gewalt. Mit Fußball oder Fan-Kultur hat das nichts zu tun."

Originalmeldung: 5. Oktober, 8.56 Uhr; zuletzt aktualisiert: 5. Oktober, 15.47 Uhr

Titelfoto: -/dpa

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