Union arbeitet an Zuschauer-Rückkehr: Fans schon beim Berlin-Derby gegen Hertha?

Berlin - Die magische 40-Punkte-Marke ist zwar nicht erreicht, doch dass der 1. FC Union Berlin tatsächlich noch in Abstiegsnot gerät, glaubt in Berlin niemand mehr. Vielmehr ist Europa in greifbarer Nähe, auch wenn sich Max Kruse (32) erst noch mit der Conference League anfreunden muss.

Urs Fischer denkt weiterhin von Spiel zu Spiel. Gegen Eintracht Frankfurt kann Union die 40-Punkte-Marke knacken.
Urs Fischer denkt weiterhin von Spiel zu Spiel. Gegen Eintracht Frankfurt kann Union die 40-Punkte-Marke knacken.  © Odd Anderson/AFP-Pool/dpa

Der 32-Jährige hatte vergangenes Wochenende keinen Hehl daraus gemacht, dass er von dem neu eingeführten Wettbewerb wenig bis gar nichts hält.

Auch sein Trainer Urs Fischer (55) blieb seiner Linie treu. Der Schweizer wollte von möglichen Europa-League-Ambitionen nichts wissen. "Wir haben unser Ziel noch nicht ganz erreicht. An dem arbeiten wir immer noch", sagte der Schweizer auf der Pressekonferenz.

Mit einem Erfolg bei Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) könnten die Eisernen nicht nur den Klassenerhalt endgültig perfekt machen, sondern auch den siebten Platz festigen. Der würde Union am Ende der Saison die Teilnahme an der Conference League ermöglichen (sollten RB Leipzig und Borussia Dortmund das Pokalfinale erreichen).

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Fischers Fokus liegt aber voll auf Frankfurt. Die Aufgabe wird schwer genug. "Nur verteidigen wird nicht aufgehen. Wir müssen auch nach vorne spielen", erklärte der 55-Jährige. "Am Schluss wird es eine Mischung sein."

Spielt Union das Derby gegen Hertha wieder vor Zuschauern?

Unions Marcus Ingvartsen (l.) im Zweikampf mit Herthas Niklas Stark. Beim letzten Derby in der Alten Försterei konnte sich Union knapp mit 1:0 durchsetzen.
Unions Marcus Ingvartsen (l.) im Zweikampf mit Herthas Niklas Stark. Beim letzten Derby in der Alten Försterei konnte sich Union knapp mit 1:0 durchsetzen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Groß jubeln würde der Chefcoach im Falle des Klassenerhalts am Samstag aber nicht. "Es stehen dann noch acht Herausforderungen aus."

Allein die nächste hat es in sich. Nach der Länderspielpause empfängt Union in der Alten Försterei Stadtrivale Hertha BSC - womöglich sogar vor Zuschauern. Die Eisernen wollen mithilfe von Schnelltests die Rückkehr der Zuschauer ermöglichen. Mit 5000 Zuschauern, wie noch im Herbst, sollten die Fußballfans allerdings nicht rechnen.

"Es wird sicher eine sehr niedrige vierstellige Zahl werden", erklärte Pressesprecher Christian Arbeit. "In Anlehnung an die Kulturprojekte wird es sehr wahrscheinlich auch nur um die Besetzung der Sitzplatztribüne gehen."

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Die Entscheidung liegt ohnehin nicht beim Verein oder der DFL, sondern bei der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Ob aber tatsächlich schon zum Derby am Ostersonntag (18 Uhr/Sky) wieder Zuschauer zugelassen werden können, ist angesichts der jüngsten Entwicklung fraglich. Die Inzidenz steigt weiter an und nähert sich der kritischen 100er Marke.

Das ist auch den Köpenickern bewusst. "Es kann sein, dass es in den nächsten 14 Tagen Entwicklungen gibt, die ein solches Pilotprojekt vorerst nicht möglich machen", stellt Arbeit klar. Union sieht sich aber für den Fall der Fälle vorbereitet.

"Wir können das innerhalb einer Woche sicherlich einrichten das durchzuführen. Insofern wird es nicht daran scheitern, dass wir es nicht schaffen. Und wenn die Entscheidung fällt, dass es ein Spiel im Mai sein wird, dann werden wir es im Mai probieren. Wir alle haben gelernt, dass wir uns auf unterschiedlichste Szenarien einstellen müssen."

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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