Nach Gladbach-Pleite: Jetzt muss Union wieder zittern

Berlin - Ein gebrauchter Nachmittag für den 1. FC Union. 1:4 in Gladbach verloren, Ryerson verletzt und nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang 16. Die Eisernen sind wieder tief im Abstiegskampf.

Thuram trifft zum 2:0. Fischer ist bedient. (Bildmontage)
Thuram trifft zum 2:0. Fischer ist bedient. (Bildmontage)  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Während Stadtnachbar Hertha BSC nach der Corona-Pause einen fulminanten Start hinlegen konnte (zehn Punkte aus vier Spielen) sieht die Gemütslage in Köpenick anders aus. 

Vor allem beim Aufsteiger macht sich das Fehlen der Fans bemerkbar. Vor leeren Rängen konnte Union erst ein Punkt holen (1:1 gegen Mainz). Seit dem 24. Februar - dem 2:1 bei Eintracht Frankfurt - wartet der eiserne Anhang nun schon auf einen Dreier - und der bis dato komfortable Vorsprung auf die Abstiegszone schmilzt.

Erstmals seit dem zehnten Spieltag rutschten die Berliner unterhalb von Platz 13. Zusammen mit Frankfurt sind sie mit nun zehn Pleiten das auswärtsschwächste Team der Liga.

"Wir wussten im Vorhinein, dass es nicht leicht ist, in der Bundesliga zu bestehen", meinte Kapitän Christopher Trimmel: "Wir lassen uns nicht aus dem Konzept bringen, arbeiten weiter hart. Wir machen weiter, und speziell zu Hause müssen wir punkten."

Bislang war vor allem die Alte Försterei eine Festung. Allein in der Hinrunde konnten im eigenen Stadion Siege über den BVB, Borussia Mönchengladbach oder Hertha BSC gefeiert werden. Allerdings fällt es schwer ohne die Unterstützung der fanatischen Fans von einem Heimvorteil zu sprechen.

Union wartet seit Ende Februar auf einen Sieg

Gladbach bejubelt das 4:1 durch Plea (M).
Gladbach bejubelt das 4:1 durch Plea (M).  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

"Das ist gerade nicht der spaßigste Teil der Saison", räumte Sebastian Andersson ein. Der Schwede hatte kurz nach der Pause immerhin das zwischenzeitliche 1:2 geköpft (49. Minute). Kurzzeitig keimte Hoffnung auf bei den Gladbachern doch noch was zu nehmen.

Spätestens mit dem zweiten Treffer von Stürmer Marcus Thuram (59. Minute) war diese jedoch wieder zerstört worden. Der Franzose hatte nach dem Führungstreffer von Florian Neuhaus (17.) noch vor der Pause das 2:0 erzielen können (41.). Alassane Plea (81.) sorgte für den Endstand, der auch noch deutlich höher hätte ausfallen können. 

Nur an der mangelhaften Konsequenz der Gladbacher lag es, dass es nicht noch deutlicher wurde.

"Mit nur 25 guten Minuten nach der Pause kannst du kein Spiel gewinnen", schimpfte Fischer nach der Partie. "Wir wissen, wo wir hingehören, wir wissen auch, dass wir seit Beginn um die Klasse kämpfen und das wird auch für die restlichen Spiele gelten."

Zu allem Überfluss muss der Schweizer auch noch auf den Norweger Julian Ryerson verzichten. Der Rechtsverteidiger wurde nach einer Stunde eingewechselt, stand 40 Sekunden auf dem Platz, knickte nach einer Attacke von Gladbachs Florian Neuhaus mit dem Sprunggelenk um und musste sogleich wieder vom Feld.

Jetzt soll am Sonntag gegen Schalke (15.30 Uhr/Sky) die Trendwende gelingen. Die Königsblauen sind derzeit das schlechteste Team der Rückrunde. Seit elf Spielen warten die Knappen auf einen Sieg. 

Update, 14.30 Uhr: 

Union muss den Rest der Saison auf den Norweger Julian Ryerson verzichten. Der 22-Jährige zog sich im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach (1:4) am Sonntag eine Verletzung im rechten Knie zu. "Das ist ein bitterer Ausfall für uns", sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert am Montag in einer Video-Konferenz mit Journalisten. Ryerson kann laut Ruhnert sofort mit der Reha beginnen und soll unter normalen Umständen in sechs bis acht Wochen wieder einsatzbereit sein. Der Skandinavier wird nur konservativ behandelt, eine Operation sei nicht nötig.

Titelfoto: Martin Meissner/AP POOL/dpa

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