"Wir haben Fehler gemacht": FC-Präsident Wolf bittet Mitglieder um Verzeihung

Köln – Erstmals in der Geschichte des 1. FC Köln fand am heutigen Donnerstagabend eine digitale Mitgliederversammlung statt. Es sollte vor allem um die Wahl von Carsten Wettich (41) zum Vizepräsidenten gehen, aber auch um die Präsentation eines Sieben-Jahres-Plans, mit dem sich der Klub unter den Top 10 in Deutschland etablieren wolle. Eine Sache stach jedoch heraus: eine aufrichtige Entschuldigung von Präsident Werner Wolf (64).

Werner Wolf (64) offenbarte nicht nur die Zukunftspläne des Klubs, sondern entschuldigte sich auch für die Dinge, die in der Vergangenheit nicht gut liefen.
Werner Wolf (64) offenbarte nicht nur die Zukunftspläne des Klubs, sondern entschuldigte sich auch für die Dinge, die in der Vergangenheit nicht gut liefen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Wir haben Fehler gemacht, die ich zutiefst bedauere. Ich bitte Euch als Präsident um Verzeihung und um Entschuldigung. Es tut mir leid", sagte der in die Kritik geratene Geißböcke-Chef.

Die Kommunikation sei "nicht so gewesen, wie wir es uns vornehmen und wie es präsidialen Ansprüchen genügt. Wir versprechen, alles zu versuchen, direkter und präsenter zu kommunizieren." Man habe aber auch "eine Menge bewegt".

Die Corona-Pandemie habe den 1.FC Köln mehr getroffen als viele andere Vereine. Wegen des großen Stadions. Und "weil wir den Rucksack einer Kaderplanung zu tragen hatten, die nicht nachhaltig und nicht optimal war", sagte Wolf.

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"Wenn wir nicht gemeinsam mit der Geschäftsführung sofort angepackt hätten, wären wir heute pleite", erklärte Wolf.

Zukunft des FC und ein ganz besonderes Märchen

Wolf stellte einen "Matchplan" vor, mit dem sich der FC unter den Top 10 in Deutschland etablieren wolle. Dazu gehört unter anderem ein großes Augenmerk auf den japanischen Markt.

Den Einstieg eines Investors lehnt der FC weiter ab. Zur Abschreckung und weil der Spielerberater Volker Struth öffentlich erklärt hatte, der Vorstand lebe im "Märchenland" erzählte Wolf ein "Märchen" über einen "reichen König im Norden" und seine "kühnen Pläne" mit einem "Zauberer aus dem Rheinland".

Die Geschichte endete mit den Worten: "Und wenn sie nicht gestorben sind, spielen sie noch heute in der 2. Liga."

Die aus dem vergangenen Herbst verschobene Versammlung fand am Donnerstag digital mit fast 6000 Mitgliedern statt.

Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle bleibt beim FC

Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle (46) bleibt dem 1. FC Köln erhalten.
Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle (46) bleibt dem 1. FC Köln erhalten.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Auch Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle (46) meldete sich zu Wort und schwor den Kölnern die Treue. Außerdem schloss er explizit aus, neuer DFL-Chef werden zu wollen.

"Ich hinterlege hier: Ich werde weder zum VfB Stuttgart wechseln, noch werde ich Nachfolger von Christian Seifert (52) bei der Deutschen Fußball Liga", sagte Wehrle auf der digitalen Mitgliederversammlung.

Wehrle, der seit Januar 2013 Finanz-Chef in Köln ist und einen Vertrag bis 2023 hat, war sowohl beim Liga-Rivalen Stuttgart als auch bei der DFL gehandelt worden. Seit 2019 gehört er dem DFL-Präsidium an.

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Der im Sommer 2022 ausscheidende Liga-Boss Seifert wird wohl von einem Führungs-Duo ersetzt werden.

Titelfoto: Bildmontage: Rolf Vennenbernd/dpa

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